"Null Promille" wird es nicht geben, aber die Bundesregierung erwägt nach den Worten der Drogenbeauftragten Sabine Bätzing ein Rauchverbot in Autos.

In den Gaststätten hat der Bund nicht mehr das Sagen, aber beim Straßenverkehr© Peer Grimm/DPA
"Wir prüfen gerade, ob und wie es möglich ist, Rauchen beim Autofahren zu verbieten", sagte die SPD-Politikerin dem Bremer "Kurier am Sonntag" laut Vorabbericht. Sie selbst halte eine Rauchverbot in Pkw für dringend erforderlich. Zwar bedeute dies einen Eingriff in die Privatsphäre des Einzelnen. "Aber wir müssen uns ernsthaft fragen, ob Verkehrssicherheit und Gesundheitsschutz nicht höher zu bewerten sind." Die Prüfung werde innerhalb der Regierung jetzt weiter vorangetrieben.
Bätzing sagte, wer etwa mit Kindern unterwegs sei und im Auto rauche, handele verantwortungslos. "Im Inneren des Fahrzeuges ist die Gesundheitsgefahr durch den Qualm schließlich um ein Vielfaches höher als in anderen Bereichen."
Mit Blick auf den Nichtrauchergipfel am kommenden Freitag forderte die Drogenbeauftragte die Gesundheitsminister der Länder auf, den Weg für strikte Rauchverbote in Gaststätten frei zu machen. "Die Länder sind in der Pflicht. Wir können uns in Deutschland nicht weiter erlauben, die Gefahren des Passivrauchens zu ignorieren." Zugleich warnte sie vor Ausnahmeregelungen und freiwilligen Lösungen für die Gastronomie. Effektiv seien Regeln nur dann, wenn sie für alle gälten.
Die Bundesländer beraten derzeit, ob ein Rauchverbot auch für Gaststätten erlassen werden soll. Eine von ihnen eingesetzte Expertengruppe hatte sich bereits dafür ausgesprochen. Eine erste Lösung soll der Nichtrauchergipfel in Hannover bringen.
Reuters