. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
14. Oktober 2009, 06:30 Uhr

Trittin teilt aus

Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin kann sich mit Jamaika im Saarland nicht anfreunden. Im stern-Interview geißelt er die Linken - und CDU-Ministerpräsident Peter Müller.

Saarland, Jamaika, Koalition, Grüne, CDU, FDP, SPD, Peter, Müller, Jürgen, Trittin, Kritik, Interview, Stern, Heft,

Hatte sich eine Koalition mit SPD und Linkspartei im Saarland gewünscht: Grünen-Fraktionschef im Bundestag, Jürgen Trittin© Michael Gottschalk/DDP

Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin hat nach der Entscheidung seiner Partei für eine Jamaika-Koalition im Saarland den saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller, CDU, scharf angegriffen. In einem Interview mit dem stern warf der Grünen-Politiker Müller "Wortbruch" gegenüber dessen Wählern vor: "Der wäre sogar aus der CDU ausgetreten, um an der Macht zu bleiben", sagte Trittin wörtlich. Er habe "alle Kernforderungen der CDU abgeräumt". Durch die Bildung einer Koalition aus CDU, FDP und Grünen bekomme Müller, "der große Wahlverlierer im Saarland, jetzt eine Laufzeitverlängerung". Zugleich würde es für die Grünen im kommenden Frühjahr schwieriger im Landtagswahlkampf in Nordrhein-Westfalen. "Wir wollen Schwarz-Gelb in NRW beenden. Dabei hilft das Saarland nicht", so Trittin.

Der grüne Fraktionsvorsitzende bekräftigte im stern, dass das Bündnis im Saarland keine Signalwirkung für die Grünen habe: "Diese Jamaika-Koalition ist kein Modell, weder für andere Länder noch für den Bund." Es wäre "klug gewesen, Rot-Rot-Grün wenigstens in einem Land zu praktizieren. Das würde die Linkspartei zwingen, sich endlich auf die Realität einzulassen. Das erweiterte auch die Koalitionsoptionen auf Bundesebene", sagte Trittin weiter. Die rot-rot-grünen Bündnisse seien jedoch nicht an den Grünen gescheitert. "In Hessen hat es die SPD verbockt, in Thüringen verkauft sich die SPD ohne Not zum Nulltarif an die CDU, im Saarland scheiterte es an den Linken", so der grüne Fraktionschef.

Dem Parteivorsitzenden der Linken unterstellte Trittin indirekt, eine mögliche Koalition im Saarland bewusst verhindert zu haben. Nachdem Oskar Lafontaine überraschend seine Rückkehr in die saarländische Landespolitik angekündigt hatte, sei aus Sicht der saarländischen Grünen eine vertrauensvolle Zusammenarbeit nicht mehr möglich erschienen - "und ich kann nicht ausschließen, dass Lafontaine genau darauf gesetzt hat", sagte Trittin dem stern.

Lesen Sie das ganze Interview...

Lesen Sie das ganze Interview... ... in der neuen Ausgabe des stern.

 
 
Schlagwörter powered by wefind WeFind
Deutschland
KOMMENTARE (10 von 15)
 
Heljag66 (14.10.2009, 15:08 Uhr)
Trittin teilt aus
Trittin hat zu allem etwas zu sagen, ob er darüber Kenntnisse hat oder nicht. Deshalb ist es völlig unerheblich, ob er sich aufregt oder nicht. Viel besser wäre es, wenn er bundespolitisch in der Opposition mal konstruktive Beiträge einbringt, statt überwiegend in ironischer Art und Weise über andere herzuziehen. Leider hat er auf seinem Lebensweg, ausser politischem Gequassel, noch nichts zuwege gebracht. Und dies macht ihn so unglaubwürdig, wenn er sich ständig um die Zukunft der Menschen so sorgt, in Wirklichkeit aber die Realität des molochenden Mitbürgers nie selbst erlebt hat. Diese Heuchelei teil er allerdings mit einer Reihe seiner Abgeordnetenkollegen aus allen Parteien.
-ich- (14.10.2009, 10:37 Uhr)
@luke888
Zitat: "Da es sich beim Atomausstieg um gesetzliche Änderungen handelt, wird der Bundesrat auch eine Rolle spielen"

