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10. Februar 2009, 13:56 Uhr

Deutschlands schlimmste Staufallen

Verkehrs-Atlas

Die deutschen Autofahrer müssen sich oft in Geduld üben, manche Autobahnen sind chronisch überlastet. Wo es ganz besonders schlimm ist, zeigt ein neuer Stau-Atlas. Während manche Bundesländer freie Fahrt bieten, droht in einem Bundesland der Verkehrs-Kollaps.

Rund 1000 Kilometer Autobahnen in Deutschland sind aus Sicht der Wirtschaft völlig überlastet. Bei weiterer Zunahme des Verkehrs drohe der Infarkt, warnte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag in Berlin. Die Mittel für den Straßenbau aus den Konjunkturpaketen sollten deshalb nicht wie geplant für Umgehungsstraßen, sondern für die Beseitigung der Autobahn-Engpässe verwendet werden. "Der DIHK-Stau-Atlas zeigt die Prioritäten auf, wo zügig ausgebaut werden muss, damit der Verkehr auch künftig noch rollt", mahnte DIHK-Chef Ludwig Georg Braun.

Konkret weist der Stau-Atlas 976 Autobahnkilometer aus, auf denen der Verkehr mehr stockt als rollt - acht Prozent des Gesamtnetzes von 12.531 Kilometern. Auf 215 Kilometern des Autobahnnetzes bestehe schon jetzt die Gefahr eines Verkehrsinfarktes.

Neuralgische Punkte sind dem Stau-Atlas zufolge vor allem die großen Ballungszentren. In Baden-Württemberg sind es zum Beispiel die A5 bei Karlsruhe und Heidelberg sowie die A8 um Stuttgart, in Bayern die Autobahnen rund um München und um Nürnberg, in Berlin die Stadtautobahn. Eng wird es darüber hinaus rund um Bremen und Hamburg sowie im Rhein-Main-Gebiet und vor allem im Ruhrgebiet. Dort weist der Stau-Atlas in dem ohnehin dicht geäderten Autobahnnetz zahlreiche rote Stellen aus, die bedeuten: "gravierende Überlastung" und über 40 Prozent höhere Verkehrsdichte als der Durchschnitt.

Doch werde der Verkehr weiter zunehmen. Bis 2025 werde mit einem Wachstum des Personenverkehrs um 19 Prozent und des Güterverkehrs um 70 Prozent gerechnet. Staus verursachten der Wirtschaft erhebliche Kosten, weil Zeit verloren gehe oder zusätzliche Fahrzeuge eingesetzt werden müssten. Produktionsprozesse, die eine pünktliche Anlieferung erfordern, würden erschwert, warnte der DIHK. Das erwartete Verkehrswachstum sei mit dem vorhandenen Autobahn-Netz nicht zu bewältigen, warnte der Wirtschaftsverband, der den Stau-Atlas an Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee übergab.

Für die Verkehrsinfrastruktur sind nach Angaben des Verkehrsministeriums im laufenden Jahr allein 11,2 Milliarden Euro eingeplant, so viel wie nie zuvor. 5,75 Milliarden Euro sollen in Bundesfernstraßen fließen. Verkehrsminister Tiefensee stellte im Dezember in dem Zusammenhang 44 neue Straßenbauprojekte vor. Der DIHK erklärte jedoch, man fürchte, dass die geplanten Investitionen des Konjunkturprogramms in die falsche Richtung gingen.

stern.de zeigt Ihnen in der linken Spalte, in welchen Bundesländern welche Autobahnabschnitte besonders belastet und damit stauanfällig sind.

AP/web

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Baden-Württemberg

Die überdurschnittlich belasteten Autobahnabschnitte in Baden-Württemberg sind:

A 5 AD Dreieck Karlsruhe - AK Kreuz Walldorf (Streckenabschnitt von 37,7 Kilometern Länge)

A 5 AK Kreuz Heidelberg (A656) - AS Heidelberg/Schwetzingen (Streckenabschnitt von 5,5 Kilometern Länge)

A 5 AK Weinheim - AK Heidelberg (Streckeabschnitt von 14,8 Kilometern Länge)

A 81 AK Kreuz Stuttgart (A8/A831) - AS Sindelfingen-Ost (Streckenabschnitt von 3,2 Kilometern Länge)

