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14. August 2007, 06:46 Uhr

Beifall allerorten für Pension ab 67

Die Bundesregierung will auch für Beamte das Renteneintrittsalter auf 67 erhöhen. Im Herbst soll dazu ein Gesetz auf den Weg gebracht werden. Die Pläne stoßen parteiübergreifend auf Zustimmung. Der Beamtenbund hält die geplante Änderung für sogar für "selbstverständlich".

"Auch Beamte, Soldaten und Richter werden Einschränkungen hinnehmen müssen"© Axel Schmidt/DDP

Die Pläne der Bundesregierung, auch bei Beamten das Renteneinstiegsalter auf 67 zu erhöhen, stößt allerorten auf Beifall. Auch beim Beamtenbund DBB. Er nannte die geplante Übertragung der Rente mit 67 auf die Beamten "geradezu selbstverständlich". Die stellvertretende BBB-Sprecherin Britta Müller sagte der Hörfunkagentur DPA-RUFA: "Uns überrascht das überhaupt nicht. Wir wussten, dass das kommt. Wir haben auch immer gesagt, wenn sich die allgemeine Lebenserwartung erhöht und es für die Rentner entsprechende Veränderungen gibt, dann können die Beamten da nicht außen vor bleiben."

Beim Pensionseintrittsalter müsse aber "auch die körperliche Belastung des Berufs eine Rolle spielen", so Müller. "Ich denke da zum Beispiel an Ausnahmeregelungen für Feuerwehrleute und Polizisten." Beamtenbund-Chef Peter Heesen sagte, Beamte stünden "nicht außerhalb der Gesellschaft". Die Alterssicherung müsse aber auch im öffentlichen Dienst attraktiv bleiben, um den in Zukunft dringend benötigten, hoch motivierten Nachwuchs gewinnen zu können, mahnte er.

SPD will zustimmen

Die SPD kündigte Zustimmung zu den Plänen an, die Innenminister Wolfgang Schäuble in der "Bild"-Zeitung angekündigt hatte. Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Olaf Scholz, sagte: "Ich kann Ihnen sicher sagen, es gibt einen großen Willen, dass wir immer einen Gleichklang haben zwischen der Entwicklung in der gesetzlichen Rentenversicherung und bei den Beamten. Das fordern die Rentner auch von uns", sagte Scholz im ZDF-"Morgenmagazin". Hierüber bestehe ein "breiter Konsens über alle Parteien hinweg".

Bereits im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD vereinbart, man werde "Maßnahmen in der gesetzlichen Rentenversicherung unter Berücksichtigung der Unterschiedlichkeit der Systeme wirkungsgleich in das Versorgungsrecht der Beamten übertragen". Innen-Staatssekretär Johann Hahlen hatte bereits in diesem März bestätigt, dass sich der entsprechende Gesetzentwurf in der Ressortabstimmung befindet.

Der FDP- Innenpolitiker Max Stadler sagte, Einschnitte im Rentenbereich müssten wirkungsgleich auf die Pensionen übertragen werden. Es dürfe allerdings kein "Sonderopfer für Beamte" geben.

Gesetz soll im Herbst auf den Weg gebracht werden

Schäuble hatte gesagt, das Kabinett wolle die Anhebung des Pensionsalters von Bundesbeamten auf 67 Jahre in diesem Herbst auf den Weg bringen. Derzeit werde der Gesetzentwurf noch innerhalb der Bundesregierung abgestimmt. "Auch die Beamten, Soldaten und Richter des Bundes werden Einschränkungen ihrer Altersversorgung hinnehmen müssen, die den Einschränkungen in der Rentenversicherung entsprechen", sagte Schäuble.

Wie die Zeitung unter Berufung auf den Gesetzentwurf zur Pensionsreform berichtet, soll das Pensionsalter für Bundesbeamte zwischen 2012 und 2029 schrittweise von 65 auf 67 Jahre erhöht werden - wie bei den Rentnern auch. Allerdings sollen auch Beamte mit 45 Berufsjahren weiter abschlagsfrei mit 65 in Pension gehen dürfen. Die Rente mit 67 hatten Bundestag und Bundestag im Frühjahr beschlossen.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 23)
 
Betonpaul (15.08.2007, 18:03 Uhr)
Grimms Märchen
Habt ihr schon mal einen Beamten gesehen, der bis 67 gearbeitet hat? Wenn, dann war das ein Verwaltungsirrtum.
Ich könnte ja jetzt gehässig sein und sagen, daß ich überhaipt noch keinen Beamten gesehen hab, der gearbeitet hat. Aber das erspare ich mir.
Ich hab mir nur gestern den Vorsitzenden der Polizeigewerkschaft in der Tagesschau reingezogen. Das war die Härte 10:
Polizisten----bis 67 arbeiten??
Das geht net!!-----weil die Verbrecher fangen müssen.
Das strengt an!!!
Die armen Leute han dat alle net gewußt, bevor sie Polizist wurden, was da auf einen zukommen kann.
Verbrecher fangen....oh Gott.
Nö Frau Merkel, das geht net.
So Parksünder ab 45 mit Erschwerniszulage, da könnte man ja noch drüber reden.
Aber auch dann biste mit 55 spätestens ausgepowert.
Arbeiten ist was für Doofe. Damit kann man doch keine Beamten belästigen.
Kasten5 (15.08.2007, 09:49 Uhr)
Warum ?
Warum regen sich die Beamten eigentlich so auf ?
Sie sind doch diejenigen die den Müll den sich unsere Regierung einfallen lässt ohne Gnade durchsetzen.
Sie sind eigentlich diejenigen die der Regierung sagen müssten was den Bürger bedrückt und/oder das Leben erschwert.
vierkorn (15.08.2007, 02:50 Uhr)
Schlechtes Geschäft
Beamte mit 67 in Rente kostet den Staat Milliarden!
1. Beamte bekommen als Pension das letzte Gehalt. Das heißt, die Pension wird für den Steuerzahler noch teurer.
2. Durch den späteren Penisionseintritt hat der Beamte noch 2 Jahre mehr Büroschlaf, wird noch gesünder und lebt dementsprechend länger bei erhöhter Pension.
Lassen wir wie es ist: Ende des Büroschlafs mit 65! :))
Tok-Tok (14.08.2007, 20:49 Uhr)
SirDidimus
Ich verstehe ihren Argwohn aber sie können alles aus dem folgenden Link raus lesen, ist der Durchschnitt aller Pensionen, genauso wie der Eckrentner einen durchschnitt darstellt.
http://www.bmi.bund.de/Internet/Content/Common/Anlagen/Broschueren/2005/3__Versorgungsbericht,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/3_Versorgungsbericht.pdf
Das dieser hohe Durchschnitts Betrag natürlich zum einen durch die sehr hohen Pensionen der Politiker auf Bundes-, Landes und Gemeindeebene und zum anderen durch die, im Vergleich zum West-Pensionär ebenfalls sehr hohen Zahlungen an ehemalige DDR-Beamte zusammen kommt steht natürlich auf einem anderen Blatt, ändert aber nichts daran das dies der durchschnittliche Pensionssatz aller Beamten ist.
rin67630 (14.08.2007, 20:25 Uhr)
1,2...3 !
Nach dem den Arbeitern der Rente durch das hypothetisches Rentenalter 67 drastische gekürzt wurde, sind jetzt die Beamten dran. Logisch!
Jetzt müssten nur noch die Bestandsrentner und die Bestandspensionisten dieselben Abstriche machen, denn es kann nicht gerecht sein, dass die, die vor 10 Jahren, das Glück hatten mit 55 fast ohne Abstriche in Rente gehen zu dürfen, jetzt noch jahrzehten bedeutend mehr von der Rentenkassen abziehen dürfen, als ihre jüngeren Ex-kollegen.
Wenn diese Ungerechtigkeit auch beseititigt wird, fehlt dann die nur noch größte von allen in Sachen Rente: Die Altersvorsorge der Politiker. Sie muss auch am am neuen allgemeinen Renteniveau angepasst werden.
Laszlo.
SirDidimus (14.08.2007, 18:50 Uhr)
Tok-Tok
3.170 €??? so viel verdiene ich nicht mal brutto. das kommt davon, dass man glaubt, dass beamte reich sind. das stimmt nicht. darum unterscheidet man auch in den einfachen, mittleren, gehobenen und höheren dienst. sollten diese 3100 rum kommen, sind das leute, die studiert haben und ggf. in freier wildbahn als anwälte oder ähnliches arbeiten. damit kann ich nicht dienen. deswegen kann man von 3100 euro nicht reden. gib doch mal bei google besoldungstabelle an, guck mal bei - sagen wir mal a9 - rein. das höchste, was ich bekommen würde sind 2500,--, da gehen aber - wie vorher mal erwähnt 600 euro für die krankenversicherung (dieser beitrag steigt mit dem alter), steuern usw, usw runter. aktueller stand ist, dass vom endgehalt ca. 70 % als ruhegehalt rauskommen könnte. aber ich muss noch ca. 30 jahre arbeiten. eine lange zeit, und wie es dann aussieht, weiß keiner. von neid oder ungerechtigkeit kann man auch nicht reden.
bR4iNST0RM (14.08.2007, 18:31 Uhr)
@ Schwaebin
„Ich und viele andere Beamte sorgen bereits jetzt auch schon privat vor.“
- Das ist klasse! Ihr könnt euch das auch ohne Probleme leisten!
„Einen Wohnsitz an einem Wohnort wie z.B. in Muenchen kann man sich im mittleren Dienst eigentlich nur als Single ohne Anhang noch halbwegs leisten.“
- Ich bin Single ohne Anhang und kann mir das beim besten Willen nicht Leisten!
„Dieses populistische Gequatsche von Leuten, die sich nicht mal die Muehe machen sich zu informieren geht mir echt auf den Keks.“
- Dito!
Es ist erschreckend wie fern ab der Realität manche sind! Zu dem Thema: Unbegreiflich warum diese Regelung nicht in einem Atemzug über die Bühne lief?! So erregt es doch viel mehr Aufmerksamkeit! Bis zum jetzigen Zeitpunkt habe ich ehrlich gesagt noch nicht einen Gedanken daran verschwendet, dass die Beamtenpension auch betroffen sein würde. So etwas ist eigentlich selbstverständlich!
Abgesehen von diesem Selbstgänger ist es doch verlockend, für den „Buchteil der Arbeitsbienen“, glatte 2 Jahre mehr Vorzusorgen?!
Mehr Sorge bereitet mir momentan die Diätenerhöung unserer Politiker a.k.a. Geldschwämme
Tok-Tok (14.08.2007, 16:20 Uhr)
Statistik
Durchschnittliches Nettoeinkommen in Deutschland
Selbstständige: 32.900 EUR. Dieser Betrag schwankt allerdings sehr stark in dieser Gruppe, zu der Multimillionäre und Landwirte gehören. Tatsächlich haben diesen Betrag etwa die Hälfte aller Selbstständigen zur Verfügung. Es müssen aus dem Nettoeinkommen Altersvorsorge und Krankenversicherung gezahlt werden.
Beamte im Ruhestand: 17.400 EUR, hinzu kommen die Leistungen aus dem staatlichen Beihilfesystem, Krankenversicherung muss aus dem Nettoeinkommen bezahlt werden.
Beamte: 16.200 EUR, hinzu kommen die Leistungen aus dem staatlichen Beihilfesystem, Krankenversicherung muss aus dem Nettoeinkommen bezahlt werden.
Angestellte: 16.000 EUR
Rentner: 13.100 EUR
Arbeiter: 11.200 EUR
Arbeitslose: 8.600 EUR
Sozialhilfeempfänger: 6.100 EUR
Nettoeinkommensverteilung pro Haushalt in Deutschland
Berufsgruppe >18TEur >31TEur
Beamte: 93,4% 66,2%
Selbstständige: 77,1% 50,7%
Angestellte: 73,1% 39,3%
Arbeiter: 68,1% 22,5%
Quelle: Statistisches Bundesamt
Tok-Tok (14.08.2007, 15:46 Uhr)
Kein Neid, einfach nur ungerecht
Bevor hier wieder die Beamten Aufheulen und von Neid und unberechtigten Anschuldigungen ihnen gegenüber schwaffeln, bitte ich sie den Rentnern diesen eklatanten unterschied ihn ihren Altersbezügen zu erklären.
Eckrentner, der 45 Jahre mit durchschnittlichem Verdienst eines deutschen Arbeitnehmers gearbeitet hat und mit 67 Jahren 2030 in Rente geht, wird nicht die Armutsgrenze von 938 EUR erreichen.
Pensionäre/Pensionärinnen, die durch Erreichen der Regelaltersgrenze ausschieden, erhielten durchschnittlich 3170 EUR pro Monat
Schwaebin (14.08.2007, 14:38 Uhr)
so viel Unwissenheit
Bin auch Bundesbeamtin im mittleren Dienst und muss dazu folgendes sagen:
1. Angestellte beim Bund erhalten sehr wohl Weihnachts- und Urlaubsgeld und arbeiten nur 39 Std.?Woche.
2. Bei der Krankenversicherung haben wir Beamte eben kein Rundumsorglospaket, sonder wir muessen uns privat krankenversichern und die Beitraege steigen gewoehnlich mit dem Alter.
3. Ich und viele andere Beamte sorgen bereits jetzt auch schon privat vor.
4. Ja der einzige richtige Vorteil als Beamter ist die Unkuendbarkeit.
Darauf kann ich gerne verzichten, wenn ich dafuer das Streikrecht erhalten wuerde (mann stelle sich doch nur mal streikende Polizisten oder Soldaten vor).
Der Anteil der wirklich hoch positionierten und gut verdienenden Beamten ist im Gegensatz zu den kleinen "Arbeitsbienen" sehr gering.
Einen Wohnsitz an einem Wohnort wie z.B. in Muenchen kann man sich im mittleren Dienst eigentlich nur als Single ohne Anhang noch halbwegs leisten.
Dieses populistische Gequatsche von Leuten, die sich nicht mal die Muehe machen sich zu informieren geht mir echt auf den Keks.
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