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12. Juli 2007, 14:42 Uhr

"Vattenfall hat die Kontrolle verloren"

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Renate Künast, greift den Atomkraftwerkbetreiber Vattenfall scharf an und wirft ihm Desinformation und Lügen vor. "Das Unternehmen ist nicht geeignet, ein Atomkraftwerk zu führen", sagt Künast im Interview mit stern.de.

Renate Künast fragt sich, was es im Fall von Brunsbüttel und Krümmel noch zu prüfen gebe© Michael Latz/DDP

Frau Künast, angesichts der jüngsten Störfälle - hat Vattenfall seine Atomkraftwerke noch unter Kontrolle?

Es scheint so, dass Vattenfall weder Mitarbeiter noch Sicherheit unter Kontrolle hat. Und offenbar sind die Jungs von Vattenfall einfach nicht geeignet, ein Atomkraftwerk zu führen.

Was genau meinen Sie damit?

2001 gab es in Brunsbüttel eine Explosion. Doch Vattenfall weigert sich, eine vollständige Mängelliste für das AKW vorzulegen. Seit Jahren versucht das Unternehmen bei jedem Zwischenfall die wahren Dimensionen zu verschleiern. Diesen ständigen unseriösen Umgang mit der Risikotechnik Atomenergie muss man schon als krankhaftes Fehlverhalten bezeichnen.

Der deutsche Vattenfall-Chef Klaus Rauscher hat jetzt in einem Interview beteuert, für seine Firma gehe Sicherheit stets vor Wirtschaftlichkeit. Nehmen Sie ihm solche Aussagen ab?

Nein. Diese Aussage ist lächerlich. Ich glaube auch nicht, dass die Mehrheit der deutschen Bevölkerung ihm das abnimmt. Alles deutet doch daraufhin, dass Vattenfall Sicherheit eben nicht über alles geht.

Welche Konsequenzen fordern Sie?

Vattenfall muss natürlich die Betriebserlaubnis entzogen werden. Ich frage mich sowieso, was genau das zuständige schleswig-holsteinische Ministerium überhaupt noch prüfen will. Nach dem Gesetz reicht es bereits, wenn Tatsachen vorliegen, aus denen sich Bedenken gegen die Zuverlässigkeit des Führungsstabs ergeben, um die Genehmigung für ein AKW zu entziehen. Es gibt mittlerweile eine große Menge von Tatsachen die diese Zweifel begründen.

Die da wären?

Ja. Es ist ja nicht so, dass die jüngsten Ereignisse einzelne Vorkommnisse waren. Seit Jahren gibt es in Krümmel und Brunsbüttel immer wieder Störfälle. Bis heute hat all das nicht dazu geführt, dass Vattenfall einen seriösen und sorgfältigen Umgang mit ihren AKW pflegt. Jede Desinformation und Lüge des Unternehmens sind symptomatisch für ihr Grundproblem, seriös und sorgfältig mit der Atomkraft umzugehen.

Sind Häufigkeit und Umgang mit Störfällen ein spezielles Vattenfall-Problem?

Seit Anfang der 1990er Jahre hat es in Deutschland rund 2000 Störfälle in AKW gegeben. Aber nach meiner Kenntnis gibt es keinen Betreiber, der eine solche Fülle an Problemen im Umgang mit seinen Atomkraftwerken hat wie Vattenfall.

Vattenfall-Chef Rauscher hat gesagt, er habe unterschätzt, dass sich auch die Öffentlichkeit ein Bild machen wolle...

...ein Hohn. Genauso wie die Ankündigung, die Firma wolle ab sofort über alle Vorkommnisse im Internet informieren. Transparenz ist wichtig und gut, aber das ist eine Nebelkerze. Das Problem ist doch: Otto Normalverbraucher hat keine Ahnung, wie man ein Atomkraftwerk betreibt. All die Informationen nützen nichts, weil nur Fachleute etwas damit anfangen können. Und regelmäßig über Schlampereien informiert zu werden, hilft ja nicht weiter. Die Schlampereien müssen aufhören.

Interview: Niels Kruse
 
 
KOMMENTARE (10 von 10)
 
the_brain (14.07.2007, 13:31 Uhr)
@appaz
..was bist du denn für eoin snob !?
kommst du nicht klar darauf dass dein land 'fehler' gemacht hat ??
was ist denn bitte daran anstößig wenn sich jmd aus spass 'hitdolf_alder' nennt ?? angesichts des inhalts seiner kommentare ist der der name wohl gewählt und sehr amüsant. ich wette du warst schon immer ein petze
xxx_pole_xxx (13.07.2007, 15:33 Uhr)
@sportartmakler
warum? wenn das seine meinung ist ?
übrigens sieht die alte wirklich aus wie ein schrubber, da ist 'fotze' noch ein kompliment
hevosenkuva (13.07.2007, 13:33 Uhr)
@HeinzManfred
"Es ist nichts passiert und es wäre nichts passiert und es wird nichts passieren was zum Gau führt ."
na, diese Worte (die klingen, als hätte Vattenfall sie bezahlt. oder zumindest diktiert) in Gottes Ohr.
Und bei "Die Grünen haben lange schon ihre Unschuld verloren und werden von Lobbyisten gesteuert ." musste ich doch mal herzlich lachen.
zum Glück glaubt kein Mensch solchen Unsinn wie Sie ihn da verbreiten : )
sportartmakler (13.07.2007, 13:19 Uhr)
@hitdolfadler
können sie eigentlich auch kommentare ohne ihr lieblingswort fotze verfassen? wer in allen möglichen bloggs so seine meinung deutlich macht stellt sich selbst ein intelektuelles armutszeugnis aus und sollte doch einfach mal die klappe halten!
appaz (13.07.2007, 13:05 Uhr)
Bitte um Ausschluss
Unabhängig von der Wortwahl sollte der Verfasser des Elaborates "@kuenast" allein schon aufgrund seines abstoßenden Nicknames aus dem Forum entfernt werden.
520i (13.07.2007, 12:11 Uhr)
@ AKW-Fürsprecher
Ich bin mit Sicherheit kein militanter Atomkraftgegner (zumindest so, wie es sich Lobbyisten und Fürsprecher sich das Klischee vorstellen) aber diese ganzen "Ist-ja-garnichts-passiert"-Gutmenschen sollten sich mal die Frage stellen, ob sie in der Nachbarschaft eines solchen Störanfälligen Reaktors wohnen wollten. Oder doch eher in der Nähe von Solarkraftwerken und Windkraftanlagen?
Ich bin jedenfalls froh, dass es in meiner Nähe keine AKWs gibt, und das hat nichts mit krankhafter Paranoia und Öko-getue zu tun. Und ja, ich bin mir der tatsache bewusst, dass ein GAU einen größen Wirkungskreis als meine Entfernung zum nächsten AKW hat.
HeinzManfred (13.07.2007, 12:00 Uhr)
es ist kein Wahlkampf
Man hat das Gefühl die ganze Bande steckt in einem ewigen Wahlkampf . Die Grünen haben lange schon ihre Unschuld verloren und werden von Lobbyisten gesteuert . Man soll nicht jede Kleinigkeit aufbauschen und Alarm schlagen . Es ist nichts passiert und es wäre nichts passiert und es wird nichts passieren was zum Gau führt . Die Panikmache der Politiker wenn es denn welche sind ist unangemessen und verwirrt . Die Umweltheinis der Politik reden viel und davon ganz viel Blödsinn . Es ist auch immer seltsam woher diese Leute das Halbwissen haben . Seltsamerweise wird viel Alarm gemacht und am Ende ändert sich nichts bis auf neue Abgaben für das Volk . Man sollte den Regierungssitz im Wattenmehr bauen , dort können die dann nicht so schnell weg und müssen ihren Blödsinn über umweltfreundliche Medien verbreiten . Videokonferenz usw.
Auf ein schönes Wochenende Manfred Joho
tripex (13.07.2007, 04:19 Uhr)
Lobbyismus
Bravo Kuenast! Der Grund fuer die noch nicht erfolgte Entziehung der Betriebserlaubnis liegt doch auf der Hand. Politiker mit Nebenjobs in AKWs. Also macht endlich mal was, um zumindest etwas Vertrauen in die Politik zurueckzugewinnen.
traldors (12.07.2007, 16:23 Uhr)
Strafe muss sein und (...)
der Wechsel zu einem anderen Stromanbieter ist schnell vollzogen.
Vattenfall hat wie E-ON mit massiven "Abwanderungswellen" zu tun.
Merke: Schmuh comes back to you!
lukeserious (12.07.2007, 16:00 Uhr)
...
Alle reden von Terroristen und wie hoch die Risiken eines Terroranschlags in Deutschland sind, aber die wahren Gefarhen wie solche AKWs werden verharmlost und dann wird auch noch der Atomausstieg rückgängig gemacht... Man wird ja sehen wo das hinführt...
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