A 81 AS Stuttgart-Zuffenhausen - Ludwigsburg-Nord (Streckenabschnitt von 8,0 Kilometern Länge)

A 8 AK Stuttgart - AS Stuttgart-Degerloch (Streckenabschnitt von 7,8 Kilometern Länge)

Bayern

A 9 AS Garching-Süd - AK Kreuz München-Nord (A99) (Streckenabschnitt von 2,6 Kilometern Länge)

A 73 Bayern AS Nürnberg-Hafen-Ost - AS Nürnberg-Königshof (Streckenabschnitt von 1,9 Kilometern Länge)

A 9 Bayern AS Garching-Nord - AS Garching-Süd (Streckeabschnitt von 2,4 Kilometern Länge)

A 99 Bayern AS Kirchheim - AS Aschheim/Ismaning (Streckenabschnitt von 3,6 Kilometern Länge)

Berlin

A 100 AD Charlottenburg - AD Funkturm (Streckenabschnitt von 3,9 Kilometern Länge)

A 100 AD Funkturm - AS Hohenzollerndamm (Streckenabschnitt von 2,2 Kilometern Länge)

A 111 AS Saatwinkler Damm - AS Kurt Schumacher Platz (Streckenabschnitt von 2,3 Kilometern Länge)

Bremen

In Bremen gibt es keine überdurchschnittlich belasteten Autobahnabschnitte. Unter starken Belastungen leidet aber die

A 1 AS Bremen-Hemelingen - AS Bremen-Arsten (Strekcenabschnitt von 2,2 Kilometern Länge)

Hamburg

A 7 AS Hamburg-Schnelsen - AD Dreieck Hamburg-Nordwest (A23) (Streckenabschnitt von 2,2 Kilometern Länge)

A 7 AD Dreieck Hamburg-Nordwest (A23) - AS Hamburg-Othmarschen (Streckenabschnitt von 7,1 Kilometern Länge)

A 1 AS Hamburg-Öjendorf - Hamburg-Harburg (Streckenabschnitt von 14,8 Kilometern Länge)

Hessen

A 3 AD Mönchhof-Dreieck (A67) - AS Kelsterbach (Streckenabschnitt von 4,6 Kilometern Länge)

A 67 AS Rüsselsheim-Ost - AD Rüsselsheimer Dreieck (A60) (Streckenabschnitt von 1,4 Kilometern Länge)

Niedersachsen

In Niedersachsen gibt es keine überdurchschnittlich belasteten Autobahnabschnitte. Unter starken Belastungen leidet aber die

A 1 AS Sittensen - AS Bockel (Streckenabschnitt von 19,2 Kilometern Länge)

Nordrhein-Westfalen

A 40 Nordrhein-Westfalen AS Bochum-Stahlhausen - AS Dückerweg (Streckenabschnitt von 2,5 Kilometern Länge)

A 3 Nordrhein-Westfalen AK Kreuz Köln-Ost (A 4) - AD Dreieck Heumar (A 4/A 59) (Streckenabschnitt von 3,6 Kilometern Länge)

A 57 Nordrhein-Westfalen AS Neuss - AK Kreuz Neuss-West (B1/A46) (Streckenabschnitt von 2,2 Kilometern Länge)

A 1 Nordrhein-Westfalen AS Köln-Bocklemünd - AS Köln-Lövenich (Streckenabschnitt von 4,5 Kilometern Länge)

A 43 Nordrhein-Westfalen AK Recklinghausen / Herten - AK Kreuz Bochum (Streckenabschnitt von 16,8 Kilometern Länge)

A 3 Nordrhein-Westfalen AS Leverkusen - AS Köln-Mülheim (Streckenabschnitt von 4,6 Kilometern Länge)

A 565 Nordrhein-Westfalen AD Dreieck Beuel (A 59) - AS Bonn-Beuel-Nord (Streckenabschnitt von 1,9 Kilometern Länge)

A 59 Nordrhein-Westfalen AS Troisdorf - AD Dreieck Sankt Augustin-West (A 560) (Streckenabschnitt von 2,1 Kilometern Länge)

