. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
7. Oktober 2008, 20:55 Uhr

Nur politische Rechthaberei

Vor wenigen Tagen glaubten Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Peer Steinbrück noch, dass die Finanzkrise in erster Linie nur die USA erschüttern würde. In ihrer Regierungserklärung gab die Regierungschefin nun eine noch schlechtere Figur: Statt konkreter Maßnahmen lieferte Merkel nur Plattitüden. Ein Kommentar von Hans Peter Schütz

Die Finanzkrise erschüttert Deutschland, doch die Regierungserklärung von Kanzlerin Angela Merkel blieb unpräzise© Johannes Eisele/Reuters

Regierungserklärungen dienen - in der demokratischen Theorie - der Klarstellung des künftigen politischen Kurses. Schöne Theorie. Die Praxis war leider wieder einmal in voller Hässlichkeit im Bundestag zu besichtigen. Wer von der Kanzlerin irgendwelche konkreten Details des Rettungsplans ihrer Regierung aus dem globalen Schlamassel der Finanzkrise erwartet hatte, wurde bitter enttäuscht. Es gab einmal mehr die pauschale Zusage Angela Merkels, die Guthaben Otto Normalsparers seien sicher. Das mag den braven Bürger beruhigen, auch wenn er keine sachlich eindeutigen Informationen bekam, wie diese politische Zusage, die keinerlei Gesetzeskraft besitzt, im Ernstfall umgesetzt würde.

Was im Bundestag in keinem Satz der Kanzlerin erkennbar wurde: Wie denn nun gehandelt werden soll. Der Plattitüde "Die Lage ist ernst" folgte ein Bekenntnis zur Notwendigkeit des Krisenmanagements. Wie aber soll dies einer Kanzlerin und einem Finanzminister zugetraut werden, die noch vor wenigen Tagen die Finanzkrise auf die USA konzentriert sahen und jetzt plötzlich über eine globale Finanzmarktkrise jammern, die auch Deutschland schüttelt?

Einmal mehr wurde das System der Staatskontrolle im Finanzsektor beklagt. Nicht beantwortet wurde aber die Frage, weshalb eigentlich die beiden zuständigen Instanzen - Bundesbank und Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) - ihrer Aufsichtspflicht in keiner Weise gerecht geworden sind. Sie sollen, mäanderte sich die Kanzlerin durch diese Fragestellung, für die Zukunft die Strukturen ihrer Aufgabe verbessern. Viel platter geht es nicht. Es sei denn man nimmt den Allgemeinplatz als ernsthafte politische Aussage, dass die globale Finanzkrise als Chance zu begreifen sei und irgendwie als milliardenteurer Appell, dass Freiheit und Ordnung in der sozialen Marktwirtschaft irgendwie zusammen gehörten.

Tatsache bleibt, dass die Staatsaufsicht über das Bankengeschäft mindestens ein Jahr lang versagt hat. In ihren Kontrollgremien scheinen haufenweise Dilettanten zu sitzen. Für dieses Versagen trägt die Regierung eindeutig die politische Verantwortung. Aber genau so wenig wie Merkel sich eindeutig auf Maßnahmen gegen die freibeuterischen Manager des Bankgewerbes festlegen wollte, genau so wenig wollte sie sich dazu bekennen, dass ihre Regierung noch vor einer Woche mit ihren Prognosen völlig falsch gelegen hatten. Irgendjemand lag da im Tiefschlaf. Entweder die Bankenaufsicht oder die Politik. Oder beide.

Peinliche Rechthaberei

Völlig unklar blieb in der Regierungserklärung auch, was die Finanzkrise für die aktuelle Politik und den Bundeshaushalt bedeutet. Merkel und Steinbrück wollen weiter machen wie bisher. Global wird gewarnt vor einer unvermeidbaren Rezession, doch in Berlin werden unverdrossen Steuereinnahmen unterstellt, als ob die Konjunktur munter weiterblühe. Als ob die Finanzmarktkrise nicht sehr wohl eine Gefahr für die reale Wirtschaft darstellen könnte.