Oh man, jetzt eben nicht mehr da die sich künftig neutral verhalten werden müssen. Vielmehr ist es so das hier eine Chance für eine mögliche Bundesratsmehrheit dank den Grünen vertan wurde. Rot Rot Grün hätte im BR eindeutig Position GEGEN den Aussteig vom Aussteig bezogen.
Und eines ist ja mal klar. Sobald die Koalition steht, wird der Müller die drei Hanseln von den Grünen mal so richtig am Nasenring vorführen weil die es sich dann nämlich gar nicht mehr leisten können die Koalition einfach so platzen zu lassen. Mit welcher Begründung denn auch? Etwa die, das der Müller nach den Koalitionsverhandlungen was anderes sagt oder tut als er vorher gesagt hat? HaHaHa
globalhumanist (14.10.2009, 10:19 Uhr)
klaro!
Schuld sind immer(!) die anderen. Nur nicht die Fehler bei sich selbst (oder den Seinen) suchen. Wenn der Ulrich mit dem Lafo nich kann und man auf den Lafo keinen Einfluss hat, muss man eben den Landesparteichef zur Raison rufen und ihm die allgemeine Ausrichtung noch mal eintrichtern.
.
Kann ja wohl nicht sein, dass jemand wegen persönlicher Ressentiments die Politik seiner Partei, deren ökologische Ziele und jegliche Vernunft auf die Halde kippt.
luke888 (14.10.2009, 10:12 Uhr)
@ -ich-
Da es sich beim Atomausstieg um gesetzliche Änderungen handelt, wird der Bundesrat auch eine Rolle spielen. Insofern ist das nicht gänzlich egal.
Zusätzlich wären die drei Abgeordneten in einer rot-rot-grünen Regierung völlig unter gegangen. In der Jamaika, ist nach 5 Jahren klar erkenntlich, wer was politisch bewirkt und erreicht hat. Nehmen sie jetzt noch die Kohlesubvention hinzu, die das Saarland auch zu einem Spezialfall machen und dessen Urväter allen voran in der Linken sitzen, auch in Persona Lafontaine, dann gewinnt hier das Bündnis aus grün, schwarz und gelb Stück für Stück mehr Logik.
rockyciano (14.10.2009, 10:03 Uhr)
JAMAIKA
Hurra, wir haben die "Schuldigen" gefunden.Der ARTIKEL zeigt deutlich die Gesinnung und Glaubwürdigkeit der Partei.Mit Augenmerk auf die Landtagswahlen in NRW kommen die Grünen nun ins Stolpern und arge Erklärungsnot.Für welche Werte und Inhalte steht diese Partei noch.........könnte es sein, dass sie bald überflüssig werden ???
Gallagher (14.10.2009, 09:39 Uhr)
Nach Cohn Bendit jetzt auch Trittin!
Die GRÜNEN scheinen auch ihren Napoleon an der Saar zu haben. ;)

