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Zwei Drittel der Deutschen halten die Polizei für überfordert

Nach den sexuellen Übergriffen in Köln am Silvesterabend steht die Polizei massiv in der Kritik. Eine große Mehrheit der Deutschen traut den Beamten nicht mehr zu, wirksam gegen Kriminalität vorzugehen.

Nach den Übergriffen in Köln werden der Polizeiführung gravierende Fehler vorgeworfen.

Nach den Übergriffen in Köln werden der Polizeiführung gravierende Fehler vorgeworfen. In der Bevölkerung schwindet das Vertrauen zu den Beamten.

Über zwei Drittel der Deutschen halten die deutsche Polizei für überfordert und glauben, dass sie die Kriminalität nicht mehr wirksam bekämpfen kann. In Ostdeutschland sogar 75 Prozent. Das ergab eine Forsa-Umfrage für den stern. Diese Einschätzung deckt sich auch mit der Beurteilung der Polizei selbst. "Wir sind längst über die Grenzen der Belastbarkeit hinaus", sagte Vizechef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek.

Seit Mitte der 90er Jahre wurden bei der Polizei 16.000 Stellen gestrichen. Allein im vergangenen Jahr haben Deutschlands Polizeibeamte über 20 Millionen Überstunden geleistet. In der Folge bleiben viele Strafanzeigen unbearbeitet. In Bremen beträgt die Zahl der unbearbeiteten Fälle etwa 8.000 in Sachsen etwa 60.000. 

Situation der Polizei: Outsourcing in IT-Fällen

Nach Angaben des Bundes der Kriminalbeamten müssen Ermittler auf die Auswertung von sichergestellten Computerfestplatten in einigen Städten bis zu zwei Jahren warten. In vielen Städten muss die Kriminalpolizei wegen des Personalmangels die Auswertungen von Computerfestplatten und Handys oder Laboranalysen an private Dienstleister vergeben.

In elf Bundesländern wird bei Strafanzeigen etwa wegen Einbruchdiebstahl, Fadendiebstahl, Taschendiebstahl oder Sachbeschädigung nur noch ermittelt, wenn ein Tatverdächtiger bereits feststeht. Das bestimmen Erlasse aus den Innenministerien. 

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