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20. Dezember 2007, 09:56 Uhr

Viele junge Muslime gewaltbereit

Ein Viertel der in Deutschland lebenden Muslime ist gewaltbereit. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Innenministeriums. Zwölf Prozent der Muslime befürworten demnach die Todestrafe. Viele sind zudem demokratiefeindlich - doch diese Einstellung gibt es im selben Maß auch bei Deutschen.

Eine Studie bescheinigt vielen muslimischen Jugendlichen radikale Vorstellungen© Franka Bruns/AP

Zahlreiche in Deutschland lebende Muslime sind laut einer Studie zu Gewalt gegen Andersgläubige bereit. Das treffe auf jeden vierten jungen Islam-Gläubigen hierzulande zu, schreibt die "Frankfurter Rundschau" unter Berufung auf die von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) in Auftrag gegebene Studie. Zudem habe sich gezeigt, dass die Religion innerhalb der muslimischen Bevölkerung eine enorme, bei jungen Leuten noch wachsende, Bedeutung habe.

Sechs Prozent werden als "gewaltaffin" eingestuft

40 Prozent der Muslime ordne die Studie als fundamental orientiert ein, mit klaren religiösen Orientierungsmustern und Moralvorstellungen. Eine kleine Gruppe von sechs Prozent werde als "gewaltaffin" eingestuft. Immerhin 14 Prozent der Befragten, von denen knapp 40 Prozent einen deutschen Pass hatten, stünden mit der Rechtsstaatlichkeit auf Kriegsfuß und zeigten eine problematische Distanz zur Demokratie, schreibt die Zeitung.

Laut der Erhebung der Hamburger Sozialforscher Peter Wetzel und Katrin Brettfeld identifizierten sich zwölf Prozent der Muslime in Deutschland mit einer stark religiös-moralischen Kritik an westlichen Gesellschaften, kombiniert mit der Befürwortung von Körperstrafen bis hin zur Todesstrafe. Schäuble sehe darin ein "ernstzunehmendes islamistisches Radikalisierungspotenzial", schreibt die Zeitung.

Ausgrenzung soll Schuld an der Islamisierung sein

Der Kultur- und Sozialanthropologe Werner Schiffauer sagte dem Blatt, die Studie komme aber auch zu dem Schluss, "dass demokratiefeindliche Einstellungen etwa gleich verteilt sind bei Muslimen und Deutschen. Daraus lässt sich nicht schließen, dass der Islam Demokratiefeindlichkeit stärker fördert".

Schiffauer führt die Islamisierung muslimischer Migranten dem Bericht zufolge auch auf ihre Ausgrenzung zurück: "Jugendliche etwa, die in der dritten Generation in Deutschland leben, werden als Ausländer wahrgenommen. Ihre zentrale Erfahrung ist, dass sie sich als Deutsche fühlen und trotzdem ausgegrenzt werden. Dann suchen sie nach Antworten, woher diese Diskriminierung kommt." Eine Antwort könne die ethnische Zugehörigkeit sein, eine biete der Islam. Der Zusammenhang von Ausgrenzung und islamischer Orientierung scheine sehr deutlich zu sein, wird der Forscher zitiert.

AP
 
 
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