Was die gesamte Bundestagsvorstellung geradezu peinlich überlagerte, war die unverzüglich ausgebreitete Rechthaberei, wer denn nun Schuld trage an der viel zu späten Gefahrenerkennung der Regierung. Die CDU versuchte dieses Thema mit dem Hinweis zu verdrängen, nicht die Schuldsuche sei wichtig, sondern die Gefahrenabwehr. Klar, freiwillig blickt niemand gerne auf sein politisches Versagen zurück, das sich CDU/CSU, SPD und Grüne wegen ihrer Regierungsbeteiligung in den letzten zehn Jahren anrechnen lassen müssen. Als ob sie nie auf den Gedan-ken hätten kommen können, dass manche Unternehmer, Banker, Manager in ihren Geschäften ohne jede moralische Selbstverpflichtung und nur der Maximalrendite verpflichtet operieren könnten.

Da hat Oskar Lafontaine für die Linkspartei schon die richtige Frage gestellt: Wie denn jemals die Bürger wieder Vertrauen zu jenen fassen könnten, die die Krise viel zu lange systematisch verharmlos hätten. Und die bis heute sehr ungenau darüber reden, was sie zu tun gedenken.

Ein Kommentar von Hans Peter Schütz
 
 
KOMMENTARE (10 von 34)
 
