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Gutmensch lernt Gemeinheit

Rücktritte, Skandälchen, miese Umfragewerte: Piraten-Chef Bernd Schlömer erlebt nicht nur den Absturz seiner Partei. Sondern auch, was die Politik mit ihm macht, wie sie ihn verändert. Ein Porträt.

Von Jan Christoph Wiechmann

  Sieht noch schwerere Zeiten auf seine Partei zukommen: Piratenchef Bernd Schlömer

Sieht noch schwerere Zeiten auf seine Partei zukommen: Piratenchef Bernd Schlömer

Bernd Schlömer wollte nie ein normaler Parteivorsitzender sein. Er wollte in keine dieser oberflächlichen Talkshows gehen und sich nicht von Krisenmeldungen irre machen lassen. Vor allem wollte er sich nicht bedingungslos vor seine Partei stellen, sondern sich einen objektiven Blick auf die Piraten erhalten. "Ich will kein Verkäufer sein", sagte er dem stern. "Parteivorsitzende sind heute Verkäufer, Werbemanager, unfehlbar. Denen ist jede Selbstkritik fremd. Das nimmt ihnen keiner mehr ab."

In diesen Tagen jedoch prasseln die schlechten Nachrichten nur so auf ihn ein: Rücktritte im Vorstand, miese Stimmung an der Basis, nur noch 5 Prozent in Umfragen. Nach einer Forsa-Umfrage wollen nur 34 Prozent der Deutschen die Piraten im nächsten Bundestag sehen. Lediglich 28 Prozent trauen der Partei zu, konkrete Vorschläge zu drängenden Problemen in Deutschland zu machen.

Als Partei zum Siegen verdammt

Schlömer wiegelt ab, er geht plötzlich in Talkshows, er sagt auf Pressekonferenzen Phrasen wie: "Es kann und wird auch wieder vorwärts gehen." – "Ich bin da wie eine Maschine", gibt er zu. "Ich habe mich verändert."

In einer Reihe von Gesprächen, verteilt auf sechs Monate, gibt Schlömer im aktuellen stern einen selbstkritischen Einblick in seine Partei. "Es wird noch schwerer werden", befürchtet er. "Bisher haben wir nur die schlechte Öffentlichkeit. Richtig schwierig wird es, wenn wir erst mit konkurrierenden Politikern auf Podien sitzen, die die Piratenpartei attackieren." Er hofft weiter auf 5 bis 6 Prozent bei der Bundestagswahl, sagt aber auch: "Wir sind zum Siegen verdammt."

Rauer Umgang mit Verantwortungsträgern

Eine Ursache für den derzeitigen Absturz sieht der als Regierungsdirektor im Verteidigungsministerium arbeitende Schlömer in der Überforderung der chronisch klammen Partei. "Wir sind abstrakt und akademisch geblieben. Wir wurden vom eigenen Erfolg überrollt. Was ich in der Partei bemerke ist, dass viele überfordert sind. Alle sehnen sich nach Ruhe und Beständigkeit, aber die sind jetzt nicht da."

Besonders hart getroffen hat ihn der Umgang mit seiner zurückgetretenen Vorstandskollegin Julia Schramm. Wochen lang waren Schramm ("Sargnagel der Partei") und Schlömer ("Arsch", "Idiot", "Versager") über Twitter Hasstiraden ausgesetzt. "Die Partei wird von Hunderten sehr positiven Menschen getragen", analysiert Schlömer, "aber wir haben Aktive, denen Kulturtechniken fehlen. Das ist erschreckend. Wir haben es als Partei nicht verdient, für andere Verantwortung zu übernehmen, wenn wir unsere Verantwortungsträger so destabilisieren, dass sie als gebrochene Menschen zurücktreten."

Problemzone Ponader

In seiner Partei gilt Schlömer als ausgleichend und besonnen, viele jedoch wünschen sich, dass der Emsländer mal stärker auf den Tisch haue. In der vergangenen Woche ging Schlömer dann erstmals in die Offensive. Er scheiterte aber mit seinem Plan, den ungeliebten politischen Geschäftsführer Johannes Ponader zum Rücktritt zu bewegen.

Es sind genau solche Aktionen, die er an der klassischen Politik kritisiert, und nun befindet er sich mittendrin. Er weiß das. Er reflektiert seine Veränderungen: "Ich habe das Gefühl, dass man Empathie und Sensibilität in der Politik verliert, dass man härter wird, und zwar in ungeheuerlichem Maß. Ich weiß, dass andere alles daransetzen, dass ich schlecht aussehe. Das verändert die Persönlichkeit. Man lernt das Gemeine."

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