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Schelte für die Elite

In seiner letzten Rede als Bundespräsident hat Johannes Rau den Verantwortlichen von Politik und Wirtschaft kräftig die Leviten gelesen:"Das Gefühl, was richtig und angemessen ist, scheint oft verloren gegangen zu sein".

In der letzten großen Rede seiner Amtszeit spricht Bundespräsident Johannes Rau Klartext. Es ist eine Standpauke - und ein Aufruf an alle, die Probleme anzupacken. Zum letzten Mal vor der Sanierung des Amtsitzes füllt sich am Mittwoch der große Saal des Schlosses Bellevue mit fast 300 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Alle bekommen ihr Fett weg. Regierung und Opposition, die Eliten in der Wirtschafts- und Finanzwelt und die Medien.

Doch es ist nicht ein Rundumschlag, den Rau mit seiner Rede "Vertrauen in Deutschland - eine Ermutigung" austeilt, sondern eine wohl dosierte und gezielte Attacke auf eine um sich greifende fröhliche Verantwortungslosigkeit, einen hemmungslosen Egoismus, der sich hinter dem vorgeschobenen Gemeinwohl tarnt. Wer Vertrauen missbraucht, wer nicht das tut, was er sagt, nicht sagt, was er tut, wer seiner Verantwortung nicht gerecht wird, der, so die Analyse des scheidenden Bundespräsidenten, schadet der Gesellschaft, lässt Innovation verkümmern und weist keinen Ausweg aus der selbst beklagten Krise.

Vermächtnis nach einem halben Jahrhundert in der Politik

Es ist Raus "Ruck-Rede". Sein Vorgänger Roman Herzog hatte damit 1997 die Tradition der "Berliner Rede" begründet, die Rau in fünf Grundsatzreden ausgebaut hat. Mit seiner ersten Rede am 12. Mai 2000 zum Zusammenleben von Deutschen und Ausländern gab Rau eine Grundmelodie seiner Amtszeit vor. Die zweite war wahrscheinlich seine schwierigste. Mit seiner Sicht auf den "Fortschritt nach menschlichem Maß" nahm er eine ganz andere Position zur Genforschung ein als Kanzler Gerhard Schröder (SPD). Was damals nur wenige wussten: Unmittelbar nach der Rede stieg Rau ins Flugzeug, um seinen Bruder zu beerdigen, der an Krebs gestorben war. "Ich musste beim Reden mit den Tränen kämpfen", sagt Rau in dem Interview-Buch mit Evelyn Roll. Seine nun letzte "Berliner Rede" ist - wo Rau doch oft klare Aussagen in versöhnende Worte kleidet - seine wohl stärkste und fast so etwas wie ein Vermächtnis nach einem halben Jahrhundert in der Politik.

Keine Wirkung

Als Herzog am 26. April 1997 im wieder erstandenen Luxushotel Adlon direkt neben dem Brandenburger Tor den Verlust wirtschaftlicher Dynamik, die Erstarrung der Gesellschaft und eine unglaubliche mentale Depression beklagte, forderte er, es müsse ein Ruck durch Deutschland gehen. Doch es ging kein Ruck durch Deutschland. Sieben Jahre später kommt Rau zu einem möglicherweise noch schlechteren Befund.

Unmissverständlich ist seine Ansage an die wirtschaftliche Elite, wo manch einer aus Gier ungeniert in die eigene Tasche wirtschaftet. "Das Gefühl, was richtig und angemessen ist, scheint oft verloren gegangen zu sein." Wer denkt da nicht an den Mannesmann-Prozess, wo die Millionenabfindungen für Ex-Konzernchef Klaus Esser und andere wohl nicht justiziabel sind, aber Fragen der Moral schon aufwerfen.

Medien oft verantwortungslos

Oder - ins Stammbuch der Regierung geschrieben - "Florida-Rolf", der zu zweifelhaftem Ruhm gelangte, weil er seine Sozialhilfe in warme Gefilde überweisen ließ. "Da wird ein Fall von angeblichem Sozialmissbrauch im Ausland medial groß aufgemacht - der bei Lichte besehen gar kein Skandal ist - und schon werden die Gesetze geändert." Die Kontrollinstanz der Medien hat nach Beobachtung Raus schon viel Vertrauen verspielt. Die Menschen "haben gelernt, dass man nicht nur mit Schlagzeilen, sondern auch mit Bildern lügen kann, dass halbe Wahrheiten oft schlimmer sind als ganze Lügen, dass nicht alle Themen, die groß aufgemacht werden, wirklich wichtig sind".

Da spricht in seiner letzten großen Rede auch der Verantwortungsethiker Rau, der von Politikern Wertmaßstäbe und Entwürfe für die Menschen einfordert. "Politik muss mehr sein als ein Reparaturbetrieb gesellschaftlicher Verwerfungen."

Norbert Klaschka/DPA/DPA

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