18. Dezember 2011, 11:00 Uhr

"Das muss man verantworten - das kann ich"

Fürs ZDF hat Bundespräsident Christian Wulff die Weihnachtsgeschichte gelesen. In eigener Sache solle er keine Geschichten mehr erzählen, fordert die Opposition. Wulff glaubt sich der Kritk gewachsen.

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Abwechslung vom Affäre-Stress: Bundespräsident Christian Wulff (M.) mit seiner Frau Bettina und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff vor der Aufzeichnung des ZDF-Weihnachtskonzerts in der Schlosskirche zu Wittenberg©

Bundespräsident Christian Wulff sieht sich dem Druck seiner Kritiker gewachsen. "Man muss selber wissen, was man macht", sagte Wulff am Samstag in Wittenberg der Nachrichtenagentur DPA. "Das muss man verantworten - das kann ich", ergänzte er auf die Frage, wie er den politischen Druck aushalte.

Er könne sich weiter wunderbar mit den Bürgern unterhalten, erklärte Wulff kurz nach der Aufzeichnung einer ZDF-Weihnachtssendung bei einem Empfang. "Das ist eigentlich das Wichtige, das Wesentliche, dass man die Dinge bewertet (...) und dann auch unterscheidet, wo ist etwas real und wo ist etwas mit sehr viel Staub aufwirbeln verbunden", sagte Wulff. "Das muss man voneinander trennen."

Wulff liest die Weihnachtsgeschichte

Wulff hatte trotz der anhaltender Kritik wegen eines Privatkredits in Höhe von 500.000 Euro von der Unternehmergattin Edith Geerkens am Samstagabend in Wittenberg an der Aufzeichnung eines ZDF-Weihnachtskonzerts teilgenommen. Vor rund 300 geladenen Gästen und Mitwirkenden in der Schlosskirche las Wulff aus der Weihnachtsgeschichte der Bibel vor.

Der Bundespräsident war mit seiner Frau Bettina zu dem traditionellen Weihnachtskonzert gekommen. Während des Konzerts, das von Carmen Nebel moderiert wurde, saß er mit seiner Frau in der ersten Reihe. Unter anderem traten mehrere Kinderchöre auf. Die Sendung "Alle Jahre wieder - Weihnachten mit dem Bundespräsidenten" soll am 24. Dezember ausgestrahlt werden.

Vergleich mit Guttenberg

Unterdessen fordert die Opposition Wulff immer drängender dazu auf, für Klarheit zu sorgen. "Es liegt jetzt an Herrn Wulff, seine Glaubwürdigkeit durch klare Aussagen schnell wiederherzustellen", sagte SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann der "Bild am Sonntag". Auch die Grünen-Fraktionschefin Renate Künast sprach von einer "Bringschuld" Wulffs. Die Bürger hätten "ein Recht zu wissen, was war".

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy verglich Wulff mit Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Er habe den Eindruck, dass "die ganze Misere dadurch deutlich vergrößert wird", dass "immer nur gerade von Amtsinhabern - Guttenberg oder Wulff - tagesaktuell das zugegeben wird, was man ihnen nachweisen kann", sagte Edathy, der Mitglied im Rechtsausschuss des Bundestages ist. Guttenberg war im März wegen einer Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit zurückgetreten. Er hatte anfänglich jegliche Schuld von sich gewiesen, dann aber Fehler eingeräumt.

Dagegen bemängelte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt in der "Bild am Sonntag", bestimmte Einzelheiten im Zusammenhang mit dem Kredit würden "als angeblich neue Fragen gehandelt". Das führe dazu, dass "durch Verlängerung längst behandelter Fragen das Amt des Bundespräsidenten" beschädigt werde.

dho/DPA/AFP
 
 
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