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22. Dezember 2008, 08:00 Uhr

Schäuble sieht Chancen für NPD-Verbot

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble sieht ein erneutes NPD-Verbotsverfahren nicht ohne Chancen. Voraussetzung dafür sei eine "klare, beweiskräftige Verbindung" zwischen der NPD und gewalttätigen Organisationen, sagte der CDU-Politiker.

NPD-Verbot, Schäuble, Innenminister

Gibt einem NPD-Verbot unter bestimmten Voraussetzungen gute Chancen: Innenminister Wolfgang Schäuble© Michael Kappeler/DDP

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hält ein neues Verbotsverfahren gegen die rechtsextreme NPD nicht für chancenlos. Polizei und Verfassungsschutzbehörden müssten verstärkt die gewalttätigen Organisationen des rechten Spektrums im Auge behalten, sagte Schäuble in der ARD. "Wenn man eine klare, beweiskräftige Verbindung zwischen der Partei und diesen gewalttätigen Organisationen und den Gewalttaten ziehen kann, dann kann sich die Sache auch neu darstellen", betonte der CDU-Politiker.

Wenn ein Verbotsverfahren angestrengt werde, dürfe dieses allerdings nicht scheitern. Das Problem mit den V-Leuten bleibe bestehen, warnte der Minister. Das Bundesverfassungsgericht hatte 2003 einen ersten Versuch für ein NPD-Verbot gestoppt, weil sich das Belastungsmaterial in erheblichem Umfang auf Aussagen dieser verdeckten Ermittler stützte.

Die Debatte über einen neuen Anlauf zum Verbot der NPD hatte nach dem Mordanschlag auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl neue Nahrung bekommen. Ein Unbekannter hatte Mannichl mit einem Messer schwere Verletzungen zugefügt und dabei rechtsextreme Drohungen ausgestoßen.

Schäuble sagte, um gegen gewalttätige Gruppen vorzugehen, müssten alle polizeilichen Mittel eingesetzt werden. Auch sei zu prüfen, ob die Erteilung von Genehmigungen für Demonstrationen strenger gehandhabt werden könnten, wenn aus diesen Veranstaltungen heraus regelmäßig Gewalttaten verübt würden.

Vor wenigen Tagen hatten sich die Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer nicht auf einen neuen Anlauf für ein Verbotsverfahren verständigen können, weil sie die Erfolgsaussichten unterschiedlich einschätzten. Die SPD-Länder konnten sich nicht mit dem Vorschlag durchsetzen, eine Arbeitsgruppe mit der Prüfung zu beauftragen.

Reuters/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 28)
 
