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22. März 2009, 17:23 Uhr

Kampf dem Bonus-Wahn

"Bonuszahlungen" ist dieser Tage ein Reizwort - nicht nur in den USA. Da Amerika staatlich unterstützten Konzernen bald saftige Steuern auf die Managerprämien aufbrummt, diskutiert jetzt auch die deutsche Politik über Möglichkeiten, die üppigen Ausschüttungen zu stoppen. Am Abend meldete sich die Kanzlerin zu Wort.

Bonuszahlungen AIG Dobrindt Steuern

Wut: Die amerikanischen Steuerzahler regen sich über AIG auf und haben damit auch in Deutschland eine Diskussion über Bonuszahlungen an Manager ausgelöst© Eric Thayer/Reuters

Die CSU will ab sofort Bonuszahlungen für Manager streichen, deren Firmen Staatshilfe bekommen. Der neue Generalsekretär Alexander Dobrindt sagte der "Bild"-Zeitung: "Unternehmen, die Staatshilfe beantragen, dürfen ab diesem Zeitpunkt keine Boni mehr auszahlen - auch nicht für die Zeit davor." Die Politik müsse verhindern, dass Staatsgelder an Manager durchgereicht werden. Die Kanzlerin will Bonuszahlungen an Manager nicht generell verbieten. Die CDU-Chefin wies am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Anne Will" darauf hin, dass auch viele normale Arbeitnehmer inzwischen erfolgsabhängige Gehalts-Anteile bekämen.

Die Gewerkschaft Verdi ging weier und verlangte die komplette Abschaffung von Bonus-Regelungen im Finanzsektor. Verdi-Vorstand Uwe Foullong sagte der "Berliner Zeitung", die Boni seien mitverantwortlich für die globale Finanzkrise. Damit seien nur falsche Anreize gesetzt worden. Überdies sei eine Begrenzung der Managergehälter fällig. "Wenn der Bund zu diesem Schritt nicht in der Lage ist, muss wenigstens die Besteuerung der Gehälter erhöht werden", sagte Foullong. "Wir fordern, dass alle Bezüge über zwei Millionen Euro mit einem Steuersatz von 80 Prozent belegt werden." Er begrüßte auch die vom US-Abgeordnetenhaus beschlossene Sonderabgabe auf Bonuszahlungen an Manager. Unterstützung erhielt er von den Linken.

Weniger euphorisch reagierten dagegen die Sozialdemokraten: Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Joachim Poß, sagte, Dobrindts Forderung sei seit Monaten umgesetzt. "Bei Kapitalhilfen des Bundes darf die Managervergütung 500.000 Euro nicht übersteigen. So steht es im Finanzmarktstabilisierungsgesetz in Kraft seit November 2008."

Die ebenfalls sozialdemokratische Bundesjustizministerin Brigitte Zypries will sich Obama in der Sache nicht als Vorbild nehmen. "Bereits gezahlte Boni rückwirkend zu besteuern dürfte verfassungsrechtlich problematisch sein", sagte sie der "Berliner Zeitung". Im Grundsatz ist sie offenbar einer Meinung mit CSU-Mann Dobrindt. Zypries meint, es sei "die bessere Lösung, die Zahlung hoher Boni von vornherein zu verhindern".

Der US-Kongress hatte am Donnerstag ein Gesetz verabschiedet, wonach die Bonuszahlungen von Unternehmen, die mindestens fünf Milliarden Dollar Staatshilfe kassiert haben, zu 90 Prozent versteuert werden. Es gibt sogar Bestrebungen, die Grenze zu senken, so dass das Gesetz noch mehr Finanzinstitute betreffen könnte und nicht nur große Player wie AIG oder die Citigroup. Bundeskanzlerin Merkel hatte das Gesetz als "interessante Aktivität" bezeichnet. Die zweite Kammer des US-Kongresses, der Senat, muss allerdings noch zustimmen.

Mit dem Gesetz reagierte die amerikanische Politik vor allem auf die Wut der Bürger auf AIG. Der Versicherer, der vom Staat am leben gehalten wird, schüttet trotz einer existenziellen Krise rund 200 Millionen Dollar an Bonuszahlungen aus.

 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
utospatz (22.03.2009, 22:47 Uhr)
Ich wundere mich, was Ihr Alle gegen Bonus Habt!
Wenn ein Bonus-Arschloch täglich 4X auf die Toilette geht, dabei bei jedem Flotten nur ein Blatt verbraucht, hat er spätestens beim 2ten Mal seinen eigenen Stinkefinger in sein eigenes Arschloch getaucht!
Er sollte nur versuchen nicht so häufig abzuspülen, sonst hat gegenüber Afrikanern a'Mass viel zu viel Trinkwasser verbraucht!
Kann ein menschliches Arschloch Dollar-Scheine trinken?
Blacky007 (22.03.2009, 19:00 Uhr)
@Maxi456
Vereinfacht dargestellt - mit 50% Steuersatz:
-
Ich mache 1,5 Mio., dann zahle ich 500.000 Bonus, zu Versteuern habe ich dann 1 Mio. und mir bleiben 500.000
-
Kann ich den Boni nicht mehr als Betriebsausgabe geltend machen, habe ich 1,5 Mio zu versteuern - davon zahle ich zwar 500.000 Boni, versteuern muss ich aber dennoch die 1,5 Mio. In dem Fall bleiben mir nur noch 250.000. Für mich ist das aber ein gewaltiger Unterschied, ob ich am Ende 500 oder 250 Tausender in der Tasche habe.
wynmuck (22.03.2009, 18:52 Uhr)
Wer handelte diese Bonuszahlungen aus?
Diese Banken etc. haben ja mehr als einen Geschäftsbereich. Es kann natürlich sein, daß Bereich A 100.000 Gewinn macht, Bereich B 200.000 Verlust. Es bleibt am Ende des Jahres also nichts übrig. Ein Bonus darf m.M. nur aus dem Gesamtbetriebsgewinn (oder -Verlust) gezahlt werden, und nicht nur an einige Manager, sondern an alle Arbeiter, Angestellte, AT etc., ruhig gestaffelt nach Einkommen. Wer anderslautende Arbeitsverträge (als Arbeitgeber, Vorstand etc.) unterschreibt, ist m.M. für die Bonus-Summe verantwortlich.
Maxi456 (22.03.2009, 18:43 Uhr)
@ Blacky
Macht das einen Unterschied?
Ich hab auch nie begriffen warum bei uns der Betrieb 50% als Arbeitgeberanteil einzahlt. Am ende ist doch die Frage: "was kommt raus" und die Dividende wird eben vom Gewinn der Firma errechnet.
Kroko (22.03.2009, 18:32 Uhr)
Einer träger, als der andere
Leistungsträger----guter Witz.
Im Artikel ging es doch eigentlich um Manager.
grins Kroko
you_me_2 (22.03.2009, 18:20 Uhr)
Jetzt..
..schlägt die deutsche Neidkultur sogar auf die USA durch. Jetzt müssen die Leistungsträger ihre Boni mit 90% versteuern.
Blacky007 (22.03.2009, 18:19 Uhr)
Die einfachste und naheligendste Lösung
Anstelle von 90% Steuern auf Bonis zu erheben, müsste man diese Zahlungen ganz simple einfach nicht mehr als Betriebskosten zulassen. Spätestens wenn es an den Gelbeutel der Aktionäre geht, würde sich hier recht schnell etwas in der Höhe von Bonis bewegen. Das selbe könnte man auch für Gehälter über .z.B. EUR 500.000 einführen.
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