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20. Mai 2010, 07:46 Uhr

Auf der Suche nach einer Chance für Rot-Rot-Grün

Wird das bevölkerungsreichste Bundesland künftig von einer rot-rot-grünen Koalition regiert? Heute starten die Sondierungsgespräche. Allzu große Chancen scheint das Linksbündnis aber nicht zu haben. Stattdessen wirbt die CDU mit Macht für eine Große Koalition.

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Farbenspiele in NRW: Kommt es zu einer Regierung aus SPD, Grünen und Linkspartei?© Martin Gerten/DPA

Vor den Sondierungsgesprächen in Nordrhein-Westfalen über die Bildung einer Koalition mit SPD unf Grünen zeigt sich die Linkspartei optimistisch. "Wir meinen es ernst und gehen konstruktiv in die Sache hinein", sagte Bundesvorstandsmitglied Ulrich Maurer, der an den Gesprächen beteiligt ist, am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur. Er wolle seine Erfahrungen aus vielen Jahren in der Politik einbringen: "Ich bin sozusagen das Signal, dass die Linken im Bund und in NRW geschlossen sind." Sylvia Löhrmann, Fraktionschefin der Grünen im Düsseldorfer Landtag, beurteilt die Aussichten auf ein linkes Regierungsbündnis dagegen deutlich skeptischer. Aus Hessen meldet sich der dortige Ministerpräsident Roland Koch (CDU) und fordert eine Große Koalition, die bisher nur an der "Eitelkeit" von SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft gescheitert sei.

Kraft will heute zunächst jedoch die Chancen für Rot-Rot-Grün ausloten, nachdem eine Ampel-Koalition am Nein der FDP bereits gescheitert ist. Vor der Wahl hatte sie selbst konstatiert, die Linkspartei sei weder koalitions- noch regierungsfähig. Dementsprechend forderte Grünen-Fraktionschefin Löhrmann, bei den Sondierungsgesprächen zunächst zu klären, ob die Linkspartei "was den Verfassungskonsens unseres Staates angeht, zuverlässig ist", wie sie in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagte. Geprüft werden müssten auch Inhalte und die "parlamentarische Zuverlässigkeit" der Linken.

Löhrmann: Dürfen uns nichts vormachen

Löhrmann erklärte, man wolle prüfen, ob die Linkspartei für den "sozial-ökologischen Politikwechsel" ein in jeder Hinsicht verlässlicher Partner sein könne. "Wir werden das solide tun, um uns nichts vorzumachen. Es nützt niemanden etwas, wenn wir uns jetzt gegenseitig schön Wetter machen, und dann stellt sich nach drei Monaten heraus, das trägt alles nicht", sagte die grüne Spitzenkandidatin. Zu klären sei etwa, ob alle Mitglieder der Linksfraktion bereit seien, eine Regierung vom ersten Tag und für fünf Jahre zu tragen.

Linken-Unterhändler Maurer verwies dagegen auf identische rot-rot-grüne Positionen im Wahlkampf. Der frühere SPD-Politiker nannte die Abschaffung der Studiengebühren, ein längeres gemeinsames Lernen in der Schule und eine Wende in der Energiepolitik. Am wichtigsten sei für die Linke, dass Nordrhein-Westfalen im Bundesrat gegen Pläne der Bundesregierung zum Sozialabbau vorgeht.

Koch: SPD darf Linke nicht hoffähig machen

Die CDU, nach schweren Verlusten bei der Wahl mit 0,1 Prozentpunkten Vorsprung nur hauchdünn stärkste Partei geblieben, drängt unterdessen auf die Bildung einer Großen Koalition. Diese sei bisher ohnehin nur deshalb nicht gebildet worden, weil SPD-Kandidatin Kraft "gerne Ministerpräsidentin wäre", zitiert die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" den hessischen Ministerpräsidenten Koch. "Irgendwann wird Frau Kraft erkennen und es der SPD sagen müssen, dass sie die Nummer zwei ist", fügte Koch hinzu. "Das passt nicht zur Sektlaune am Wahlabend, aber es ist die Wahrheit." Sollten die Sondierungsgespräche scheitern, bleibt die Große Koalition als einzige Möglichkeit übrig. Fraglich ist aber, ob die SPD als nahezu gleichstarker Partner Jürgen Rüttgers als Ministerpräsidenten akzeptieren würde.

Roland Koch warf der SPD zudem vor, sie setze bei den Gesprächen mit den Linken "auf einen Gewöhnungsprozess bei einem skandalösen Vorgang". Wenn die Linke in einem westlichen Bundesland an die Macht komme, werde die Zäsur "extrem" sein. "Wenn die SPD sie hoffähig macht, dann bekommen Leute mit kommunistischem Gedankengut einen Einfluss, den mehr als 90 Prozent der Bürger nicht wollen."

DPA/AFP/dho
 
 
KOMMENTARE (10 von 53)
 
ganzbaf (21.05.2010, 10:07 Uhr)
SeeheimPD und Realogrün...

wollten wohl doch gar kein Bündnis mit den Linken.

Man hat die Scheinverhandlungen an "Lehmanns Zettelchen" scheitern lassen...

Und was stand da?: "Der Schuss kommt flach-rechts"... ;-Ä
tannebaum (21.05.2010, 08:20 Uhr)
kraft wird gestärkt...
ob spiegel, tagesspiegel oder andere linksorientierte zeitungen/zeitschriften, alle schreiben, dass die einstellung der linken und der kommunisten zur ex-ddr nicht tragbar ist. statt sich über nrw zu unterhalten, drücken die linken sich um die wahrheit und die ddr als das zu bezeichnen was sie war. ein unrechtsstaat (wobei ich dieses wort dafür viel zu harmlos finde).

schon allein aus der geschichte heraus, dass in der ddr selbst sozialdemokraten, die nicht mit den kommunisten fusionieren wollten, ins gefängnis oder gar zu tode kamen und die grünen, welche mit bündnis90 fusionierten, die mehrheitlich aus verfolgten der kommunisten bestand, hätte es nötig getan das die linke zeigt, dass sie eine hier und im jetzt angekommene partei in einem demokatischen system ist.

aber pustekuchen... wie im wahlkampf, so auch jetzt. die verherrlcihung der ddr und verteufelung der damaligen bundesrepublik.

selbst die parteispitze der linken in berlin konnte ihre kandidaten im zaum halten. die eckten da auch schon diverse male an...


http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,696043,00.html

http://www.tagesspiegel.de/politik/wahlen-2010/rot-rot-gruen-kommt-nicht-zusammen/1843028.html
tannebaum (21.05.2010, 08:11 Uhr)
@knilch59
da gebe ich ihnen völlig recht. die linke wollten nie ernsthaft die macht...


sie hätten ja auch zeigen müssen, wie sie mit leeren kassen die vielen versprechen hätten umsetzen wollen.

jetzt schaukelt die gemütlich (mit viel geld in den taschen nebst pensionsansprüchen) ihre ei... und plappern dann immer weiter was von ungerechtigkeit und unterdrückung!
ganzbaf (21.05.2010, 08:05 Uhr)
Na bitte.

Das waren wohl eher Scheinverhandlungen der Hannelore aus Seeheim ;-S

Der rechte, wirtschaftskriecherische Flügel der SPD vermag immer noch Unheil zu stiften.
knilch_59 (20.05.2010, 23:37 Uhr)
Nachdem der neuere Artikel mal wieder für Kommentare gesperrt ist.
@ Admin: Zensur ist blöd, aber sie dann auch noch so saudoof gestalten? Mit dem IQ sollten die Admins vielleicht doch besser in der FDP nach Karrierechancen suchen ...
.
Jetzt zum eigentlichen Beitrag:
.
Die nächste Inszenierung
In der letzten Konsequenz will Die.Linke doch gar nicht mitregieren. Verantwortung und Konstruktivität? Igitt!
Und SPD und Grüne wollen ja auch nicht wirklich - mit diesen Chaoten???!!!
Man muss also nur nach Gründen suchen, um die kindischen Eitelkeiten zu überspielen - und das ist jetzt ja gelungen. Jetzt muss nur noch die CDU bezwungen werden, um der SPD die Führungsrolle in einer GroKo zuzuspielen. Die Zeit arbeitet doch für Frau Kraft - Der Sinkflug von Schwarz/Gelb ist ungebrochen. Also ist sie diesmal in der gleichen komfortablen Position wie seinerzeit in Hessen Roland Koch: Im Bewusstsein die Neuwahlen zu gewinnen, kann man sich den genehmen Zeitpunkt für Neuwahlen aussuchen. Das hält den Druck auf Merkel aufrecht, und bis zum Spätherbst / Winter könnte es dann endgültig für Rot/Grün reichen.
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Die Spinne wartet im Netz!
Prologo (20.05.2010, 21:42 Uhr)
@Sternenhagel, Richtig, genau so ist es,....

....der Tannabam versteht das halt nicht, die Zusammenhänge erfordern schon einen größeren Horrizont, und mit angeborenen Scheuklappen sieht man halt nicht so weit links und rechts, oder?
tannebaum (20.05.2010, 21:35 Uhr)
@sternenhagel
sternhagelvoll???

völkermord? die linken diktaturenhaben mehr menschen getötet als der adolf.

umweltschutz? schon mal bittelrfeld vor 1190 gesehen? oder waldsterben damals in der ddr? geschweige denn aralsee, baku und das erdölfördergebiet, die atomabfälle offen im meer der u-boot häfen der roten flotte???

was reden sie für einen mist!!!!!
sternenhagel (20.05.2010, 21:02 Uhr)
umschauen, nicht nur googeln
Ach tannebäumchen was wollen sie uns hier für Geschichten unters Bäumchen legen? Das gegoogelte sind doch nurTeile einer komplexen Wahrheit, Fakten ohne Zusammenhang. Wenn man blind ist kommt einem wohl alles extrem dunkel vor.
Gehen Sie mal raus und schauen sich die Wirklichkeit an. Extreme Armut, Extreme Völkermorde, extreme Umweltzerstörung etc. Selbst die Stasi und die bürokratisch degenerierten, sogenannten sozialistischen Staaten waren und sind doch eine Folge der ungebrochenen Macht des verfaulten Spätkapitalismus, ebenso wie auch der Terrorismus. Was die Linke will ist keineswegs extrem sondern vernünftig, denn wir stehen vor der Wahl: Sozialismus oder Barbarei, Diktatur der Bourgeoisie oder Arbeiterdemokratie. Die Krise hat erst begonnen und das Kapital wird alles tun, um die Kosten der Krise auf die Bevölkerung abzuwälzen, Rechte und soziale Einrichtungen abbauen, Kosten vergesellschaften und Profite privatisieren, ungehemmt und schamlos. Dort sollten sie die Extremisten orten.
rockyciano (20.05.2010, 19:13 Uhr)
Also lag ich mit
meiner Vermutung richtig:Kraft erteilt rot-rot-grün Absage.Das Sondierungsgespräch war nur eine Farce - wie im Artikel der FAZ beschrieben.
Johann58 (20.05.2010, 18:29 Uhr)
@mackeldei (20.05.2010, 18:08 Uhr)
Unsere sogenannten Etablierten wollen das Vertrauen der Waehler zurueckgewinnen. Ist das der Grund warum uns die schwarz/gelbe Regierung in Berlin staendig anluegt?

Die FDP hat ihre Mitarbeit in der Koalition von der Umsetzung der Steuersenkungen abhaengig gemacht! Warum kuendigt sie dann nicht die Koalition jetzt auf?

Unser toller Gesundheitsminister hat seinen Job von der Kopfpauschale abhaengig gemacht! Warum sitzt er jetzt immer noch in diesem Sessel?
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