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27. Juli 2009, 06:33 Uhr

Auch Koalitionspartner attackiert Schmidt

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt unter Druck: Wegen der privaten Nutzung ihres Dienstwagens im Spanienurlaub wird die SPD-Politikerin nun auch innerhalb der Großen Koalition angegriffen. Der CDU-Haushaltspolitiker Georg Schirmbeck sprach von einer "skandalösen Verschwendung von Steuergeldern". Auch die FDP legte nach.

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Ulla Schmidt weist die Vorwürfe zurück: "Private Fahrten werden privat abgerechnet"© Rainer Jensen/DPA

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) ist wegen der Nutzung ihres Dienstwagens im Spanienurlaub nun auch aus den Reihen des Koalitionspartners CDU heftig kritisiert worden. Der CDU-Haushaltspolitiker Georg Schirmbeck nannte es in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" eine "skandalöse Verschwendung von Steuergeldern, dass die SPD-Politikerin ihre Dienstlimousine plus Chauffeur quer durch Europa bis zu ihrem spanischen Urlaubsort geschickt hat".

Schirmbeck fügte hinzu: "Da die Amtszeit von Gesundheitsministerin Schmidt ohnehin abgelaufen ist, erübrigt sich die Forderung nach ihrem Rücktritt. Aber dass sie sich so einen dicken Klops leistet, zeigt: Sie ist die falsche Frau im Bundeskabinett."

Wagen von Unbekannten gestohlen

Der Vorfall war bekannt geworden, nachdem die gepanzerte Mercedes-Limousine der S-Klasse in Schmidts spanischem Urlaubsort bei Alicante gestohlen worden war. Der Schlüssel war Schmidts Chauffeur aus dessen Unterkunft entwendet worden. Vertreter von Verbänden und der Opposition forderten von der Bundesministerin am Wochenende eine lückenlose Aufklärung des Sachverhalts.

Schmidts Ministerium wies in einer schriftlichen Erklärung den Eindruck zurück, die Ressortchefin habe sich unkorrekt verhalten: "Der Bundesministerin für Gesundheit steht wie allen Mitgliedern des Bundeskabinetts ein personengebundener Dienstwagen für dienstliche und private Nutzung mit Fahrer ständig zur Verfügung", hieß es in dem Schreiben. Auch im diesjährigen Spanien-Urlaub habe Schmidt den Dienstwagen mehrfach dienstlich und privat genutzt. "Bei privaten Fahrten wird das selbstverständlich gemäß den Bestimmungen auch privat abgerechnet."

Kritik übte dennoch auch der FDP-Bundestagsabgeordnete Patrick Döring. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die deutsche Botschaft in Madrid nicht in der Lage sein soll, die Ministerin zu einem oder mehreren Vorträgen zu fahren, sagte Döring der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse". Der FDP-Politiker forderte, die entsprechenden Richtlinien in den Ministerien sollten geprüft werden.

Haushaltsausschuss-Vorsitzender will Schmidt vorladen

Zuvor hatte bereist der FDP-Politiker Otto Fricke ein Erscheinen Schmidts vor dem Haushaltsausschuss des Bundestages verlangt. "Ich möchte wissen, für welche Termine Frau Schmidt Dienstwagen und Fahrer in Alicante benötigt hat und warum es nicht möglich war, dass ihr die Botschaft Transportmöglichkeiten zur Verfügung gestellt hat", sagte der Ausschussvorsitzende der "Bild am Sonntag". Auch die Grünen und der Bund der Steuerzahler verlangte von der Ministerin Auskunft über den Vorfall.

Regierungssprecher Klaus Vater, zuvor Sprecher der Bundesgesundheitsministerin, nahm die Politikerin dagegen in Schutz. "Selbstverständlich rechnet die Ministerin jeden privat gefahrenen Kilometer mit ihrem Dienstwagen auch privat ab und lässt nicht den Steuerzahler dafür aufkommen", sagte er der "Rheinischen Post". Im spanischen Alicante nehme Schmidt auch offizielle Termine wahr. "Da kann sie als Repräsentantin der Bundesregierung nicht mit einem Kleinwagen vorfahren."

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 54)
 
Tom3 (27.07.2009, 12:20 Uhr)
...Minister & Dienstwagen...
Man kann als Minister/-innen nicht in einem VW-Passat vorfahren, dafür haben unsere Minister/-innen zu wenig Rückgrat!
.
Wenn die nicht aus dem teuersten Auto, was im Moment zusammengeschraubt werden kann aussteigen können, dann sackt deren Ego sowas von in den Keller, da kommen dann sofort wieder diese Gedanken, dass andere Politiker hinter ihrem Rücken lästern könnten:
...
..."Man die ist doch Ministerin, wieso fährt die denn nicht auch so ne geile Karre wie ich, hat die was angestellt, hat die Stress mit der Merkel oder mit dem Kassenwart?"...
.
Dazu kommt dann noch. dass man nur eine gute Ministerin ist, wenn man ne richtige Super-Duper Luxuskarre unterm Arsch hat, ein Auto, was sich der kleine Ghetto-Typ fürs HipHop-Video ausleihen würde.
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Ergo, wenn die Ulla sowas dann im Urlaub nicht hat, dann sinkt bei der nicht nur das Ego sonder auch gleichmal die Laune u. nicht zu vergessen die Intelligenz u. das wäre bei ner soooo wichtigen Ministerin dann doch ein zu großer Schaden fürs Volk...
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...deswegen hat die auch ein ärztliches Attest, dass ihr den Gebrauch des Dienstwagens auch im Urlaub bescheinigt, da sich sonst ihr ganzes aufgeblasenes Wesen einfach in Luft auflösen würde...
ratgeber (27.07.2009, 12:03 Uhr)
Was nun?
wie erledigt die Ministerin nach Diebstahl Ihres Dienstwagens jetzt ihre WICHIGEN dienstlichen Termine? Schickt ihr Ministerium jetzt einen Ersatz-Benz nach Alicante?
s.t.e.f.a.n (27.07.2009, 12:01 Uhr)
Kommt mal klar Leute ...
Diese Frau, die eh kaum Freizeit/Urlaub hat, große Verantwortung und viel! in ihrem Fall sehr viel Stress hat(Gesundheitsreform +++) arbeitet im Urlaub (indirekt), benutzt deswegen ihr Dienstauto und wird von Bauernfängerpolitikern wie Georg Schirmbeck deswegen niedergemacht.
Leute kommt echt mal klar... Die meisten hier pissen sich doch schon auf, wenn sie mehr als 37,5Std die Woche arbeiten muessen und diese Frau, die hart für ihr Geld arbeitet, wird dafür niedergemacht, dass sie uns mit lächerlich geringen Zusatzkosten im Ausland "ordentlich" representiert.
floyd77 (27.07.2009, 11:47 Uhr)
Auch finde ich nichts schlimmes daran,
wenn ein Minister sein Dienstauto privat nutzt solange er/sie das selbst bezahlt (inkl. Fahrervergütung natürlich). Was mir weniger gefällt ist die Tatsache, dass ein(e) Minister/in eine gepanzerte S-Klasse fährt, die über 200.000 Euro kostet. Und wenn nichts anders geht, dass soll das Auto mind. zehn Jahre vom Ministerium nicht gewechselt werden. Wenn man die ganzen Flotten der Ministerien und der Regierungsvertreter aufsummiert, dann kommen bestimmt Horrorzahlen heraus.
Und meiner Meinung nach braucht kein Minister eine S-Klasse. Er müsste mit einer VW-Passat auch gut zurecht kommen.
Maddux (27.07.2009, 11:44 Uhr)
Kleingeister
So peinlich dass auch ist, aber ein Bundesminister sollte auch im Urlaub angemessen präsentiert werden. Oder sollen etwa die Leute, die das ganze Jahr über mit Riesenaufwand an Personal und Material beschützt werden, dann im Urlaub mit dem Bus nach Spanien fahren und im Seat Mietwagen durch die Gegend zockeln. Dann bräuchten potentielle Terroristen ja nur etwas Geduld…
undueberhaupt (27.07.2009, 11:40 Uhr)
Wozu diese Aufregung?
Die ganze Aufregung um den Diebstahl des Dienstwagens der Bundesgesundheitsministerin verstehe ich nicht. Wenn die Dienstregelung gilt, das ein Bundesminister einen Dienstwagen samt Fahrer für dienstliche und private Zwecke zur Verfügung steht, ist das doch rechtens. Privates wird wohl extra abgerechnet. Und die gepanzerte Limosine, die der Ministerin dienstlich zusteht, ist gegen Diebstahl versichert. Sicherlich hat die Sache einen mysteriösen Hintergrund, mit Ärger verbunden.
whismerh2 (27.07.2009, 11:30 Uhr)
@joker
a. würde Sie keiner vermissen
b. verfügen Botschaften über gesicherte Autos, die Dame hat das aur reiner Bequemlichkeit ausgenutzt.
Bei Ihr kommt halt ein fader Beigeschmack auf, da Sie das Volk und die GKV zur ewigen Mäßigkeit aufruft, ich würde sagen der Dame fehlt jede Sensibilität, abe das ich ja mittlerweile normal bei dieser elitären Kaste.
Garnet (27.07.2009, 11:30 Uhr)
Immer langsam!
Das man fuer eine solche Position besser einen Mediziner einstellen sollte ist eher unwesentlich denn Qualifikation hat , wenn es um Ministerposten geht, noch nie eine Rolle gespielt. Schade ist nur das die Dame gegen Ende ihrer sagenhaften Karriere, von der Bardame und Mitglied des Kommunistischen Bundes Westdeutschlands zur Ministerin in der grossen Koalition, ueber einen solch mickrigen Kiesel stolpern soll. Der Karren ist weg. Die bekommt dann wieder einen neuen Wagen. Schiebt die Konjunktur an. Und das Gedoesel mit dem Steuerzahler glauben eh nur noch Idioten.
Joker_usw. (27.07.2009, 11:09 Uhr)
Immerhin ist die Frau ja Minister
Ich möchte dazu nur zwei Punkte ansprechen:
1. Es ist Wahlkampf in D. und Herr Schirnbeck ist von der Konkurrenz.
2. Überlegt Euch mal Frau Schmidt würde in einem nicht gepanzerten Auto in Spanien durch die Gegend fahren und jemand schickt Sie per 3kg TNT über die Wupper. (Die Frau hat sich ja viele Feinde gemacht) Dann würden die Wellen hier und in Europa so richtig hoch schlagen. Sollte Frau S. hops gehen ist das ein direkter Angriff auf Deutschland, eine Super Chance für bspw. Herrn Bin Laden oder die Basken in Spanien um auf Ihre Situation hinzuweisen usw. usf. Die Frau ist Minister der Regierung, kein normaler Bürger.
Ich glaube nicht, dass die Botschaft in Spanien eine gepanzerte mehrere hundert tausend Euro teure Limo vorhält. Die braucht die im Rampenlicht stehende, der deutschen Regierung angehörige Toppolitikerin aber!!! Ist halt so, im Moment ist sie eine (noch ;-)). Die Sicherheitsaspekte haben hier absoluten Vorrang.
Ich hätte aber ein Problem damit, wenn Frau S. zusätzlich zur Limo nocht eine Dienstmaschine des Bundes für Ihre privaten Flüge benutzen würde. Hier hat nämlich der Sicherheitsaspekt keine Relevanz. Die Lufthansa packt das auch.
acitapple (27.07.2009, 11:06 Uhr)
@kris77
nix kapiert, oder ? klar, ist ja neid. damit kann man sich das schön reden. wer meckert ist neidisch und blöd. schon mal dran gedacht, dass es nicht nur vorschriften gibt ("ich habe nur befehle befolgt"), sondern auch dinge wie anstand, moral und verhältnismässigkeit ? sowas kann man von einem volksverteter durchaus verlangen !! die grosse frage ist ja, hätte sie es wirklich privat gezahlt, wäre das ganze nicht ans tageslicht gekommen ? und egal ob privat gezahlt oder nicht, es steht in keinerlei verhältnismässigkeit, tausende von euro auszugeben, weil die dame in ihrem urlaub mit dem bürgermeister essen geht, aber nur mit ihrer dienstlimo und eigenem chauffeur gefahren werden will. das ist absoluter schwachsinn. es wäre wohl viel günstiger für sie gewesen, sich dort unten sowas wie ne e-klasse zu mieten oder die botschaft hätte was für sie arrangieren können. das ist einfach nur gierig und grenzt an dekadenz. andererseits sind die krankenkassenpatienten seit jahren schon die grossen verlierer bei allem was diese frau anfasst. hinterher erklärt sie denen, dass die einfach nicht so oft krank werden dürfen. DAS ist pure heuchelei !
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