. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
28. Januar 2008, 10:55 Uhr

Linkspartei will Ypsilanti mitwählen

Sie gehört zu den Siegern der hessischen Landtagswahl: Die Linkspartei. Entsprechend selbstbewusst hat Parteichef Lothar Bisky im stern.de-Interview durchblicken lassen, dass seine Partei durchaus bereit wäre, eine rot-grüne Koalition zu tolerieren. SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti hatte genau das ausgeschlossen. Von Hans Peter Schütz

Bietet einer rot-grünen Koalition in Hessen unter Führung der SPD-Spitzenfrau Andrea Ypsilanti die Duldung durch die Linkspartei an: Lothar Bisky© Plambeck/Laif

Die Linkspartei ist offensichtlich bereit, Andrea Ypsilanti, die Spitzenkandidatin der SPD im hessischen Landtag mit zu wählen, wenn sie für das Amt des Ministerpräsidenten kandidiert. Der Vorsitzende der Linkspartei, Lothar Bisky, sagte stern.de am Montagmorgen auf die Frage, ob die Linkspartei eine SPD geführte Regierung in Hessen tolerieren würde: "Was Tolerierung angeht, das hängt von Inhalten ab. Aber es gibt ja eine Wahl des Ministerpräsidenten oder der Ministerpräsidentin. Ich hab mir sagen lassen, auch in Hessen sind Wahlen geheim und da kann ich mir vorstellen, dass die eine oder andere Stimme von der Linken kommen könnte - wenn Ypsilanti antritt. Wir sind nicht so kleinlich."

Koalitionsblockade nach der Wahl

Die hessische Landtagswahl vom Sonntag hat den Parteien eine Vielzahl möglicher Koalitionsvarianten beschert. Gleichzeitig sträubt sich derzeit noch bei jeder Variante mindestens einer der notwendigen Partner. Eine große Koalition? Lehnt die SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti ab. Eine Ampel von SPD, FDP und Grünen lehnt die FDP ab, eine Jamaika-Variante von CDU, FDP und Grünen wird derzeit gar nicht ernsthaft diskutiert. Ein rot-rot-grünes Bündnis von SPD, Grünen und Linkspartei lehnen SPD und Grüne ab. Eine andere Variante wäre eine rot-grüne Allianz unter Tolerierung der Linkspartei. Das bietet Bisky in dem stern.de-Interview an. Dass die SPD eine möglicherweise von ihr geführte Regierung so sehr vom Gutdünken der Lafontaine-Partei abhängig macht, ist aber unwahrscheinlich.

"Ypsilanti hat sich gefesselt"

Bisky sagte, die hessische Spitzenkandidatin Ypsilanti habe sich durch ihre Absage an die Linkspartei vorab unnötig gefesselt. Ohne die Linkspartei werde sie es jedoch schwer haben, ihre politischen Ziele durchzusetzen. "Die Linke in Hessen hat sich nicht selbst neutralisiert. Frau Ypsilanti hat sich gefesselt, in dem sie gesagt hat, nie mit der Linkspartei. Wie sie aus dieser Fesselung rauskommt, weiß ich nicht. Ob sie jetzt mit der FPD den Mindestlohn durchsetzen will oder mit dem Vertreter von Koch eine Ehe eingeht, ich weiß es nicht, aber das ist ihr Problem, nicht mein Problem." Die SPD unterlag der CDU bei der Wahl am Sonntag mit einem Abstand von einem Zehntelprozentpunkt. Drittstärkste Partei wurde die FDP, viertstärkste die Grünen. Die Linkspartei zog nach einer Zitterpartie am Abend mit 5,1 Prozent und sechs Mandaten in den hessischen Landtag ein. Auch in Niedersachsen schaffte sie den Sprung ins Parlament.

"Wir sind die fünfte Partei"

Das Abschneiden der Linkspartei insgesamt in Hessen und Niedersachsen wertete Bisky als einen "Meilenstein auf dem Weg zu einer gesamtdeutschen Partei. Ich sage nicht, dass wir dort endgültig angekommen sind. Wir müssen daran denken, dass wir nicht nur in Dresden, Leipzig und Potsdam, sondern auch in Wiesbaden, Hannover und demnächst auch in Hamburg Aufgaben haben. Und das ist ein schönes Gefühl." Er betonte weiter: "Wir sind die fünfte Partei, wir haben die Parteienlandschaft verschoben. Und das ist gut so." Bisky zeigte sich erfreut, "dass der Koch mit der etwas merkwürdigen Neuauflage des Kalten Krieges gescheitert ist wie mit der Ausländerfeindlichkeit auch." Zu den Chancen seiner Partei bei den kommenden Wahlen im Stadtstaat Hamburg zeigte sich Bisky optimistisch: "Sicher ist nie etwas. Ich warne ausdrücklich meine Parteifreunde, sich zu sicher zu fühlen. Wir müssen kämpfen. Aber wir können kämpfen und in Hamburg können wir reinkommen."

CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer ermahnte die SPD am Montag, sich klar von der Linken abzusetzen. Nach den Wahlen in Niedersachsen und Hessen werde die Arbeit in der großen Koalition "wohl nicht einfacher werden", sagte Ramsauer vor Beginn der CSU-Vorstandssitzung in München. Für die SPD sei der Einzug der Linken in westdeutsche Parlamente "verheerend". Sie müsse die Linke jetzt "klar bekämpfen".

Von Hans Peter Schütz
 
 
KOMMENTARE (10 von 46)
 
Digitalus (29.01.2008, 17:16 Uhr)
Bevor...
wir hier weiter auf den "Weltsozialismus " abheben, sollten wir uns vielleicht wieder in die Niederungen der deutschen Länderpolitik begeben.
@Dirk: Ich bin kein Freund von Koch, aber ein Schleimer ist er nicht. Jemand der offensiv ohne Rücksicht auf Verluste seinen Wahlkampf führt, ist mit Sicherheit kein Schleimer.
Der 2.Punkt: Ich weiß nicht woher Sie ihre Sicherheit nehmen, dass Ypsilanti mit den Linken koaliert. Aus meiner Sicht wäre das sehr wünschenswert aber Ypsilanti hat sich im Vorhinein zu sehr festgelegt und damit ihre eigenen Möglichkeiten verbaut.
Sie sagt mit der CDU gehts nicht weil die Programme zu unterschiedlich sind. Ok. Stattdessen buhlt sie nun um die Gunst der FDP! Ich wusste nicht das die FDP ein so linkes Programm hat, dass es mit Ypsilanti Sinn machen würde.
Realistischerweise sehe ich folgende Lösung: Große Koalition mit einem MP aus der CDU.
Das gefällt mir überhaupt nicht, scheint mir aber die realste Variante zu sein.
ganzbaf (28.01.2008, 23:56 Uhr)
Ach herrje...
ich meinte doch auch Venezuela, Cuba und Norwegen... ;-D
Dirk_37 (28.01.2008, 22:56 Uhr)
@ganzbaf
Ich zitiere:
in Cuba, Chile und Norwegen hat der Sozialismus die reinsten Paradiese entstehen lassen...
So so, also mal eines vorweg: in Norwegen lebt es sich tatsächlich gut, das hat aber ganz andere Gründe als Ihr vermeintlicher Siegeszug des Weltsozialismus. Weder in Chile und schon gar nicht in Kuba sind Paradiese entstanden, höchstens für johlende Touris, die Menschen werden dort vielfach nicht mitgenommen. Nachdem ich nun zufällig in allen drei von Ihnen benannten Ländern gearbeitet habe, Chile übrigens erst vorigen Dezember, kann ich aus eigener Erfahrung sagen, das Sie hier leider wieder mal nur Bockmist erzählen.
Ich stehe Ihnen ja die Träumerei vom Weltsozialismus etc zu, aber schreiben Sie doch dann eher etwas, das mehr Wahrheitsgehalt hat. Und noch was: ich mag Koch auch nicht, er ist ein schleimiger Typ, aber er hat immer noch die meisten Stimmen erhalten. Als damals Stoiber mit wenigen Tausend Stimmen die Wahl gegen Schröder verlor waren Sie doch auch ganz eindeutig vom Sieg des Altkanzlers überzeugt! Und nun passt es Ihnen und Ihresgleichen nicht in den Kram, das die Heulsuse Y die Wahl eben nicht gewonnen hat, so einfach ist das. Trotzdem wird sie koalieren, da bin ich sicher, mit den dunkelroten und grün. Da leg ich doch mal ganz bequem die Füße hoch und schaue zu, wie Hessen sich in Zukunft entwickelt. Und gemeinsam streiten wir beide dann weiter, nur bitte ohne Beleidigungen, das können Sie doch! MfG Dirk
ganzbaf (28.01.2008, 22:13 Uhr)
Die Denkphase...
habe ich löblich abgeschlossen. ;.P
Spocks_Kommentar (28.01.2008, 17:51 Uhr)
@ganzbaf
Selber he, ich auch!!!!!!!
Gibt noch mehr Beispiele: Vietnam, viele Staaten in Mittel- und Südamerika und so weiter.....
Bikini und Muroroa, auch ganz toll dort, strahlende Zukunft.....
Nochmal: Erst denken, dann schreiben!
ganzbaf (28.01.2008, 17:39 Uhr)
He, ich hab das ernst gemeint!
(-:
Spocks_Kommentar (28.01.2008, 17:13 Uhr)
@ganzbaf
Klar, Afganistan und dem Irak geht es unter der Schutzmacht der freien Welt und dem Hort der Marktwirtschaft Amerika ganz prächtig..... So ein Wohlstand aber auch wohin man schaut....
Erst Hirn einschalten, dann schreiben!
ganzbaf (28.01.2008, 16:04 Uhr)
Quasch....
in Cuba, Chile und Norwegen hat der Sozialismus die reinsten Paradiese entstehen lassen... ;-PP
Digitalus (28.01.2008, 16:03 Uhr)
Kindisch
Nach dem sehr erfolgreichen Wahlkampf Ypsilantis, verhält sie sich jetzt ausgesprochen kindisch und unprofessionell.
Sie mahnt bei der FDP "staatsbürgerliche Verantwortung" an um sie für eine Koalition zu gewinnen. Das die FDP dankend ablehnt ist logisch. Es gibt inhaltlich kaum Schnittpunkte.
Die gäbe es aber mit der Linken.
Hier fehlt es aber Ypsilanti an Professionalität und an Gewicht sich in ihrer eigenen Partei durchzusetzen.
Anstattt die Chance wahrzunehmen um mit der vorhandenen Mehrheit aus SPD+Grüne+Linke ihre Programmatik umzusetzen, verprellt sie den offensichtlichen Wählerwillen und verspielt damit ihren Wahlsieg.
Eine solche Haltung ist unprofessionell und kindisch.
Giubar (28.01.2008, 16:00 Uhr)
LInks links liegen lassen
Hoffentlich bleibt die SPD in Hessen verlässlich und läßt die Linken wie angekündigt aus dem Spiel. Der Linkspartei sollte man mit ihren verquasten Ideen keine Spielwiese bieten, schon gar nicht in den alten Bundesländern. Sozialistisches Gedankengut ist schon überall gescheitert, das muß nicht erst bewiesen werden. Diese Klassenkampftheorien sind mehr als gestrig, also vorgestrig.
MEHR ZUM ARTIKEL
Wahlabend in Wiesbaden Kochen mit 0,1 Prozent

Kaum hatte der Wahlleiter bestätigt, dass die CDU mit 0,1 Prozentpunkten Vorsprung stärkste Kraft bleibt, jubelten sich die Konservativen im Fraktionssaal die Kehlköpfe wund. Das ändert indes nicht die politische Diagnose: Roland Koch wird in die Geschichte eingehen - als bester Wahlkampfhelfer der SPD. mehr...

Landtagswahl in Hessen Koch kriecht an Ypsilanti vorbei

Roland Kochs CDU hat die SPD Andrea Ypsilantis doch noch denkbar knapp geschlagen. Aber was nun? Große Koalition? Ampel? Jamaika? Oder gar: Rot-Rot-Grün? Weil die Linkspartei den Einzug in den Landtag geschafft hat, sind allerlei bunte Koalitionen denkbar - jede wird jedoch von mindestens einem möglichen Partner ausgeschlossen. mehr...

Landtagswahl in Hessen Alles hängt an der Linkspartei

Soviel ist klar: Roland Koch ist bei der Landtagswahl in Hessen mächtig abgestraft worden, die SPD liegt knapp vor der CDU, SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti kann triumphieren. Das war's aber auch schon mit der Klarheit. Weil die Linkspartei in den Hochrechnungen mal ins Parlament kommt, mal nicht, ist völlig offen, wer künftig regiert - und was aus Koch wird. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe