Die Linkspartei will den Verkauf von Rüstungsgütern ins Ausland beenden. Was für Folgen hätte das für Deutschlands politische Position? Und was wird aus den Arbeitsplätzen in der Rüstungsindustrie? stern.de untersucht, welche Chancen es gibt, diese Forderungen umzusetzen.

Ein Fall für die Schrottpresse: Ausgemusterte deutsche Panzer© Jens-Ulrich Koch/ddp
Beim Wort genommen "Rüstungsexporte müssen eingeschränkt und schließlich vollständig gestoppt werden." (Positionspapier "Friedenspolitik")
Deutschland ist Exportnation, auch Waffen, Panzer und andere Rüstungsgüter werden ins Ausland verkauft. Monika Knoche, außenpolitische Sprecherin der Linkspartei, erläutert die Forderungen ihrer Partei: "Die Linkspartei hat sich der Friedenspolitik verpflichtet und kann deshalb keine Rüstungslobbyisten-Partei sein. Die Linkspartei setzt auf Konversion. Das meint, dass die Industriezweige der Rüstungsindustrie in zivile Güterproduktion überführt werden. So würden diese Industriezweige sich zukünftig nicht mehr auf Rüstungsgüter, sondern beispielsweise auf die Entwicklung von Hochtechnologie zur regenerativen Energiegewinnung spezialisieren. So blieben die Arbeitsplätze erhalten und neue Produktlinien würden entstehen. Eine Regierung an der die Linkspartei beteiligt wäre, müsste ein dieserart zugeschnittenes Verteidigungsministerium haben."
Matthias Dembinski Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung "Technisch und ökonomisch ist Konversion kein Problem. Nach dem Mauerfall ist das auf weiter Fläche passiert. Die Unternehmen können sich ohne Probleme umorientieren und haben das in vielen Fällen schon bewiesen. Allerdings ist unklar, wie zukünftig die Bundeswehr ausgestattet werden soll."
Rolf Tophoven Institut für Terrorismusforschung und Sicherheitspolitik "Deutschland muss abschreckend wirken gegen die waffenstarrenden Länder im Osten. Wir brauchen eine gewisse Souveränität im Umgang mit Waffen und Waffenexporten. Die Forschung an Rüstungsgütern gehört selbstverständlich mit dazu."
Henning Riecke
Mäßige RealisierungschancenJuristisch wäre ein Stopp der Rüstungsexporte wohl machbar. Allerdings würden die Nato-Partner, die Waffen aus Deutschland beziehen, dies nicht gutheißen. Experten befürchten zudem, dass Arbeitsplätze wegfallen und Deutschland außenpolitisch Einfluss verlieren könnte.
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