Tante-Ingeborg (24.12.2008, 15:00 Uhr)
Verfassung?
ich höre immer wieder Verfassung. Wir haben aber keine, auch nicht 20 Jahre nach der Wiedervereinigung. Das Recht auf eine Verfassung wurde uns aber im GG garantiert.
Artikel 146
Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.
Warum also nutzt niemand die Chance und jagt die Volkszertreter in die Wüste?
endbenutzer (22.12.2008, 14:38 Uhr)
@esopherah:
"...Das ist das gegenteil von demokratie und meinungsfreiheit..."
.
Noch was: Mal angenommen, die NPD würde die Bundes... sorry..natürlich "Reichsregierung" stellen. Glaubt du im Ernst, wir hätten dann noch Meinungsfreiheit in Deutschland? Bücher würden wieder brennen und Linke wären schneller interniert, als sie ihre Koffer packen könnten. Junge: Wach doch auf!
endbenutzer (22.12.2008, 14:25 Uhr)
@esopherah:
Ich würde an deiner Stelle mal das Parteiprogramm der NPD und die Äußerungen seiner Mitglieder durchlesen. Vielleicht wird dann einiges klarer. Lesen bildet. ;-)
esopherah (22.12.2008, 13:58 Uhr)
@endbenutzer
du zeigst dein fehlendes verständnis wieder, indem du eine partei als antidemokratisch wertest und ihr verbot willst. Damit willst du faktisch nichts anderes als meinungen, die dir nicht gefallen, zu verbieten. Das ist das gegenteil von demokratie und meinungsfreiheit....
Blacky007 (22.12.2008, 10:57 Uhr)
@endbenutzer - die zweite
Eigentlich wollte ich noch weiter schreiben, aber bin mal wieder versehentlcih auf meine Maus-Entertaste gekommen :)
>>>Ihr Zitat: es wäre zunächst mit hohen Kosten verbunden, denn schließlich muss eine neue Partei erst einmal bekannt gemacht werden
endbenutzer (22.12.2008, 10:57 Uhr)
@blacky007:
Auch so kann man eigentlich wichtige Themen zerreden. Hilft es vielleicht, wenn ich mich in aller Form entschuldige? Dann mache ich das jetzt. Und nochmal: Natürlich sind die Gedanken frei. Und Meinungen ebenfalls. Dennoch kann es nicht angehen, dass eine Partei wie die NPD weiter ihren Müll verbreiten darf und dass auch noch finanziert über Steuergelder. Ich denke nicht, dass es der Meinungsfreiheit im Lande schaden würde, wenn man die NPD auflösen würde. Komisch finde ich in dem Zusammenhang jedoch immer, dass bei einem Verbot der Linken die meisten Menschen ganz sicher nicht die Meinungsfreiheit in Gefahr sehen würden..
Blacky007 (22.12.2008, 10:43 Uhr)
@endbenutzer
Die Frage, die Sie stellten lautete:
Versucht der NPD-Kader es nun auf diese Art?
Dies Fragestellung unterstellt klar und deutlich, dass wir der NPD angehörig sind - denn: WIR -also NPD Angehörige- versuchen mit unseren Kommentaren hier gegen ein Verbot zu wehren...
Auch kann ich nicht nachvollziehen, woraus Sie schließen, ich würde mich vehement gegen ein Verbot der NPD äußern?
Ich gab lediglich zu bedenken, dass Verbote gegen Gedankengut nicht funktionieren und ich die Bestrebungen von Schäuble als mehr oder weniger heiße Luft empfinde.
>>>>Ihr Zitat: es wäre zunächst mit hohen Kosten verbunden, denn schließlich muss eine neue Partei erst einmal bekannt gemacht werden
endbenutzer (22.12.2008, 10:39 Uhr)
@esophera:
Damit hab ich kein Problem. Du kannst mir Fragen stellen wie du willst. Ich fühle mich dadurch nicht beleidigt. Trotzdem möchte ich gerne wissen, weshalb ich das demokratische Prinzip angeblich nicht verstehen würde, nur weil ich für die Abschaffung einer antidemokratischen Partei bin.
esopherah (22.12.2008, 10:26 Uhr)
@endbenutzer
du hast blacky und mich in die rechte ecke mit deiner frage gestellt. Nur eine frage gestellt?
genauso als wenn ich fragen würde: endbenutzer, du bist schon lustig, bist du ein arschloch? (reines beispiel ohne wertung)
auch das ist eine frage....
Und weil du so schön beschreibst, dass du demokratie nicht verstanden hast: Ja, es ist existenziell für unser land und die meinungsfreiheit, ob eine partei willkürlich verboten werden kann oder nicht.
kaisergarten (22.12.2008, 10:06 Uhr)
Wehrhafte Demokratie.
Wenn eine Verbotsmöglichkeit der NPD besteht sollte man diese ergreifen. Aber bitte keine Showveranstaltung, die hinterher nichts bringt, außer Werbung für die braune Soße. Ich bezweifle aber, dass sich aus dem Mordanschlag eine Verbindung konstruieren läßt. Leider (oder gut so) muss es eben echte Beweise geben und keine Pauschalverurteilungen. Auch wenn ich diese braunen (oder was auch immer) Schläger hasse - durch ein NPD Verbot werden wir diese Typen nicht los.
PS: Vielleicht sollten wir lieber eine der Dubai Inseln kaufen und die Typen da hin verbannen - auf Dauer sicher billiger.
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