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AfD wittert Verschwörung - trotz einfacher Erklärung

In einer Kleinstadt bei München verschwanden am Wochenende fast alle Wahlplakate der AfD. Die spricht zunächst von einer Verschwörung. Doch die Tat war alles andere als politisch motiviert.

Ein Wahlplakat der "Alternative für Deutschland" (AfD) mit Spitzenkandidat Bernd Lucke zur Europawahl 2014

Ein Wahlplakat der "Alternative für Deutschland" (AfD) mit Spitzenkandidat Bernd Lucke zur Europawahl 2014

Für die "Alternative für Deutschland" (AfD) wirkte es wie ein Komplott: In Geretsried bei München beobachteten Parteimitglieder am Wochenende einen plötzlichen Schwund ihrer Wahlplakate. Und zwar nicht nur vereinzelt, sondern flächendeckend, wie Merkur Online berichtete. Fast alle Plakate seien an einem Vormittag verschwunden, sagte Thomas Fügner, AfD-Pressereferent für Oberbayern, der Zeitung.

AfD-Spitzenkandidat Bernd Lucke zeigte sich gar nicht begeistert. Weil seine Partei kaum zu Fernseh-Talkshows eingeladen werde, seien die Plakate beinahe "die einzige Möglichkeit, autonom auf uns aufmerksam zu machen", zitiert ihn Merkur Online. Lucke erinnerte daran, "dass das nicht legitim ist", und appellierte sogar an die anderen Parteien, ebenfalls den Zeigefinger gegen die vermeintlichen Plakat-Diebe zu erheben.

Plakat-Schwund klärt sich schnell auf

Doch das war nicht nötig, denn der Plakat-Schwund klärte sich schnell auf: Kein Sammler oder Gegner war hier am Werk, sondern der städtische Bauhof. Der hat nämlich ganz bestimmte Regeln dafür, wie Wahlplakate in der Stadt angebracht werden dürfen. Und zwar nicht willkürlich, sondern nur an "hierfür bestimmten Anschlagflächen wie Plakatsäulen, Plakatständern und Anschlagtafeln", wie eine Verordnung besagt.

Die AfD jedoch hatte ihre Plakate an Laternen und Bäumen befestigt. Nachdem die Partei auf eine Aufforderung des Bauhofs, die Plakate abzuhängen, angeblich nicht reagierte, wurden diese kurzerhand entfernt. Sie können auf dem Gelände des Bauhofs wieder abgeholt werden, schreibt Merkur Online.

Doch Lucke reicht diese Erklärung nicht aus. Wie er gegenüber der Zeitung sagte, könne man das Phänomen in ganz Deutschland beobachten.

kis

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