Menschenkette mit Demokratiepreis ausgezeichnet

9. November 2012, 18:00 Uhr

Tausende Dresdner stellten sich im Februar aufmarschierenden Nazis in den Weg. Der Sächsische Demokratiepreis geht an diese und andere Initiativen gegen Rassismus.

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Jedes Jahr marschieren im Februar Nazis durch die Dresdner Innenstadt. Die Initiative "Nazifrei! Dresden stellt sich quer" organisiert Menschenketten und Kundgebungen als wirkungsvolles Zeichen gegen Rechts.©

Sich den Nazis in den Weg stellen, verhindern, dass sie in der Dresdner Innenstadt aufmarschieren können - das ist das Ziel der Initiative "Nazifrei! Dresden stellt sich quer". Seit 2009 engagiert sich das Bündnis gegen Rechts. Jedes Jahr im Februar setzt es ein Zeichen gegen die Demonstration der Neonazis in der Landeshauptstadt Sachsens. In diesem Februar gingen 15.000 auf die Straße. Ein deutliches Zeichen, in einer Region, in der rechtsextreme Bedrohungen und Einschüchterungen keine Seltenheit sind. Dieses Engagement wurde von dem Sächsischen Förderpreis für Demokratie mit 5000 Euro ausgezeichnet.

Eine Stimme für Asylbewerber

Einen weiteren Hauptpreis erhielt der Initiativkreis "Menschen. Würdig", der sich für die menschenwürdige Behandlung von Flüchtlingen in Leipzig einsetzt und gegen den alltäglichen Rassismus kämpft. Gegründet wurde "Menschen. Würdig" erst in diesem Jahr. Der Leipziger Stadtrat wollte ein marodes Asylbewerberheim schließen und die Bewohner in Wohnungen im Stadtgebiet unterbringen. Nicht alle Leipziger waren von den neuen Nachbarn begeistert und wollten deren Umzug verhindern. Daraufhin gründete sich die Initiative, die dafür sorgte, dass die Asylbewerber in der Debatte eine Stimme hatten. „Der Einsatz gegen Rassismus und für die Menschenwürde ist leider keine Selbstverständlichkeit“, begründete die Jury ihre Auswahl für den Hauptpreis.

Zehn Mal ausgezeichnetes Engagement

Insgesamt wurden zehn sächsische Initiativen für ihr Engagement für Demokratie und gegen Rechtsextremismus ausgezeichnet. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse würdigte in seiner Laudatio alle. Die Wahl des Dresdner Bündnis „Nazifrei“ begründete die Jury mit dessen „unermüdlichen Einsatz und den Mut, sich nicht nur den Neonazis entgegenzustellen, sondern auch gegen Widerstände für eine demokratische Protestkultur zu kämpfen“. "Prinzen"-Sänger und Jury-Mitglied Sebastian Krumbiegel, der sich selbst an den Blockaden des Neonazi-Aufmarschs beteiligte, freut sich sehr über die Auszeichnung des Bündnisses: „Das Engagement beeindruckt mich bis heute ungebrochen. Das Bündnis zeigt, dass rechtsextremes Gedankengut in Dresden nicht willkommen ist.“

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