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Hitler-Foto von Bachmann? "Ein Scherz"

Immer wieder betont die Pegida-Bewegung, nicht rechtsradikal zu sein. Doch ist das wirklich so? Jetzt aufgetauchte Facebook-Kommentare von Organisator Lutz Bachmann sprechen eine andere Sprache.

  Die Staatsanwaltschaft Dresden prüft den Anfangsverdacht der Volksverhetzung gegen Pegida-Chef Lutz Bachmann

Die Staatsanwaltschaft Dresden prüft den Anfangsverdacht der Volksverhetzung gegen Pegida-Chef Lutz Bachmann

Man sei keinesfalls rechts, und gegen Ausländer und Muslime habe man auch nichts: Seit ihren Anfängen wehrt sich die Pegida-Bewegung vehement dagegen, von Medien und Politik als rechtsradikale Organisation abgestempelt zu werden.

Zuletzt bei der ersten Pressekonferenz am vergangenen Montag, wo Organisator Lutz Bachmann noch einmal betonte, dass er nicht die Wahrnehmung habe, dass unter den Demonstranten Fremdenfeinde dabei seien.

Nur einen Tag später scheinen Bachmanns Aussagen wie blanker Hohn. Grund sind bekannt gewordene Kommentare und Facebook-Einträge des 41-Jährigen aus dem September 2014, die im Netz die Runde machen und inzwischen sogar die Generalstaatsanwaltschaft Dresden auf den Plan gerufen haben. Diese prüft laut einem Sprecher den Anfangsverdacht der Volksverhetzung gegen den Pegida-Chef.

Bachmann soll Asylbewerber beschimpft haben

Demnach soll Bachmann in einer Facebook-Unterhaltung unter anderem Flüchtlinge und Asylbewerber als "Viehzeug", "Dreckspack" und "Gelumpe" bezeichnet haben. Die Einträge sind inzwischen zwar von seiner Facebookseite gelöscht worden, trotzdem kursieren weiterhin Screenshots des Wortwechsels, den unter anderem die Hackervereinigung Anonymous via Twitter veröffentlichte, im Netz. So heißt es an anderer Stelle: "UND NEIN, ES GIBT KEINE ECHTEN KRIEGSFLÜCHTLINGE! Wer sich die Überfahrt/Transport leisten kann nach Europa gehört NACHWEISLICH nicht zu den wirklich bedrohten!"

Dass der Post auf Bachmanns Facebook-Seite gestanden hat, scheint sicher. Unbestätigt ist hingegen, ob der Pegida-Organisator ihn tatsächlich auch geschrieben hat. Der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Dresden sagte der "Leipziger Volkszeitung" jedenfalls: "Sollten sich diese Vorwürfe bestätigen, könnte das unter anderem den Tatbestand der Volksverhetzung nach Paragraph 130 StGB erfüllen." In diesem Fall würde die Staatsanwaltschaft automatisch ein Ermittlungsverfahren einleiten.

Foto zeigt Bachmann als Adolf Hitler

Dafür, dass sich Bachmanns persönliche Ansichten nicht mit der Außendarstellung seiner Bewegung decken, sprechen weitere Einträge bei Facebook und Twitter. So soll der 41-Jährige laut der "Dresdner Morgenpost" unter anderem ein Foto gepostet haben, das ihn wie Adolf Hitler gestylt zeigt.

Bachmann habe die Veröffentlichung wenig später auf der Facebookseite des Mediums mit den Worten kommentiert, dass es Christoph Maria Herbst gefallen habe, als er ihm das Foto zur Veröffentlichung des Satire-Hörbuchs "Er ist wieder da" auf die Pinnwand gestellt habe, zitiert die Zeitung. Pegida-Frontfrau Oertel stellt sich vor Bachmann, sagt: Es war "ein Scherz".

Auch auf Twitter machen User ältere Posts publik, die aus Bachmanns Feder stammen sollen - und die ihn ebenfalls in keinem guten Licht dastehen lassen.

Bachmann selbst hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen gegen ihn geäußert.

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