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18. April 2009, 12:50 Uhr

SPD rüstet sich für den Wahlkampf

Lohnsteuer-Bonus, gesetzlicher Mindestlohn, Steuererhöhung für Spitzenverdiener - das ist die Munition, mit der die SPD in den Wahlkampf ziehen will. Heute legt die Parteispitze letzte Hand an das Wahlkampfprogramm. Die Kritiker haben sich jedoch bereits eingeschossen.

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Fröhliches Führungsduo: SPD-Chef Franz Müntefering und Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier© Hannibal Hanschke/Reuters

Die SPD-Spitze hat am Samstagmorgen mit ihrer Beratung über das Programm für die Bundestagswahl im September begonnen. Die Sozialdemokraten wollen mit dem Versprechen von Entlastungen für Geringverdiener und Familien mit Kindern in den Wahlkampf ziehen. Außerdem setzt die Partei auf den Ausbau der Bildung. Besonders Vermögende sollen dafür einen Solidarbeitrag leisten.

SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier wies die Kritik der anderen Parteien am Programmentwurf zurück. Die vorgeschlagenen Maßnahmen nützten nicht nur den unteren Einkommensschichten. "Wir entlasten die Mitte durch die Senkung des Eingangssteuersatzes. Und durch mehr Investitionen in die Bildung ihrer Kinder", sagte der Außenminister dem Magazin "Focus". Mit Blick auf Union und FDP fügte er hinzu: "Was wir sagen, ist absolut ehrlich. Wer jetzt riesenhafte Steuersenkungen verspricht, veräppelt die Leute. Das ist unverantwortlich."

Finanzminister Peer Steinbrück verteidigte vor Beginn des SPD-Treffens in Berlin den umstrittenen Steuerbonus. Der Aufschrei der Kritiker zeige, dass die SPD völlig richtig liege. Die Gegner ärgerten sich offenbar, dass sie nicht selbst auf eine solche einfache Lösung gekommen seien. Die SPD will Beschäftigten ohne Nebeneinkünfte künftig einen Bonus geben, wenn sie keine Steuererklärung abgeben. Für Alleinstehende sind 300 Euro vorgesehen, für Verheiratete 600.

Bei der Sitzung von Vorstand, Parteirat und Fraktionsspitze wollen SPD-Linke versuchen, auch die Wiedereinführung der Vermögensteuer im Wahlprogramm zu verankern. Die Parteilinke Andrea Nahles sagte vor der Sitzung, es sei wichtig, dass Vermögende zu einem zusätzlichen Beitrag für die Gesellschaft herangezogen würden. Durch welche Steuer dies geschehe, sei gleich. Steinmeier hatte einer Vermögenssteuer eine klare Absage erteilt.

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt warf der SPD einen Zick-Zack-Kurs in der Steuerpolitik vor. Sie habe über Monate alle Vorschläge zu Steuerentlastungen blockiert, nun in ihrem Wahlprogramm aber eine 180-Grad-Wendung vollzogen, sagte Dobrindt der Online-Ausgabe des "Hamburger Abendblatts". "Die SPD merkt, dass Steuersenkungen ein Mega-Thema im Wahlkampf werden und dass sie dazu überhaupt nichts auf Lager hat. Jetzt verfällt sie in Torschlusspanik und kommt mit einem wirren Sammelsurium an Unausgegorenem daher." Allerdings reichten die SPD-Vorschläge für einen Lohnsteuerbonus und eine Senkung des Eingangssteuersatzes auch nicht aus.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 13)
 
Westerle.Merkwelle (19.04.2009, 21:24 Uhr)
SPD sprüht vor Populismus und Wahlkampfdemagogie
Börsenumsatzsteuer, Vermögensteuer, gesetzlicher Mindestlohn, höherer Spitzensteuersatz, Verbesserung der Hartz IV-Sätze insbesondere für Kinder.... das hört sich gut an. Aber ich frage mich:
Nach der Bundestagswahl im Herbst strebt Franz Müntefering doch eine Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen an. Wie will die SPD Forderungen umsetzen, die sie Zug um Zug bei der Linken kopiert? Vielleicht kann mir das ja mal jemand aus der SPD Wahlkampfzentrale hier begreiflich machen.
Erinnern wir uns: 2005 machte die SPD gegen eine Mehrwertsteuererhöhung und gegen die Rente mit 67 Wahlkampf, um dann die Mehrwertsteuer um drei Prozent und das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre zu erhöhen.
Es ist doch schon jetzt erkennbar, dass die SPD den nächsten großen Wahlbetrug vorbereitet.
lorac (19.04.2009, 20:53 Uhr)
Und wen wollen die Sozis jetzt zum Bock tun?

Hallo, wen wollen die Sozis denn jetzt zum Bock tun?
Vermutlich die die ihre Steuerklärung abgeben!
Ist sehr wahrscheinlich auf Peers Mist gewachsen, da bekommt Frau/mann 1.600 € für Annno 2008 zurück, weil die Erklärung gemacht wird und mit ohne erklärung als Spende vom Staat 300,00 €.
Ja geht das noch?
Für wie Brägenklöterig halten uns die Sozen denn?
Dann lieber ohne Soli, der ist seit der Einheit so unnötig wie ein Kropf, dafür häte man denn auch einen Pudding an die Wand nageln können!
Bienban (18.04.2009, 19:25 Uhr)
Jammern Auf Hohem Niveau Ohne Rezeptur
Kabelmann
Das ist wohl richtig aber beschweren muß man sich bei denen, die die"Fleischtöpfe" geleert haben. Da fallen mir ganz viele Banker, Nieten in Nadelstreifen aus der Wirtschaft und die ganz alltäglich gewordenen "Heuschrecken", Lobbyisten, Energieversorger usw. ein. In jeder Volkswirtschaft dieser Erde hätte das zum Kollaps geführt. Das deutsche Sozialsystem ist beispielhat, ein perfektes System ist Utopie. Jeder muß persönlich die "A...backen" zusammen kneifen und das beste aus dieser Krise machen. Die Gesellschaft wird nur als Solidargemeinschaft funktionieren und nicht mit wohlfeilen christlichen und liberalen Sprüchen. Diese Parteien haben die liberalen selbstregulierenden Märkte gepriesen und bis heute nichts aus diesem Desaster gelernt.
kabelmann (18.04.2009, 17:35 Uhr)
@Bienban
Kleiner Denkansatz: Einem Hartz IV Empfänger hilft der Mindestlohn auch nichts. Nur mal so am Rande.
ganzbaf (18.04.2009, 17:16 Uhr)
Die SPD ist gegen den Mindestlohn

Schon immer gewesen.
Was die wollen ist der Mini-Mindeslohn auf Hartz4 Niveau.
Zorro01 (18.04.2009, 16:09 Uhr)
Wenn Politiker denken...
Finanzminister Peer Steinbrück verteidigte vor Beginn des SPD-Treffens in Berlin den umstrittenen Steuerbonus. Der Aufschrei der Kritiker zeige, dass die SPD völlig richtig liege. Die Gegner ärgerten sich offenbar, dass sie nicht selbst auf eine solche einfache Lösung gekommen seien.

Also: Kacke ist Gold. Man muss nur feste dran glauben!
Bienban (18.04.2009, 16:05 Uhr)
Endliche Eine Vernünftige Ansage
Sachlicher Artikel. Gut so, an der totgesagten und totgeschriebenen guten alten SPD wird man sich noch mächtig reiben. Da können noch so unflätige Kommentatoren unqualifiziert schäumen. Es brüllen immer die am lautesten, die am meisten von Sozial-Demokratie profiteren. 100.000 Euro Jahreseinkommen und dann noch laut schreien! Die Millionen Bürger, die tagtäglich für einen Hungerlohn buckeln haben endlich einen Mindestlohn verdient, schämen sollte sich jeder, der das nur ansatzweise in Frage stellen will. Selbstverständlich müssen Reiche wie in anderen Demokratien auch für Infrastruktur und Bildung zahlen. Wer denn sonst oder immer noch die Kohle aufs Nummerkonto bringen? Soll das gerecht sein?
Oberamtsrat (18.04.2009, 15:57 Uhr)
Steinmeier und die SPD
Wie war das noch bei der letzten Wahl Herr Steinmeier und Herr Müntefering?
Mit uns gibt es keine Mehrwertsteuer-
erhöhung und nach der Wahl waren es 3 Punkte mehr...19 Prozent. Nein danke meine Herren von der SPD. Wer einmal lügt dem glaubt man nicht. Und Sie lügen schon wieder. Nein, diese SPD ist für mich und für viele andere nicht mehr wählbar. Und mit einem Herrn Steinmeier (Schlaftablette der Nation) schon garnicht.
Greeper (18.04.2009, 15:22 Uhr)
@chrgue
Reich bin ich nicht, nein. Ich verdiene nur 100.000 Euro im Jahr. Aber ich habe immerhin genug Verstand zu erkennen, wie diese Regierung uns ausnimmt und belügt. Sie anscheinend nicht. Vielleicht mal über den Horizont der Bildzeitung hinausschauen, das Fernsehen ausmachen und sich informieren. Kleiner Tipp.
chrgue (18.04.2009, 15:09 Uhr)
Wer schreibt hier eigentlich Beiträge?
Sind es nur noch permanent-pessimistische Typen? Sind es nur noch Leute, die arm sind, am Hungertuch nagen, weil es ihnen ach so schlecht geht? Sind es nur noch Menschen, die frustriert sind, weil sie - obwohl nie was richtiges gelernt - noch immer nicht Millionär sind? Geht es uns wirklich so schlecht wie ihr Beitragsschreiberlinge uns weissmachen wollt, oder seid ihr nur alle ganz schön froh, in Deutschland zu sein, um euren Mist anonym abladen zu können?
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