7. August 2012, 08:49 Uhr

Experten zweifeln an Ausstieg aus der rechten Szene

Trotz des Austritts von Michael Fischer aus der NPD zweifeln Experten, ob der Lebensgefährte der Olympia-Teilnehmerin Nadja Drygalla dem Rechtsextremismus tatsächlich abgeschworen hat.

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Das Video im Wortlaut: Ihr Freund habe mit der Sache gebrochen, sie selbst hätte ohnehin nie etwas damit zu tun gehabt. Mehr...

Das gab die Ruderin Nadja Drygalla bekannt. „Die Sache“ ist nichts anderes als die rechtsextreme Gesinnung ihres Freundes Michael Fischer. Für die Rechtsextremismus-Expertin Anetta Kahane ist dessen NPD-Austritt im Mai aber kein Zeichen für einen Sinneswandel. O-Ton: Anetta Kahane, Rechtsextremismus-Expertin „Nicht mehr Mitglied der NPD zu sein, was heißt das, das heißt gar nichts. Das heißt nur, dass er nicht mehr Mitglied der NPD ist. Wenn er zumindest gesagt hätte, er wendet sich von dem nationalsozialistischen Gedankengut ab, das hätte man dann wenigstens zur Kenntnis nehmen können, aber das hat er auch nicht getan. Also für mich ist das überhaupt nicht glaubwürdig, dass dieser Mann sich in irgendeiner Form von den eigenen Szeneleuten distanziert, das glaube ich auf keinen Fall.“ Für die Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung gegen Rechtsextremismus und Rassismus besteht kein Zweifel an der Gesinnung von Drygallas Freund. Wie es mit ihr selbst steht, ist indes eine andere Frage. O-Ton: Anetta Kahane, Rechtsextremismus-Expertin „Aber zu sagen ich distanziere mich heißt noch gar nichts. Wovon distanziert sie sich, von ihrem Freund? Von der NPD? Da ist mehr gefragt, da muss sie schon klar sagen, was sie für problematisch hält und was nicht.“ Bundesverteidigungsminister de Maiziere hat unterdessen Partei für die Ruderin ergriffen und mehr Zurückhaltung angemahnt. Für ihn hat sich Drygalla ausreichend von rechtsextremistischem Gedankengut distanziert. Der Fall wird in den kommenden Tagen und Wochen auch die Politik beschäftigten. Im September will sich der Sportausschuss des Bundestages damit befassen. Schließen

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