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Guttenberg bei US-Studenten unerwünscht

Seine Plagiats-Vergangenheit holt Karl-Theodor zu Guttenberg auch in den USA ein: Eigentlich wollte er am renommierten Dartmouth College einen Vortrag halten. Doch die Studenten wehrten sich.

  Darf nicht an die Uni: Karl-Theodor zu Guttenberg bei einem Vortrag in der Schweiz Mitte Januar.

Darf nicht an die Uni: Karl-Theodor zu Guttenberg bei einem Vortrag in der Schweiz Mitte Januar.

Nach dem Plagiat-Skandal zog er mit seiner Familie in die USA, doch seine Vergangenheit holt Karl-Theodor zu Guttenberg auch in den USA ein: Am renommierten Darthmouth College wollte Guttenberg einen Vortrag halten, doch Studenten protestierten gegen die Gastvorlesung. Dieser sagte die Einladung des Wirtschaftsnetzwerks "International Business Council" schließlich wieder ab, wie die Uni-Zeitung "The Darthmouth" und die Tageszeitung "Die Welt" berichteten.

Guttenberg sollte an dem College im US-Bundesstaat New Hampshire am Dienstag eine Vorlesung über "transatlantische Wirtschafts- und Sicherheitsbeziehungen" halten. Wegen seiner wissenschaftlicher Verstöße unterzeichneten über 100 Studenten und Dozenten innerhalb von drei Tagen eine Online-Petition gegen den geplanten Vortrag.

Die Petition hatte die deutsche Professorin Veronika Füchtner initiiert. Sie kritisierte Guttenberg darin vor allem dafür, dass er seine zum Teil plagiierte Dissertation als "Fehler" heruntergespielt habe. "Ich war schockiert", sagt Füchtner. Vor allem die Tatsache, dass sich Guttenberg nie entschuldigt habe, sei sehr enttäuschend. Der Protest zeigte Wirkung: Guttenberg verzichtete schließlich "aus persönlichen Gründen" auf seinen Auftritt.

Erboste STudenten auch in Yale

Bereits im November war es dem früheren Verteidigungsminister in den USA ähnlich ergangen. Bei einem Gastauftritt an der Elite-Universität Yale hatten zu Beginn des Vortrags mehrere Studenten demonstrativ den Saal verlassen.

Guttenberg war im Zuge der Plagiatsaffäre im März 2011 von seinem Amt als Verteidigungsminister zurückgetreten. Derzeit wohnt er in den USA und arbeitet unter anderem für das Center for Strategic & International Studies zum Thema transatlantische Zusammenarbeit. Außerdem berät er die EU-Kommission in Internetfragen.

kmi/DPA/DPA

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