Das Jamaika im Saarland für die GRÜNEN im Bund zum Handicap wird ist für mich sonnenklar.
-ich- (14.10.2009, 09:37 Uhr)
@luke888
Das alles und evtl. sogar mehr hätten sie auch bei Rot Rot Grün bekommen. Was angesichts der mickrigen drei Landtagsmandate zwar genauso unverschämt wäre aber sei´s drum.
Und abgesehen davon ist es so was von egal was der Müller zur Atomkraft sagt, denn das wird sowieso nur in Berlin entschieden. Also entweder hat die cdu die grünen diesbezüglich schön ver... oder sie wissen das ganz genau und ver... ihrerseits ihre Wähler. - Ich glaube eher an Letzteres, denn zumindest bei ihnen scheints ja zu funktionieren.
luke888 (14.10.2009, 09:21 Uhr)
Kleiner Nachtrag
Und es ärgert mich einfach, wie sich hier die Kommentatoren immmer wieder über die Liste der Zugeständnisse hinwegsetzen.
- längeres gemeinsames Lernen
- Festhalten am Atomausstieg
- ein Rauchverbot
- Abschaffung der Studiengebühren
- Änderungen bei den Kohlesubventionen
und noch einiges mehr plus den Königsdisziplinen Bildung und Umwelt in Form des Ministeriums. Das alles wurde bereits schriftlich von CDU und FDP zugestanden. Und ich erinnere an die Anzahl der grünen Abgeordneten im saarländischen Landtag: 3!
Und ja, niemand weiß obs auch so kommen wird, aber das ist ein Argument, dass man an jede Regierung anlegen kann. und taugt deshalb, wenn überhaupt, erst nach 5 Jahren!
luke888 (14.10.2009, 09:15 Uhr)
----
@sazsteuer: Falls Sie es nicht mitbekommen haben, Ulrich wäre so oder so an der Regierung beteiligt gewesen, es stellte sich lediglich die Frage mit wem. Also greifen Ihre indirekten Machtbessenheitsparolen hier nicht. Allenfalls, und da muss ich knilch_59 Recht geben, trifft das auf Peter Müller zu.
Die Grünen haben sich im Saarland durch Inhalte erkaufen lassen. Bleibt nur die Frage, ob das legitim ist und vielleicht sogar im Sinn unseres Systems.
knilch_59 (14.10.2009, 08:45 Uhr)
Die CDU auf dem Durchmarsch zur Einheitspartei
Trittin täte gut daran sich aus der Landespolitik des Saarlandes herauszuhalten. Unter den vielen Bereichen, von denen er ausgewiesen keine Ahnung hat, nimmt das Saarland eine herausgehobene Stellung ein. Wie kann man nur eine Sekunde glauben, dass ausgerechnet vom Saarland in irgendeiner Weise eine Vorbildfunktion abzuleiten sein soll? Dazu sind die dortigen Probleme viel zu spezifisch. Und es ist schlicht und ergreifend nervig an allem, was in Deutschland passiert, oder nicht, Oskar Lafontaine die Schuld zu geben. Die Existenz der Linkspartei ist nicht Schuld an irgendwas, sondern Auswirkung nicht gelöster Probleme, Lafo demnach nur ein Angebot für eine Antwort.
.
Wenn man sich den programmatischen Spagat anschaut, den sich die CDU antut, erkennt man, dass derzeit dieser Laden nur durch den scheinbaren Erfolg bei der Bundestagswahl zusammengehalten wird. Saarlands Müller v.2.0 tut auf einmal so, als müsse er NRW-Rüttgers noch links überholen, in Thüringen gibt es überhaupt keine gültige politische Aussage mehr, in Schleswig-Holstein hat sowieso Carstensen keinen Plan, der über seine persönliche Wiederwahl hinausgeht, in Thüringen wird nach dem Zusammenbruch des Systems Althaus auch nicht viel von christlich-demokratischer Union übrig bleiben, usw.
.
Die politische Gestaltung ist reduziert auf das nackte an der Macht Bleiben. Das geht so lange gut, bis die nächsten schlechten Nachrichten zu verdauen sind. Dann werden auch in der CDU Flügelkämpfe aufbrechen, weil die Besserwisser auf den Hinterbänken sich dann mit Rezepten zu Wort melden, die zwar vielleicht richtig, aber eben ausdrücklich nicht mehr mehrheitsfähig sind. Dies wird derzeit noch mit dem finanzpolitischen Füllhorn überdeckt, aber die Rechnung wird kommen ?
.
Bis dahin bleibt der Opposition genügend Zeit und Raum ihre eigenen Positionen zu überdenken und das Profil zu schärfen. Damit man die Wähler überzeugen kann, dass die derzeitige CDU keine Partei mehr ist, sondern nur die geschickte Kopiensammlung. Und dann hoffen, dass der Wähler sich doch für das Original entscheidet.
MEHR ZUM ARTIKEL
Jamaika im Saarland Grüne in Erklärungsnot

"Nach zehn Jahren konservativer Regierung braucht das Saarland dringend den Wechsel." So steht es im Wahlprogramm der saarländischen Grünen. Nun bleibt Peter Müller, CDU, Ministerpräsident - weil die Grünen mit ihm koalieren. Ihre Geschäftsstelle wird mit Beschwerden bombardiert. mehr...

Rot-Rot in Brandenburg "Neue Fragen brauchen neue Antworten"

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck hat seine Entscheidung gegen Koalitionsverhandlungen mit der CDU begründet: Mit der Linken gebe es größere Schnittmengen. Die CDU ist aufgebracht und spricht von "Verrat an der friedlichen Revolution von 1989". mehr...

Steuererleichterung Union und FDP kippen Entlastungspläne

FDP und Union hatten im Wahlkampf mit massiven Steuersenkungen geworben - doch je mehr sich die Koalitionswilligen mit der Lage des Bundeshaushalts beschäftigen, desto mehr rücken sie auch offiziell von ihren Versprechen ab. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe