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20. April 2010, 18:25 Uhr

Ramsauer rechtfertigt seine Aschepolitik

Er wurde als "Verkehrsstopp-Minister" kritisiert, als Mann, der die Flieger grundlos zu Boden zwang: In einer Regierungserklärung verteidigte Verkehrsminister Peter Ramsauer jetzt sein Vorgehen als "alternativlos".

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Verteidigte sich im Bundestag gegen die Kritik an den von ihm verhängten Flugverboten: Verkehrsminister Peter Ramsauer© Axel Schmidt/DDP

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer hat die Einschränkungen des Flugverkehrs wegen der Aschewolke des isländischen Vulkans "absolut richtig und alternativlos" genannt. In einer Regierungserklärung im Bundestag zu der Kontroverse um die Luftraumsperrungen verteidigte sich der CSU-Politiker am Mittwoch und stellte erste Maßnahmen zur künftig besseren Bewältigung solcher Probleme vor. Die Opposition warf ihm mangelnde Professionalität beim Umgang mit der Krise vor.

Für den europäischen Kontinent habe es sich um ein historisch erstmaliges Phänomen und eine erstmalige Herausforderung gehandelt, sagte der CSU-Politiker. Die Sicherheit des Flugverkehrs habe bei seinen Entscheidungen stets an erster Stelle gestanden. Im übrigen hätten die internationalen Regeln beachtet werden müssen. Dass am Mittwoch in Deutschland wieder der normale Luftverkehr habe aufgenommen werden können, "entbindet uns nicht davon, Vorkehrungen für das Phänomen Flugasche zu treffen".

Ramsauer machte geltend, er habe unmittelbar, nachdem ihn die Nachricht erreicht hatte, bei der Deutschen Flugsicherung einen Krisenstab eingerichtet. "Es ging uns nicht darum, ein völlig neues Gremium zu schaffen, sondern schnell und pragmatisch auf den Sachverstand und die dort ansässigen technischen Einrichtungen setzen zu können", sagte er.

Um einen "annähernd regulären Flugbetrieb" bei einer neuerlichen Wolke zu ermöglichen, habe er ein Maßnahmenbündel in die Wege geleitet. Es werde deshalb unter anderem ein Meldezentrum für Vorkommnisse an Triebwerken beim Luftfahrt-Bundesamt eingerichtet. Außerdem sollten die Wartungsintervalle in solchen Fällen verkürzt werden. Schließlich sollten die Luftverkehrsunternehmen verpflichtet werden, ihre eigenen Erhebungen fortzusetzen und zu aktualisieren.

Die SPD warf dem CSU-Politiker mangelnde Professionalität vor. Es bleibe offen, warum eine Ausnahmegenehmigung für Sichtflüge erteilt werde, noch bevor das Messflugzeug am Montagabend gestartet sei, sagte der Abgeordnete Florian Pronold. Ebenso sei nicht geklärt, wieso Sichtflug erlaubt, Instrumentenflug aber nicht gestattet worden sei, wo doch die Gefährdungslage durch die Asche in beiden Fällen gleich gewesen sei. Er forderte europaweit einheitliche Entscheidungsstrukturen.

DPA/APN
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
janus55 (21.04.2010, 18:43 Uhr)
Diese verlogenen Oppositionspoitiker werfen Ramsauer
mangelnde Professionalität vor!
Diejenigen, die Ramsauer jetzt heftig kritisieren, wären die ersten gewesen, die ihn hätten kreuzigen lassen, wäre bei vorzeitiger Aufhebung des Flugverbotes etwas passiert.
Ob Ramsauer übertrieben vorsichtig agiert hat, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber die selbsternannten Experten der SPD wissen es genau so wenig. Die Hartz4-Partei will mit ihrem unqualifizierten Gemaule noch nur von den eigenen Unzulänglichkeiten ablenken. Aber die meisten Menschen haben diese wasserpredigenden Schampustrinker durchschaut.
CheSmittyVara (21.04.2010, 16:49 Uhr)
Menschenleben gehen vor
Eine derartige Situation gab es vorher nur einmal und damals entkamen 2 Passagierflugzeuge nur knapp einer Katastrophe.

Man kann es nicht allen recht machen und allein die Tatsache, dass es sowohl in der einen als auch der entgegengestzten Richtung Kritik gibt, zeigt, dass die Vorgehensweise richtig war.

SpringbokCT (21.04.2010, 15:29 Uhr)
Abwägung
Der wirtschaftliche Schaden wurde jetzt erstmal zu den vermeindlichen Risiken in Bezug gesetzt.

Die Erkenntnis, dass Flugzeuge mehr transportieren als Mallorca-Urlauber und exot. Früchte, dauerte seine Zeit.

Die Asche-Partikel schweben jedenfalls nachwievor über Europa.
tannebaum (21.04.2010, 15:23 Uhr)
lächerlich...
nicht nur in deutschland sind die flugzeuge unten geblieben. was soll also dieser unsinn.

das möchte ich dann sehen, wenn dann bei einer früheren sondergenehmigung was passiert wäre. wäre auch nur eine kleine havarie passiert, weil aschepartikel sich irgendwo verfangen hätten, dann wäre der aufschrei groß gewesen...

aber geht einer auf nummer sicher, dann gibts schmährufe. wie blöde das alles ist!!!
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