A 40 Nordrhein-Westfalen AS Essen-Frillendorf - AD Dreieck Essen-Ost (A52) (Streckenabschnitt von 0,9 Kilometern Länge)

A 3 Nordrhein-Westfalen AS Oberhausen-Holten - AK Kreuz Oberhausen-West (A 42) (Streckenabschnitt von 3,1 Kilometern Länge)

A 3 Nordrhein-Westfalen AS Mettmann - AK Kreuz Hilden (A 46) (Streckenabschnitt von 7,7 Kilometern Länge)

A 3 Nordrhein-Westfalen AS Opladen - AK Kreuz Leverkusen (A 1) (Streckenabschnitt von 2,0 Kilometern Länge)

A 46 Nordrhein-Westfalen AS Wuppertal-Varresbeck - AD Dreieck Sonnborner Kreuz (A535) (Streckenabschnitt von 1,7 Kilometern Länge)

A 59 Nordrhein-Westfalen AD Dreieck Bonn-Beuel (A 565) - AS Beuel-Ost (B 56) (Streckenabschnitt von 1,5 Kilometern Länge)

A 3 Nordrhein-Westfalen AK Kreuz Hilden - AS Solingen (Streckenabschnitt von 8,7 Kilometern Länge

A 42 Nordrhein-Westfalen AS Herne-Crange - AS Herne-Wanne (Streckenabschnitt von 1,3 Kilometern Länge)

A 46 Nordrhein-Westfalen AS Hilden (L403) - AK Kreuz Hilden (A3) (Streckenabschnitt von 0,5 Kilometern Länge)

A 560 Nordrhein-Westfalen AS Sankt Augustin - AD Dreieck Sankt Augustin-West (A 59) (Streckenabschnitt von 2,1 Kilometern Länge)

A 4 Nordrhein-Westfalen AS Köln-Poll - AK Kreuz Köln-Süd (A555) (Streckenabschnitt von 3,7 Kilometern Länge)

A 42 Nordrhein-Westfalen AS Gelsenkirchen-Heßler - AS Essen-Altenessen (Streckenabschnitt von 2,2 Kilometern Länge)

Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz gibt es keine überdurchschnittlich belasteten Autobahnabschnitte. Unter starken Belastungen leidet aber die

A 61 AK Kreuz Meckenheim (A 565) - AD Dreieck Bad Neuenahr-Ahrweiler (A 573) (Streckenabschnitt von 6,6 Kilometern Länge)

Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein gibt es keine überdurchschnittlich belasteten Autobahnabschnitte. Unter starken Belastungen leidet aber die

A 23 AS Halstenbek-Krupunder - AS Hamburg-Nordwest (Streckenabschnitt von 3,1 Kilometern Länge)

KOMMENTARE (10 von 12)
 
