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29. Januar 2008, 07:52 Uhr

SPD buhlt um die FDP

Schwierige Regierungsbildung in Hessen: Weil es für rot-grün allein nicht reicht, spricht SPD-Fraktionschef Peter Struck ein Machtwort. Koch sei klar abgewählt worden, die FDP müsse Verantwortung übernehmen. FDP-Chef Westerwelle lehnte ein Bündnis erneut ab.

Der Grünen-Vorsitzende in Hessen, Tarek Al-Wazir und Andrea Ypsilanti, SPD, sind sich einig - für eine Ampel-Regierung würde nur noch Jörg-Uwe Hahn von der FPD fehlen© Arne Dedert/DPA

SPD-Fraktionschef Peter Struck hat die FDP in Hessen aufgefordert, ihren Widerstand gegen eine Ampelkoalition mit SPD und Grünen aufzugeben. "Die FDP muss sich entschließen, Verantwortung in der Landespolitik zu übernehmen oder von der CDU in der Opposition untergebuttert zu werden", sagte Struck der "Berliner Zeitung" vom Dienstag. Struck und die SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti betonten zugleich, Koch sei klar abgewählt worden. "Die Menschen wollen ihn nicht mehr haben, das ist doch völlig klar", sagte Struck.

FDP-Chef Guido Westerwelle lehnte ein Bündnis mit SPD und Grünen erneut ab. Seine Partei werde hier Wort halten. "Die Bürger wollen ein Kontrastprogramm zum Linksrutsch. Sie können sich dabei auf die FDP verlassen", sagte er der "Bild"-Zeitung. Die Politik von SPD und FDP in Hessen passe nicht zusammen.

Berlins Regierender Bürgermeister, Klaus Wowereit, lehnte für die SPD eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei in Hessen ab. Die dortige Linke sei nicht regierungsfähig, sagte er der "Süddeutschen Zeitung". "Das gilt auch für Niedersachsen und Bremen, für den Westen insgesamt", fügte er hinzu. Wowereit lehnte es aber ab, die Linke prinzipiell als Partner auszuschließen. Er sei hier gegen Tabus.

Im Wiesbadener Landtag verfügen weder CDU/FDP noch SPD/Grüne über ausreichend Mandate, um die nächste Regierung bilden zu können. SPD-Spitzenkandidatin Ypsilanti sieht nach eigenen Worten derzeit keine Chance für eine große Koalition mit der CDU. Dies gelte selbst wenn Koch auf das Amt des Ministerpräsidenten verzichten würde, sagte sie in der ARD.

Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 34)
 
Oetker333 (29.01.2008, 18:47 Uhr)
Klartext!
Die SPD ist größte Partei in Deutschland! Die Union ist keine Partei sondern besteht aus den Parteien CDU und CSU! Die CDU ist NICHT stärkste Fraktion in Hessen, denn die CDU hat genau soviele Abgeordnete wie die SPD! Manche hier wissen nicht was der Unterschied zwischen Partei und Fraktion ist.
An die FDP: Entweder die FDP w
geht in die Opposition und riskiert das eine Linksregierung ihr geliebtes Hessen "kaputt" (FDP-Meinug) macht. Oder sie versucht das "Schlimmste" zu verhindern nämlich eine Linksregierung.
Johann58 (29.01.2008, 14:34 Uhr)
@schade77
der Vergleich mit dem Sprinter hinkt! Es ist genauer betrachtet ein Staffellauf und die Summe der einzelnen Mannschaften ergibt eben unterschiedliche Sieger. CDU/FDP sind eben langsamer als SPD/Gruene/Linke oder SPD/Gruen/FDP allerdings sind eben auch SPD/Gruen langsamer als andere Mannschaftskonstellationen.
Was mich im Moment aber am allermeisten ankotzt ist die Tatsache, dass die Verantwortung den Parteien gegenuber weit ueber die Verantwortung gegenueber dem Buerger (Waehler) gestellt wird. Gewaehlt wurde ja nicht um der Parteien Willen, auch wenn diese das im Moment so darstellen.
ganzbaf (29.01.2008, 14:01 Uhr)
Eine Koalition der grün-rot-linken Vernunft

oder Neuwahlen.
Die SPD möge ihre Mitglieder befragen!
DjangovdH (29.01.2008, 12:41 Uhr)
@ Dudu
Was hier lächerlich ist, möchte ich mal dahin gestellt lassen.
Offensichtlich scheinen Sie ja vergessen zu haben, dass die SPD zur Zeit des Bankenskandals ebenfalls im Aufsichtsrat der Berliner Landesbank gesessen und die Entscheidungen mit getroffen hat.
Und die Unternehmen kommen bestimmt nicht wegen Herrn Wowi nach Berlin, sondern weil es die Bundeshauptstadt und der Sitz der Bundesregierung ist. Da gehört es sich halt in Wirtschaftkreisen so. Berlin wurde übrigens auch gegen den Willen der SPD Regierungssitz.
Dudu (29.01.2008, 12:27 Uhr)
DjangovdH
Ist schon fast lächerlich, was suie da von sich geben
"zwei Zoos, drei Flughäfen und diverse Kultureinrichtungen" stimmt, wollte Berlin reduzieren, bekam aber von Bund die Pistole auf die Brust (Beispiel S.Tempelhof und der angebliche US-Investor, wo Merkel Wowi einbestellt hat und zur noch weiteren Offenhaltung gedrängt hat)
Im übrigen wer war Berlins Regierender zur Zeit des Bankenskandals? (Hauptakteur war übrigens der damalige Fraktionsvorsitzende der CDU, Landowsky)
Einer Ihrer Einwände ist zutreffend: Seit Wowereit kommen endlich wieder Firmen nach Berlin
ganzbaf (29.01.2008, 12:11 Uhr)
Das Merkel...

ist vielleicht nicht durch "SED-Gelder" nach oben gekommen, dafür aber mit Schwarzkohl-Gelder!...
))-:
DjangovdH (29.01.2008, 12:00 Uhr)
@ Dudu
Es ist ja nicht so, dass Berlin so überhaupt keine Verbindung zum Westen hatte. Vieles war ja nur zugeschüttet oder zugemauert worden. Daher sollte man es mit den Kosten mal nicht zu sehr übertreiben.
Was die Ausgleichszahlen angeht, muss ich leider auch widersprechen. Dadurch, dass Berlin Regierungssitz und Hauptstadt ist, kommen unendlich vielen Firmen nach Berlin und bringen eine Menge Geld mit.
Nur leider kann die dortige ROT-ROTE Regierung damit nicht umgehen. Sie lässt Universitäten ( davon hat Berlin mehrere) Gebührenfrei, leistet sich zwei Zoos, drei Flughäfen und diverse Kultureinrichtungen die mit mehreren hundert Miollionen Euro jährlich finanziert werden müssen.
Und das alles finanzieren wir anderen Bundesländer mit.
DjangovdH (29.01.2008, 11:52 Uhr)
@ aeternitas
Also gut, für Dich mache ich jetzt mal den Klugscheisser:
Die Partei "Die Linke" würde es ohne die Gelder der Vorgängerpartei SED nicht geben. Die Gelder wurden von der Machthabern in der DDR nicht immer völlig legal vermehrt.
Das werfe ich dieser Partei vor, dass sie sich dazu nicht bekennt und immer einen auf Saubermann macht.
Die CDU war wenigstens eine Neugründung, "Die Linke" ist nur ein Etikettenwechsel, auch wenn die sich die WASG aus Polikalkül einverleibt haben. Ohne die würden die dunkelroten Genossen nur im Osten erfolgreich sein. Wäre das schön!!!!!
Dudu (29.01.2008, 11:50 Uhr)
@DjangovDH
"Richtig, aber sie ist nicht durch SED-Gelder nach oben gekommen!"
Ach ja? Wo ist das Vermögen der DDR-Blockpartei CDU hingeflossen?
Antwort A: Stasi-Opferverein
AntwortB: In die West CDU
Und noch eine Frage: Wieso finanzieren die anderen Länder Berlin? Schon mal was davon gehört, dass West Berlin mit Einigungsvertrag verpflichtet wurde, den gesamten öffentlichen Dienst der DDR zu übernehmen, O H N E finanziellen Ausgleich, dass bisher Hauptstadtaufgaben übernommen wurden ohne adäquaten Finanzersatz (vergleiche mit Bonn: Null Arbeitsplatzverluste und zusätzliche Mrd. Ausgleiche = heute annähernd reichste "Stadt" Deutschlands)
Wissen Sie was es kostet, zwei völlig unabhängige Städte zu verbinden (U-Bahn, S-Bahn, Strometze, Gasversorgung, Be und Entwässerung, Strassen usw.)?
Das Kostet locker einen dreistelligen Mrd. Betrag
aeternitas (29.01.2008, 11:29 Uhr)
@Django
Ich frage mich, warum eine Zusammenarbeit mit der Linken so kategorisch abgelehnt wird, dass sogar lieber die FDP als Partner akzeptiert wird, obwohl die in allen Punkten für das Gegenteil stehen von dem, was die SPD will. Außerdem frage ich mich, warum ausgerechnet jetzt mit dem Eintritt der Linkspartei der Untergang des Abendlandes gekommen sein soll. Es ist von Extremismus die Rede, alte DDR-Geschichten werden herangezogen... wieso haben alle anderen Parteien und die Medien solche Angst, dass sie jetzt aus allen Rohren feuern? Ich verstehe es echt nicht. Nach dem Krieg tummelten sich in der CDU Altnazis, keinen hat es interessiert. In der Linken gibt es sicherlich einige Alt-Kader. Aber wegen den paar Leute solche Panik zu bekommen, das ist schon ungewöhnlich. Schließlich sind durch die WASG auch viele Wessis in der Partei. Und viele junge Leute, die ganz bestimmt keine SED Vergangenheit hatten. Ich warte immer noch darauf, dass mir jemand das Problem an der Sache erklärt, was die zahllosen Kommentare in allen Zeitungen hervorruft. Ich verstehe es nicht.
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