pitiplatsch (09.10.2008, 06:46 Uhr)
So langsam kommt
die Intelligenz der Probagandistin so zum Vorschein das es der letzte bemerken muß. Laber Laber Laber nichts konkretes wie immer. Das sie und ihr Freund Bush ein gerütteltes Mas Schuld an der Misere ( milde ausgedrückt ) hat, das begreift diese Kriegskanzlerin nicht mal. Die Autoindustrie geht den Berg runter und warum ?? weil sich niemand mehr ein Auto oder Kraftstoffe leisten kann ! und warum ? weil die begnadete Kriegskanzlerin Völkerrechts bedenkliche Kriege führt ! weil Sie abgaben und Steuern in die Höhe treibt weil sie die Energiepreise explodieren lässt, und sich lieber auf Party rumtreibt und gerne in der Weltgeschichte rumreist anstatt sich um die Bürger zu kümmern. Diese treibt sie und ihr Gefolge lieber in die Altersarmut. Diese Kanzlerin muß man abwählen damit sie nach Texas zu ihrem Freund Bush gehen kann. Jetzt wird die Maut erhöht, damit kommen wieder mehr Kosten auf den Bürger zu sie sollt 5 Jahre Hartz 12 bekommen damit sie merkelt wie bescheiden ihr soziales Tun ist.
Georges13437 (08.10.2008, 21:37 Uhr)
Eine große Täuschung.
Hier wird etwas als sozial und verantwortungsvoll verkauft, es ist jetzt nur die Frage, wer den wirklichen Nutzen zieht. Alle Länder taumeln im Sog der USA, so ist das halt, wenn man sich selbst zum Vasallen stilisiert, mit gefangen, mit gehangen.
Es wird alles noch viel schlimmer kommen, alles ist erst der Anfang.
MfG Georges13437
tripex (08.10.2008, 17:32 Uhr)
Gleichung
Freischaltung des Amero = Untergang der USA als Nation (war ja eigentlich jetzt auch schon nur ein Bund)
jetrabbit (08.10.2008, 15:14 Uhr)
glaubt nicht was die euch sagen
merkel gibt und gibt... die FED druckt und druckt.
.
abwertung des EURO = freischaltung des AMARO
tripex (08.10.2008, 14:30 Uhr)
worst government ever
Bush wird in die Geschichte als Präsident des Untergangs der USA als Nation eingehen und Merkel als die Kanzlerin, die den Bogen überspannt hat und damit einen Volksaufstand hervorrief.
universal1909 (08.10.2008, 14:16 Uhr)
zu @gaga007...
.. schlechter kann man es ja nicht machen, als so, wie es bisher gemacht wurde. Frau Merkel war eine Null, ist noch eine Null und wird auch in Zukunft eine Super-Null bleiben. Sarkozy hat es nun auch endlich gemerkt, dass sie nur auf gleicher Höhe mit ihm ist...
Gisella (08.10.2008, 12:42 Uhr)
@starmax
-und wer hat sie denn, diese Frau Dr. Merkel gewählt????????????????------Keiner in Amerika hat später zugegeben, den Bush gewählt zu haben. -Übrigens haben sie diese Frau sehr gut beschrieben.Sie ist zum Abgewöhnen.
JePi (08.10.2008, 12:05 Uhr)
Plattitüden
Klar kann Merkel nur Plattitüden reden; sie hat ja von Nix 'ne Ahnung. Ihre Wirtschaftskompetenz ist erwiesener Maßen "Mau" und ihre Führungskompetenz nur auf den eigenen Machterhalt ausgelegt. Ich hätte erwartet, dass diese Regierung, auch wenn sie vielleicht nicht direkt für die Folgen der Finanzkrise haftbar gemacht werden kann, die VERANTWORTUNG für die Fehleinschätzungen der BAFIN übernimmt und die Konsequenzen daraus zieht. Dafür sind sie Minister und Kanzler. Einzig Steinbrück hatte noch eine akzeptable Figur bei der Fernsehübertragung am Wochenende gemacht. Ansonsten war mein erster Gedanke beim Anblick der beiden Gesichter: 'So sehen Verlierer aus.'. Beste Frage wurde gestern bei der Bundestagsdebatte zu diesem Thema von Fritz Kuhn (Grüne) gestellt: "Frau Merkel, wie wollen sie diese Zusicherung operationalisieren?" - ´Dazu bedarf es nämlich der Zustimmung des Bundestages - und die lag zum Zeitpunkt der Zusagenabgabe nicht vor. Also, alles leere Worthülsen. Aber so kennen wir ja unsere Angie.
gaga007 (08.10.2008, 12:01 Uhr)
Es ist beruhigend ...
... wieviele Fachleute hier eine Lösung für die Finanzkrise haben. Leute, geht in die Politik und macht das, was jeder Deutsche kann: " er weiß und macht es besser " !
whismerh2 (08.10.2008, 10:51 Uhr)
@seelenflieger
Applaus !!!!!
Das Erschreckende ist aber und ist leider auch das schlimmste, es gibt immer noch zu viele die glauben,die hätte was drauf auser mit dem Cowboy Steaks zu mampfen.
Der Rest vonden Clowns taugt aber auch nicht viel mehr, aber von einem Kanzler in dem Fall Kanzelerinn, erwarte ich defenitiv mehr wie Zusagen an die Großfinanz.
Vieleicht ist Sie doch nicht so sauber wie viele glauben, zu denen ich mich auch zähle.
Sie hat wie so Viele das Volk komplett vergessen.
MEHR ZUM ARTIKEL
Finanzkrise Merkel kritisiert Bankenaufsicht

Auftritt Angela Merkel: In ihrer Regierungserklärung zur Finanzkrise hat die Bundeskanzlerin die deutsche Bankenaufsicht gerügt und Änderungen angekündigt. Die Kanzlerin machte aber auch in Optimismus und versuchte erneut, die deutschen Sparer zu beruhigen. mehr...

Finanzkrise Die ersten Bänder stehen still

Autobauer drosseln ihre Produktion, Unternehmen haben Schwierigkeiten, Kredite zu bekommen, die Konjunkturaussichten sind düster: Die internationale Finanzkrise erschüttert nicht mehr nur das Börsenparkett. Ihre Folgen machen jetzt auch deutschen Unternehmen zu schaffen. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe