Die rhetorische Kost ist traditionell deftig. Zum politischen Aschermittwoch liefern sich die Parteien heftige Redeschlachten. Die Pointen sind teils sehr gewitzt.
Sieben Monate vor der Bundestagswahl ist der politische Aschermittwoch sehr unterhaltsam. Da wird FDP-Bundestagsfraktionschef Rainer Brüderle (Mitte) vom bayerischen Landesverband "im Land der Dirndl und Denker" begrüßt, und CSU-Chef Horst Seehofer muss sich wegen seiner dynamischen Meinungswechsel gefallen lassen, dass Bayerns SPD-Chef Florian Pronold ihn "Drehhofer" nennt.
Brüderle freute sich in Dingolfing über das Trikot, das Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil ihm überreichten. Brüderle selbst stänkerte unter anderem gegen den Spitzenkandidaten der bayerischen Sozialdemokraten, Christian Ude: "Der Ude ist so farblos, der könnte als weiße Tapete bei Obi sofort anfangen." Viele FDP-Anhängerinnen trugen Dirndl, um Brüderle ihre Unterstützung gegen die Sexismus-Vorwürfe zu signalisieren.