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9. Juli 2007, 14:29 Uhr

Seehofer entscheidet sich

Das lange Warten hat ihn viel politisches Kapital gekostet, aber nun hat sich Horst Seehofer daran gemacht, seine privaten Angelegenheiten zu ordnen. Gattin oder Geliebte? Nach monatelangem Zögern hat er sich nun für eine Frau entschieden.

Haben sie wieder zueinander gefunden? Horst Seehofer und seine Frau Karin© Frank May/dpa

Bleibt Horst Seehofer nun bei seiner Frau und den drei Kindern in Ingolstadt oder zieht er die Geliebte in Berlin vor? Seitdem die Affäre des Landwirtschaftsministers inklusive Schwangerschaft im Januar via "Bild" öffentlich wurde, wartet die CSU auf ein klärendes Wort. Im Kampf mit dem bayerischen Wirtschaftsminister Erwin Huber um den CSU-Vorsitz erhofften sich die Seehofer-Anhänger eine mannhafte Entscheidung, so oder so, die den Minister in dem Duell wieder in die Offensive bringen würde.

"Die Familie Seehofer bleibt zusammen"

Aber Seehofer entschied nicht. Er wartete. Einmal zeigte er sich mit seiner Frau auf einem Treffen der EU-Landwirtschaftsminister in Mainz, stellte aber sofort sicher, dass dies nicht als Vorentscheidung gewertet werden konnte. Erst jetzt, nachdem im Juni seine jüngste Tochter geboren wurde, hat der Minister seine Entscheidung offenbar öffentlich gemacht. "Die Familie Seehofer bleibt zusammen", hat Seehofer am Wochenende laut einem Bericht des "Donaukurier" bei einer Klausur der Ingolstädter CSU im niederbayerischen Bad Birnbach gesagt: Anschließend wollte Seehofer diese Äußerung jedoch nicht weiter kommentieren. "Ich glaube, dass ihn das seelisch sehr entlasten wird", sagte laut "Donaukurier" der Ingolstädter CSU-Bürgermeister Alfred Lehmann.

Nun hat Seehofer bestätigt, dass er sich entscheiden habe, bei seiner Familie zu bleiben. "Ja, das entspricht der Tatsache", sagte Seehofer der Deutschen Presse-Agentur. Mehr wolle er dazu nicht sagen, erklärte der CSU-Vize. Zuvor hatte er bestätigt, dass er bei der CSU-Veranstaltung gesagt hatte: "Die Familie Seehofer bleibt zusammen."

Entscheidung Ende September

Der "Donaukurier" berichtete, Seehofer habe sein langes Warten damit erklärt, dass es sich um eine schwierige Schwangerschaft gehandelt habe, die er nicht habe zusätzlich belasten wollen. Die Entscheidung habe sich aber schon zuvor abgezeichnet. Auch nach Veröffentlichung der Affäre sei Seehofer immer wieder an den Wochenenden zu seiner Familie nach Ingolstadt gefahren.

Ob Seehofer mit der Entscheidung seine Chancen auf den CSU-Chefposten noch einmal verbessern kann, ist mehr als fraglich. In einer Forsa-Umfrage für den stern war Huber im Juni auf 47 Prozent, Seehofer lediglich auf 35 Prozent Zustimmung gekommen. Für Unmut sorgte jenseits des privaten Zögerns auch noch, dass Seehofer seinerseits kaum kaschiert mit Enthüllungen über Parteifreunde drohte. Bis Ende September hat er nun Zeit zu versuchen, das Blatt noch zu seinen Gunsten zu wenden. Dann wird auf einem Parteitag in München der neue CSU-Chef gewählt.

Florian Güßgen mit dpa
 
 
KOMMENTARE (10 von 10)
 
Knut101 (10.07.2007, 21:51 Uhr)
Vielleicht profitieren einmal andere Kinder von Seehofers Seitensprung
In unserer Gesellschaft werden viel zu häufig Kinder durch die Mutter vom Vater ausgegrenzt. Seehofer wird sein Leben Lang auf das Wohlwollen der Mutter ausgeliefert sein, selbst wenn anfangs alles bestens mit der Kindermutter läuft.
Vielleicht finden sich ja ein paar nette Kollegen, die ein Herz für Seehofer (und damit auch für die anderen Väter hat) und verbessern die Situation.
Folgendes muss erreicht werden:
* Ein Kind hat ein Recht auf beide Eltern.
* Kein Elternteil darf ein anderen Elternteil ausgrenzen. Die die es tun müssen hart bestraft werden.
* Umgangsrecht heisst nicht ein alle 14-Tage-Wochenende-Besuchselternteil - Kinder brauchen einen regelmäßigen Kontakt zu beiden Elternteilen.
* Die UN-Kinderrechtskonvention muss auch in Deutschland gelten
Gestern gab es im Fernsehen einen erschütternden Beitrag zum Thema(report MÜNCHEN)
"Der Endlosstreit um Trennungskinder vor deutschen Gerichten"
Spinnenfrau (10.07.2007, 10:03 Uhr)
Hat ER sich also entschieden...
... ich finde es schon interessant, daß Seehofer sich entschieden haben soll.
Wer sagt uns denn, daß seine Berliner Geliebte nicht einfach die Nase voll hatte von dem Typen, der sie ja wohl ziemlich im Regen stehen ließ, als sie schwanger war und der sie in den letzten Monaten nur 1x besucht hat.
Wer sagt uns, daß seine Ehefrau ihn wirklich zurückgenommen hat?!? Vielleicht hat er noch mal eine Chance bekommen, vielleicht ist das aber auch der pragmatische Versuch, das Ganze zu beenden, ohne allzusehr die Augen der Öffentlichkeit auf sich zu spüren. Auszuschleichen sozusagen...
In jedem Fall hat Seehofer sich in meinen Augen menschlich total disqualifiziert: jeder kann sich nach vielen Jahren neu verlieben - aber wie man damit umgeht, läßt Rückschlüsse auf den Charakter zu. Und da sag ich bei Seehofer nur "Pfui"!
Zermin (09.07.2007, 23:16 Uhr)
Automatisches gemeinsames Sorgerecht für die kleine Anna
H. Seehofer hat nicht automatisch das gemeinsame Sorgerecht für seine uneheliche Tochter. Wenn er mit der Mutter keine freiwillige gemeinsame Sorgerechtserklärung unterschreibt, hat er kein Mitspracherecht bei der Erziehung seiner Tochter. Ich bin gespannt, ob er und die Bundeskanzlerin sich jetzt für ein automatisches gemeinsame Sorgerecht bei Unverheirateten einsetzen werden.
Bisher diskutiert dieses Thema nur die Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen. Dazu hat die Fraktion unter der Bundestagsdrucksache 16/5852 als erste Oppositionspartei jetzt zum Thema "Gemeinsames Sorgerecht nicht verheirateter Eltern" auch eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung gestellt.
In dieser wird das Bundesjustizministerium unter anderem aufgefordert konkret Zahlen darüber zu liefern, inwieweit die gemeinsame Sorge bei Unverheirateten auf freiwilliger Basis schon geregelt wurde und wie viele unverheiratete Paare mit Kindern davon in den letzten Jahren betroffen waren.
waren.
Auch der Väteraufbruch für Kinder, Landesverband Berlin, hat eine Umfrage zu diesem Thema bei Vätern gestartet. Interessierte Leser und Leserinnen finden den Fragebogen zu dieser Umfrage unter: http://vafk-berlin.de/modules/bmsurvey/survey.php?name=Sorgerecht_070116_ohne_reg
erde (09.07.2007, 22:23 Uhr)
Seehofers Seitensprung
Vielleicht sollte sich Herr Seehofer ganz den Frauen widmen und die Politik an den Nagel hängen.
Labile Menschen haben in der Politik nichts verloren.
erde
guenni22 (09.07.2007, 20:09 Uhr)
Seeligsprechung
nun sollte Benedikt ihn er aber auch seelig sprechen
starmax (09.07.2007, 19:19 Uhr)
War dochvorhersehbar,
daß er sich für die finanziell vorteilhafteste Lösung entscheiden würde. Ich hör ihn schon tönen, er hätte sich die Entscheidung nicht leicht gemacht etc. Er kriegt es aber bestimmt auch fertig, nach seiner Nicht-Wahl zur Geliebten zurückzukehren, wie diese ja prophezeit. Man, muss die alle blond sein...
ossi48 (09.07.2007, 19:01 Uhr)
Horst S.
wird sich durch dieses Verhalten bei vielen, wie auch bei mir, disqualifiziert haben.
Knaeusle (09.07.2007, 16:42 Uhr)
Sachen gibts
Das sieht man wieder einmal mehr, dass sich in Deutschland keine Sau mehr für echte Politik interessiert... Hoffentlich macht sich der Autor auf die Suche nach Frau Seehofers Rückgrat, das sie offensichtlich im Lauf der Zeit verloren hat, und schreibt drüber... Grrrr, bin gespannt.
heiner5362 (09.07.2007, 16:24 Uhr)
wenn man
im geschäft ist sollte die politik an erster stelle stehen und keine stoiberschen querschüsse.
gradlinigkeit ist das was heute seltenheitswert hat.
und die puffbesuche der csu zählt ja auch niemand zusammen.
Qvinna (09.07.2007, 15:41 Uhr)
...
was jetzt mit diesem Artikel genau gesagt werden möchte, bleibt mir verborgen... Meinetwegen kann Herr Seehofer 5 Frauen und 10 Geliebte haben.... Und ob er bei Frau Karin oder seiner Mätresse bleibt, ist mir auch völlig schnuppe...
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