Die Kombi-Rente kommt: Arbeitsministerin Ursula von der Leyen will die Kombination von Teilrente mit Teilzeitarbeit schon 2013 einführen. Die Gewerkschaften kritisieren die Änderung als "Tropfen auf den heißen Stein" im Kampf gegen die Altersarmut.

Die Bundesregierung will die Kombi-Rente noch vor der Wahl im nächsten Jahr einführen© Rainer Jensen/DPA
Die von der Bundesregierung geplante neue Kombi-Rente soll noch vor der Bundestagswahl 2013 eingeführt werden. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wolle noch vor der Sommerpause 2012 die entsprechende gesetzliche Neuregelung vorlegen, berichtet die "Rheinische Post" am Mittwoch. Für ältere Arbeitnehmer, die künftig vorzeitig in den Ruhestand gehen möchten, soll es demnach deutlich attraktiver werden, statt einer Vollrente eine Teilrente zu beziehen und daneben weiter in Teilzeit zu arbeiten.
Dazu würden die bisher engen und komplizierten Hinzuverdienstgrenzen für Teilrentner ab Anfang 2013, spätestens aber Mitte 2013 deutlich angehoben und flexibilisiert, berichtete die Zeitung weiter. "Immer mehr Menschen wollen und können länger arbeiten, wünschen sich aber für die letzten Berufsjahre einen anderen Rhythmus aus Beruf und Freizeit", sagte von der Leyen der Zeitung.
Der Chef der Deutschen Rentenversicherung, Herbert Rische, lobte die Pläne. "Es geht vor allem darum, flexible Übergänge in Rente attraktiver zu machen", sagte Rische der Zeitung. Die Teilrente könne neben einer Teilzeitbeschäftigung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber interessant sein, "ohne dass dies die Solidargemeinschaft der Beitragszahler und Rentner etwas kostet".
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisierte den Vorstoß von der Leyens. "Die Vereinfachung der Teilrente ist sicher sinnvoll, zur Bekämpfung von Altersarmut jedoch weniger als ein Tropfen auf den heißen Stein", erklärte Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Die meisten Beschäftigten müssten frühzeitig in Rente gehen, weil sie "nicht mehr können, weil sie sich für den Job verschlissen haben". Jeder fünfte Neurentner sei gesundheitlich nicht mehr in der Lage zu arbeiten und beziehe eine Erwerbsminderungsrente. Nötig sei eine deutlich bessere Absicherung von Erwerbsgeminderten und Geringverdienern.