4. Dezember 2007, 10:27 Uhr

Deutsche Schüler lernen kaum dazu

Leseverständnis? Kaum Fortschritte. Mathematik? Ebenso. Die OECD-Bildungsforscher haben den deutschen Schülern am Dienstag ein ernüchterndes Zeugnis ausgestellt - vor allem im Vergleich zu den schlechten Ergebnissen vor sechs Jahren. Besonders für Migrantenkinder sind die Resultate bitter.

Ein Schüler arbeitet an der Tafel an einer Rechenaufgabe: Laut Pisa-Test haben sich die deutschen Schüler in Mathematik kaum verbessert©

Die internationalen OECD-Bildungsforscher sehen sechs Jahre nach dem deutschen PISA-Schock wenig Verbesserungen an den Schulen der Bundesrepublik. Beim wichtigen Leseverständnis sowie in der Mathematik gebe es nach dem neuen Schulleistungstest für Deutschland kaum messbare Fortschritte, heißt es in der am Dienstag in Berlin vorgelegten weltweiten PISA-Studie. Erfreulich seien allerdings die eindeutigen Stärken des deutschen Schulsystems mit einem lebensnahen Unterricht in den Naturwissenschaften.

Schlechte Chancen für Migrantenkinder

Nach dem PISA-Bericht ist die Schulsituation für Ausländerkinder der sogenannten zweiten Generation in keinem anderen Industriestaat der Welt so problematisch wie in Deutschland. Diese bereits in der Bundesrepublik geborenen Kinder von Migranten lägen mit ihren Lernleistungen im Schnitt knapp zweieinhalb Schuljahre hinter ihren gleichaltrigen deutschen Mitschülern zurück. "In Punkto Chancengleichheit hat Deutschland noch große Defizite abzubauen", heißt es in der Erklärung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Die deutschen Kultusminister sehen hingegen ihre Schulen auf dem Weg nach vorn. "Der positive Trend setzt sich fort", hieß es am Montagabend bei einem vorbereitenden Treffen der Schulminister der 16 Bundesländer. Bei PISA 2006 waren weltweit mehr als 400.000 Schüler aus 57 Staaten getestet worden.

DPA
 
 
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KOMMENTARE (5 von 5)
 
fettiz (04.12.2007, 16:44 Uhr)
Stärken ausbauen, Schwächen eliminieren
In Deutschland hapert es doch an allen Ecken und Enden. Das veraltete föderalistische Modell, veraltete Lehrerausbildung - hier steckt übrigens der Kern der ganzen Problematik - da hat sich in den letzten Jahren auch viel zu wenig getan - Fortbildungen für Lehrer hinsichtlich moderner Methoden sind ja Fehlanzeige. Aber auch hat sich doch im tatsächlichen Lernumfeld zu wenig getan. Der Unterrricht von vor 6 Jahren ist doch in weiten Teilen immer noch der gleiche. Das einzige was sich wirklich geändert hat, ist dass die Tests jetzt ernster genommen werden und die stiefkindliche Aufmerksamkeit der Problematik zugenommen hat. Aber Fortschritte werden ja doch immer sofort zerredet.
Armes Deutschland.
ganzbaf (04.12.2007, 14:42 Uhr)
Knallharte Reformen sind nötig
Als Erstes sollte man alle Kultusminister feuern...;-Pp
.
Als Zweites das finnische Modell 1:1 übernehmen.
evawestermann (04.12.2007, 13:23 Uhr)
Deutsche Kinder, migrante Kinder
meine Tochter, mit 9 Jahre kam nach Deutschland, kommentierte ihren ersten Schultag: "hier nimmt keine die Schule ernst, nicht einmal die Lehrerin".Als wir hierher kamen, kannte sie etwa 100 Wörter. Nach 1 1/2 Jahre grundschule im Gymnasium 2. Fremdsprache. Inzwischen Abitur, mit in Deutsch 2, Studium in Deutschland, USA, England, Stipendium in Dänemark. Spricht 5 Sprache.Sie wollte und wir wollten. In der USA lernte sie mit Jugendlichen aus Korea zusammen.Sie haben erzählt, daß die Familie jahrenlang NUR REIS gegessen hat, um ihren Kindern die Studium zu ermöglichen.
Um über "Migrantenkindern" sprechen zu können müsste man einmal untersuchen, um WELCHE Migrantenkindern wir reden.
bernie-abg (04.12.2007, 12:20 Uhr)
Erbärmlich wie sich...
...die Kultusminister ihr Versagen schönreden, allein niemand mit Verstand glaubt ihnen.
Btw. "Lebensnahen" Unterricht gibt es nicht nur in den Naturwissenschaften. Auch Mobbing ist lebensnah und zeigt den Schülern wie es in ihrer Zukunft zugeht.
RomanTicker (04.12.2007, 12:19 Uhr)
Deutsche Schüler
Viele deutsche Schüler sind besser als die PISA Studie andeutet. Das Problem in Deutschland sind die hier nur angedeuteten Problemfälle. Aber es sind nicht nur die sogenannten Migrantenkinder sondern auch deutsche Kinder aus sozial schwachen Familien, die in der Schule schlecht abschneiden. Hier muss es Ziel der Bildungspolitik sein, die Schwachen stärker zu fördern. Nur so können wir den Durchschnitt anheben.
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