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5. Juni 2009, 15:00 Uhr

Innenminister einig über Killerspiele-Verbot

Ein Verbot von Herstellung und Verkauf sogenannter Killerspiele ist ausgemachte Sache. Darauf haben sich die Innenminister der Länder verständigt. Sie hoffen damit, die Tendenz zu mehr Gewalttaten durch Jugendliche zu brechen. Zu diesem Zweck sollen zudem Schusswaffen schwerer zugänglich sein als bisher.

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"Spiele, in denen wirklichkeitsnahes Töten wesentlicher Teil der Handlung ist", sollen künftig weder verkauft noch hergestellt werden dürfen© Michael Urban/DDP

Als Reaktion auf den Amoklauf von Winnenden verlangen die Innenminister der Länder ein zügiges Verbot von Computer-Killerspielen. Auf diese Forderung einigte sich am Freitag die Innenministerkonferenz in Bremerhaven. An alle Länder erging zudem die Empfehlung, den Einsatz minderjähriger Testkäufer zur Aufdeckung illegaler Alkoholverkäufe zu prüfen.

Verboten werden sollen nach Auffassung der 16 Minister und Senatoren Spiele, in denen wirklichkeitsnahes Töten wesentlicher Teil der Handlung ist. Angestrebt wird ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot - und dass "so schnell wie möglich". Nach der Willenserklärung der Minister dürfte das Verbot nun den Gang durch die Instanzen antreten - für den Jugendschutz sind die einzelnen Bundesländer zuständig. Bis zu einer endgültigen Entscheidung ändert sich am aktuellen Rechtsstand nichts. Zu dem ursprünglich ebenfalls vorgesehenen Verbot von Kampfspielen wie "Paintball", "Gotcha" und "Laserdom" wird es dagegen zunächst nicht kommen.

Zugang zu Schusswaffen soll begrenzt werden

Die Konferenz betonte zudem, dass Polizei-Spezialkräfte für den Fall von Amokläufen über eine "sachgerechte Schutzausstattung" verfügen müssen. Zur schnellen Verfolgung sogenannter Trittbrettfahrer, die im Internet Drohungen erheben, seien zudem qualifizierte Ermittler erforderlich. Insgesamt sehen es die Minister angesichts der neuerlichen Amoktat als erforderlich an, "die Verfügbarkeit von Schusswaffen zu begrenzen und den Schutz vor einer missbräuchlichen Verwendung zu erhöhen", wie es in der Abschlusserklärung heißt. Zudem sollen Bund und Länder gemeinsam bis Ende 2012 ein computergestütztes Nationales Waffenregister errichten.

Als eine erste Konsequenz aus dem Amoklauf von Winnenden hatte das Bundeskabinett bereits Ende Mai trotz heftiger Proteste von Sportschützen und Jägern eine Verschärfung des Waffenrechts beschlossen. Geplant sind strengere Kontrollen von Waffenbesitzern, eine Amnestieregelung für illegalen Waffenbesitz und eine höhere Altersgrenze für das Schießen mit großkalibrigen Waffen.

Polizisten brauchen selber Schutz

Mit scharfen Worten prangerten die Minister die wachsende Gewalt gegen Polizisten an. Bundesminister Wolfgang Schäuble (CDU) betonte, die Beamten verdienten den "Schutz und Respekt" der Gesellschaft. Die Länderminister schlossen sich dem Urteil Schäubles an. Die Gewalt treffe aber auch Feuerwehrleute und andere Rettungskräfte. Notwendig sei ein besserer Schutz vor Angriffen. Die Konferenz beauftragte eine Arbeitsgruppe damit, zu prüfen, ob härtere Strafen nötig sind, um mögliche Täter abzuschrecken.

Keine Einigung erzielten die Minister in der Diskussion über ein erweitertes Bleiberecht für geduldete Flüchtlinge. Mehrere unionsgeführte Länder lehnten den Vorschlag der SPD-Seite ab, kurzfristig eine pragmatische Lösung zu verabreden. Damit bleiben zehntausende Betroffene noch monatelang im Ungewissen darüber, ob sie schon zum Jahresende aus Deutschland ausgewiesen werden oder nicht. Geduldete Flüchtlinge bekommen nach der aktuellen Regelung nur dann eine längerfristige Aufenthaltserlaubnis, wenn sie bis Jahresende ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten. Ende Dezember läuft diese sogenannte Altfallregelung aber aus.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 48)
 
Mikeorganizer (08.06.2009, 11:42 Uhr)
Die einfache Wahrheit ist ......
wenn sich Eltern wieder auf die wichtigen Dinge wie Erziehung und das vermitteln von Werten konzentrieren könnten gäbe es diese Probleme nicht. Aber die sind so sehr damit beschäftigt ein halb lebenswertes Leben zu erarbeiten damit sie die unverschämten Abgaben und Geldverschwenderallüren unserer Politik und Eliten zu finanzieren, das hierfür keine Zeit mehr bleibt. Nicht Waffen und Killerspiele töten Menschen, sondern Politik und deren Auswirkungen töten Menschen. Der Verlust von Identität, Ehre, und Respekt aber vor allem das ständige einbleuen der Kriegsschuld soll uns leichter lenkbar machen aber ist letztendlich auch der Zünder für einen alles vernichtenden Aufschrei des Volkes für Gerechtigkeit und lebenswertes Leben.
Mikeorganizer (08.06.2009, 11:10 Uhr)
Ich hätte da eine Idee......
da haben sich Politiker mit Steuerhinterziehung und dubiosen Geldgeschäften in die Schlagzeilen gebracht. Daher bin ich nun auch dafür die Politiker zu verbieten da diese Ämter ganz offensichtlich zu illegalen oder verbrecherischen Aktionen führen könnten. Wenn schon ein Killerspielverbot dann auch konseqenterweise ein Politikerverbot. Die sind in meinen Augen viel gefährlicher und töten Menschen indirekt.
Mikeorganizer (08.06.2009, 10:57 Uhr)
Schwachsinn......
blinder Aktionismus war schon immer ein Instrument der Politik wenn sie von Dingen einfach nichts versteht. Die sind so sehr damit beschäftigt sich und ihresgleichen die Steuergelder zu zuschustern das für klare Entscheidungen kein Platz mehr bleibt. Bald haben wir Zustände wie in George Orwells 1984. Danke an das Deutsche Volk das ihr das zugelassen habt in dem ihr solche Volksverräter gewählt habt. Ich kann nur hoffen das wir endlich aufstehen und ein Tribunal diese Leute mit aller menschenverachtender Härte richten wird.
sedanon (06.06.2009, 11:15 Uhr)
Ist der Geist erst einmal aus der Flasche, s. Wiefelspütz.
Kaum wird ihnen der kleine Finger gereicht....
-
Ausgerechnet halbdebile Politiker, die es kaum schaffen, am PC ein Programm unfallfrei aufzurufen, wollen erwachsenen Menschen vorschreiben, was sie zu tun und zu lassen haben :
http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5hTngECj7FoPfedBJMc51CoFsR9Vg
ganzbaf (06.06.2009, 09:06 Uhr)
Endlich

Jetzt muß nur noch das Tempolimit auf BABs kommen. Da ist das "Austobargument" nämlich genauso fehl am Platze.
zaxxon (06.06.2009, 08:02 Uhr)
verhältnismäßig?
tote durch alkohol jedes jahr: ca 40000
tote durch mangelnde hygiene in krankenhäusern jedes jahr: ca 20000
diese liste könnte man endlos weiterführen...und es wird nichts unternommen!
so schrecklich amokläufe auch sind, jeden tag sterben ca 13 menschen im deutschen straßenverkehr...werden deshalb autos verteufelt?
der zusammenhang zwischen amoklauf und shootern ist überhaupt nicht nachgewiesen...schwedische wissenschaftler sehen diesen zusammenhang nicht!
ich lasse mir von keinem staat der welt vorschreiben, welche spiele ich (40jahre) spiele oder welche nicht!
an alle gamer: wählt am sonntag, und zwar die PIRATEN!
AST61 (06.06.2009, 01:26 Uhr)
@Serienfan
danke für den Superkommentar:-)
muzza (06.06.2009, 00:09 Uhr)
@serienfan
Hier meine Lösungen für Ihr Problem.
Gymnasiasten-[B]eschränkt-[R]esultatlos- [D]irigierbar-Gütesiegel in der Priorität eine Stufe herab setzen (sollte wohl nicht schwerfallen). Führerschein machen (Mofa ist auch o.k.). Das Wochenende wie ein normaler Mensch verbringen.
Serienfan (05.06.2009, 23:30 Uhr)
Killerspiele
Keine Frage, was sich heutzutage mit vielen Jugendlichen (wozu ich auch zähle) abspielt kann einen sprachlos stimmen. Vandalismus, Mobbing und Übergriffe - nicht nur auf gleichaltrige, sondern auch auf ältere Personen - werden langsam zum Alltag. Und es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Medien damit direkt in Kontakt stehen. 
Es mag erschreckend erscheinen, wenn im Bus darüber philosophiert wird, welches Spiel die grausamsten Tötungsarten darbietet und somit das größte Spaßpotenzial bietet. Aber solange es in den Köpfen als virtuelles Erlebnis gespeichert bleibt, wird es noch lange nicht zur Realität - und das sage ich als Spieler. Spiele können durchaus als "Puffer" wirken, indem sie Stress abbauen. Zum Problem werden sie, wenn man anfängt das Geschehen zu emotionalisieren. Es ist komisch, wenn 9-Klässler sich lieber über die Schussgeschwindigkeit und den Rückschlag einer AK-47 unterhalten, als über möglichen Schulstoff. Und das zeigt sich auf allen Bildungswegen. 
Ich muss zugeben, dass ich Haupt-/Realschülern skeptisch gegenüberstehe. Das heißt nicht, dass ich alle Schüler dieser Bildungssysteme in die gleiche Schublade stecken möchte, aber Leuten, die Sätze wie "Halt die Schnauze, du Fotze!" benutzen, strahlen nicht gerade eine einladende Wirkung auf mich aus. Aber zurück zum Thema. Nicht nur diese, sondern auch Gymnasiasten spielen gelegentlich gerne mal einen Egoshooter (mich inbegriffen) - und sehr "emotional Veranlagte" gibt es überall. Es scheint nur so, dass gerade auf Hauptschulen, wo, wie allgemein bekannt, die Gewaltbereitschaft höher ist und somit auch die Grenze zur reellen Gewalt kleiner ist, Videospiele eine größere Angriffsfläche besitzen. 
Doch man sollte sich fragen, ob nur "Killerspiele", wobei der Begriff nicht einmal richtig definiert ist, der Grund für Übergriffe sind. Was ist mit Rap, Hip-Hop und anderen Medien, die zu Gewalt, Sex usw. aufrufen? Stoppt man durch ein Verbot von Shootern Mobbing an Schulen oder verhält es sich mit dem Gewaltpotential genau andersherum? 
Ich bin erschüttert, wenn ich mir im Bus anhören muss, wie Jugendliche - die ich ja eigentlich verstehen sollte - sich darüber freuen, wie sie eine Bahn demoliert haben indem sie die Sitze herausgerissen haben. Warum sprühen Teenager Graffiti an die Wand und lungern mit Alkohol in der Hand wo auch immer sie nur können herum - dazu noch bereit mit Beleidigungen an jeden Passanten? Ist das wirklich eine Auswirkung von Videosspielen? Oder ist es vielmehr eine Reaktion auf Langeweile, Perspektivlosigkeit und die Dreistlosigkeit zu denken, alles tun zu können, was man will. 
Ich bin durchaus der Meinung, dass Videospiele aus manchen Menschen Waffenfetischisten machen können und somit zu einem Amoklauf möglicherweise beitragen. Doch die Umstände wie Mobbing usw. könne auch zu letzterem führen. Aber nur weil möglicherweise einige Personen nicht richtig mit dieser Art von Medium umgehen können sollen viele andere bestraft werden? Wie ich bereits erwähnt habe, spiele ich auch gerne mit Freunden Shooter, schieße gerne auf ihre animierten Ebenbilder. Doch dies lässt mich nicht - und soweit ich das beurteilen kann meine Freunde auch nicht - zu Amokläufern programmieren. In der Realität verabscheue ich Gewalt und finde diese Übertragung auf die Wirklichkeit lächerlich. Manche tun so, als wären sie bereits jahrelang beim Militär und hätten langjährige Waffenerfahrung, könnten aber keiner Fliege etwas zu leide tun. Auf der anderen Seite gibt es immer wieder Querschläger, bei der sich aus der Kombination von Realität (Verzweiflung) und Virtuellen Welten (Waffenfetischismus) ein Amoklauf entwickelt.
Soll nun aber letzteres bedeuten, dass Shooter verboten werden sollten? In meinen Augen nicht. Auch wenn viele Leute, die nie zuvor ein Spiel gespielt haben (und dazu zähle ich 99,9% der Politiker) eine solche Darstellung von Gewalt nicht gutheißen und auch keinen Grund verstehen, wie man an so etwas Spaß haben könnte, so zeigen die Verkaufszahlen ein doch sehr deutliches Bild. Millionen Spieler weltweit können mit Gewaltdarstellungen in Videospielen vernünftig und erwachsen umgehen - und für diese Altersgruppe sind solche Spiele nunmal geschaffen. Es ist nur wie immer, dass die Negativbeispiele leider alle anderen Beispiele komplett überdecken und somit aufheben. Bei diesen kann man sich nur herzlichst "bedanken".
Für die Zukunft der Gamer in Deutschland sieht es jedenfalls düster aus. Die CDU/SPD arbeiten zusammen gegen den "Feind" und die Lage scheint aussichtslos. Heute ist ein trauriger Tag für leidenschaftliche Spieler, fragt sich nur welche Medien als nächstes zensiert werden, bis wir die Lösung auf unser Problem gefunden haben.
globalhumanist (05.06.2009, 22:04 Uhr)
Herstellung und Verkauf...
sollen also verboten werden. Soso.
Wie steht es mit Tausch, Miete und Besitz?
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Und was ist mit den Abermillionen bereits in Besitz befindlichen "Metzelblutrauschkillerspielen"? Endlich ein Allgemeingrund für die bundesweite Hausdurchsuchungswelle oder duldet man diese "Altbestände"?
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Einfach nur läcerlich dieser blinde Aktionismus. *Gähn.*
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Also, alle weg vom Rechner und rein in die Schützenvereine! Es ist politisch so gewollt. Die Frage stellt sich aber, ob die Politiker ein Volk unter Waffen wirklich wünschen, wenn sie sich denn mal in einer weniger weltfremden Minute ihrer "Leistungen" bewußt werden...
(ich an denen ihrer Stelle hätte die Hosen gestrichen voll!)
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