Schavan geht gestärkt in Nominierungswahl

25. Januar 2013, 13:55 Uhr

Trotz immer neuer Vorwürfe zeigt sich Bildungsministerin Annette Schavan von den Plagiatsvorwürfen kaum beeindruckt - ihren Wahlkreis in Baden-Württemberg zumindest scheint sie sicher zu haben.

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Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) will für die Bundestagswahl kandidieren©

Die wegen ihrer Doktorarbeit unter Druck stehende Bundesbildungsministerin Annette Schavan kann weiter mit breiter politischer Rückendeckung aus ihrer Heimat rechnen.

Die CDU im Wahlkreis Alb-Donau/Ulm wollte die 57-Jährige am Freitagabend erneut als Kandidatin für die Bundestagswahl aufstellen. "Ich rechne mit einem Ergebnis, das bei 90 plus X Prozent liegen wird", sagte Kreisgeschäftsführer Thomas Schweizer.

Gestärkt durch Plagiatsaffäre

Nach Ansicht des CDU-Politikers Oswald Metzger ist Schavan durch die Plagiatsaffäre innerparteilich sogar gestärkt worden. "Sie kämpft, und sie überzeugt auch in privaten Gesprächen", sagte Metzger, der dem CDU-Vorstand in Baden-Württemberg angehört, im rbb-Inforadio. Schavan sei vom Typ her keine, die auf "Bella Figura" setze, sondern durch inhaltliche Arbeit überzeugen wolle.

Die Universität Düsseldorf hat am Dienstag ein Verfahren zur Aberkennung von Schavans Doktortitel eingeleitet. Schavan selbst forderte im Bayerischen Rundfunk ein "ergebnisoffenes Plagiatsverfahren" und bestritt erneut den Vorwurf, bei ihrer Doktorarbeit abgeschrieben zu haben. Auf die Frage, ob sie bei ihrer Arbeit Fehler gemacht habe, sagte sie: "Gibt es einen Menschen, der von sich behaupten könnte, in den Texten seines Lebens keine Fehler gemacht zu haben?"

In der Plagiatsaffäre hatte sich ihr Heimatwahlkreis schon in den vergangenen Tagen geschlossen hinter Schavan gestellt. "Ich nehme an, dass sich die CDU-Mitglieder in hohem Maße solidarisieren", sagte Schweizer. Am Abend waren rund 2000 Stimmberechtigte zur Wahl aufgerufen. Bei der letzten Nominierung 2008 hatte Schavan rund 57 Prozent der Stimmen erhalten. Damals gab es drei Gegenkandidaten, dieses Mal tritt Schavan ohne Mitbewerber an.

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