susiwolf (11.02.2009, 17:53 Uhr)
@RomanTicker ... das Protoplasma
Ich nehme mal an, Sie haben Ihren Beitrag deswegen losgetreten, weil Sie provozieren möchten oder jetzt viel diesbezgl. Beiträge im Forum erwarten.
Ist nicht, denn ich verrate jetzt, daß Sie Ihren Garten zubetoniert haben, um das Wasser für die Rasensprengung zu sparen... und... wenn Sie bei Lidl auf dem Riesenparkplatz parken ganz laut brüllen: "Ich kaufe hier nur, weil hier wenig Transportkosten anfallen und ich so bequem und umsonst parken darf."
Und ich 'oute' mich jetzt daß ich sage:
"Ich bin ein Protoplasma...!" - Coram populo.
RomanTicker (11.02.2009, 12:26 Uhr)
Ausbau
Der Ausbau der Autobahnen ist für alle Seiten gut. Zum einen für die Autofahrer, die schneller zur Arbeit oder sonstwo hingelangen können. Zum anderen für die Wirtschaft, da wir als Exportland auf Güterverkehr angewiesen sind. Die Verbraucher profitieren von geringeren Transportkosten beim Einkauf. Die Umwelt wird durch weniger Staus ebenfalls entlastet, da weniger Kraftstoff sinnlos im Stand oder bei Stop-and-Go verbrannt wird. Der Staat nimmt außerdem durch die LKW-Maut mehr Geld ein, wenn ein Wachstum des Güterverkehrs ermöglicht wird. Und natürlich profitieren die Unternehmen, die die Autobahnen ausbauen. So oder so gewinnt jeder durch den Ausbau.
gormiti (11.02.2009, 08:50 Uhr)
@tobix
Ich gebe Eisenbaer recht. Wollen wir 10 spurige Autobahnen? Das ist nicht die Lösung. Die Wirtschaft bremst sich schon selbst aus, keine Angst.
Noch mehr Autobahnen...irgendwann haben wir keinen Platz mehr für die verbraucher, die die Gpüter auch verbrauchen müssen.
susiwolf (11.02.2009, 06:38 Uhr)
... gleichgestellt ...
Und nun noch der (für die Gleichstellungsstelle (der Frauen...)
Sie:
"Liebling, ich stehe im Stau - schon seit 4 Stunden ... komme aber gleich !"
Er:
"Wo staut es denn noch ...? bei Dir selbst, oder wem ?"
susiwolf (11.02.2009, 05:41 Uhr)
Der Verkehrsminister ... im Gehirnstau.
Leider steckt unser derzeitige Verkehrsminister ... auch im Stau.
Im Gehirnstau.
Wäre er (nur etwas) grün angehaucht, würden sich (viel mehr) gewaltige Verkehrsbewegungen auf Wasserstraßen, auf der Schiene und in öffentlichen Nah- (und Fern-) Verkehren bewegen. Alles ist eine Frage der Geld- resp. Investitionsrichtungen; WettbewerbsENTzerrungen ... und auch der Einnahmeseite.
Auf deutscher Seite und auf europäischer.
Und
Herrn Mehdorn,
der Kanzlerin und
der 'grünen' Partei
sollte man mal auf die Füße treten.
Nicht auf die Gaspedalfüße,
sondern auf die Plattfüße des Umweltbewußtseins.
Aber vorher Gehirnwäsche.
Da sind wir wieder im Stau - im Gehirnstau !
Waren da nicht mal Versprechen ... ?
oder nur Versprechungen.
Die Wortwahl ist's ... und was letzlich herauskommt ... aus dem Stau.
Der zunehmenden >Infarktgefahr.
Welches Wortgebilde ... klingt fast wie >Gehirninfarkt.
susiwolf (11.02.2009, 05:24 Uhr)
Stau verflixt ... Stauverursacher
" Ich stehe im STAU ... komme erst 4 Stunden später ... dieser verflixte Stau ... !"
.
Seine FreundIn: " Wer ist hier Stau ... ?
Du selber oder wer ... ? "
DasBertl (11.02.2009, 00:34 Uhr)
Güterverkehr gehört auf die Schiene
nur hat Herr Mehdorn alles dafür getan, das das Gegenteil passiert....
thegetman (10.02.2009, 23:46 Uhr)
die offensichtliche lösung
ist nicht immer die beste. Wir prognostizieren 70% zuwachs unter welchen bedingungen? worst case oder best case! ich kann auch irgendwas prognostizieren - gleichzeitig ist es schön einfach zu sagen "wir schätzen 70% also baut mal garantieren werden wir euch nix, da wir es doch selbst nicht so genau wissen. wenn würden wir selbst überlegen wie wir diese situation umgehen könnten. es hat der den wettbewerbsvorteil, der nicht im stau steht"
naja fordern ist halt immer erstmal einfacher und denken die wirtschaft sagt also stimmts ist naiv² - vielleicht sollten wir mal über andere lösungen nachdenken?!?
tobix (10.02.2009, 21:08 Uhr)
@Eisenbaer
Sie wollen die Wirtschaft ausbremsen, indem sie die Autobahnen verstopfen lassen? Das ist eigentlich für niemanden eine befriedigende Lösung.
jomimo (10.02.2009, 20:59 Uhr)
Der Güterverkehr gehört auf die Schiene
hat Herr Trittin gesagt, als er Umweltminister war .......
Frau Künast hatte vorgegaukelt, sie sei am Tierschutz interessiert, bevor sie Verbraucherschutzministerin wurde.
Herr Fischer hat die Rolle rückwärts gemacht als AM ( Kosovo, Afghanistan etc. ) Ist diese Partei noch zu wählen?
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