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16. Oktober 2008, 17:47 Uhr

Merkel einigt sich mit den Ländern

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Bundesländer haben sich auf das fast 500 Milliarden Euro schwere Rettungspaket für notleidende Banken verständigt. Die Länder müssen zwar weiterhin 35 Prozent der Kosten tragen, doch in anderen Punkten wurde ein Kompromiss erzielt.

Das Rettungspaket von Kanzlerin Angela Merkel war anfangs auf erbitterten Widerstand in einigen Bundesländern gestoßen© Dirk Waem/EPA

Der Weg für das 480 Milliarden Euro schwere staatliche Rettungspaket für den Finanzmarkt ist frei: Nachdem die Bundesregierung und die 16 Länderchefs sich geeinigt hatten, stimmten am Donnerstagabend auch die Koalitionsfraktionen in Berlin dem Kompromiss zu. Damit gilt die Zustimmung von Bundestag und Bundesrat als sicher.

Der Kompromiss sieht zwar vor, dass die Länder für die Rettung ihrer Landesbanken selbst aufkommen sollen, und es bleibt bei der Aufteilung der Kosten von 65 Prozent für den Bund und 35 Prozent zwischen Bund zu Ländern. Allerdings wird der Länderanteil bei 7,7 Milliarden Euro gedeckelt. Das erklärten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Peer Steinbrück sowie der hessische Ministerpräsident Roland Koch und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit am Donnerstag nach einem Treffen im Kanzleramt.

"Das System wird funktionieren"

Merkel sprach von "konstruktiven Gesprächen, getragen von der gemeinsamen Verantwortung für unser Land". Alle gaben sich zuversichtlich, dass Bundestag und Bundesrat am Freitag dem gefundenen Kompromiss zustimmen werden. Nach Steinbrücks Worten wird zusätzlich der Gesetzestext über die abschließende Verordnung, mit der der Rettungsfonds am Schluss abgewickelt wird, so gefasst, dass der Bundesrat zustimmen muss. Damit können die Länder am Ende mit abstimmen, wie ihre Beteiligung geregelt wird.

In das Lenkungsgremium des Fonds soll laut Steinbrück darüber hinaus ein Vertreter der Länder berufen werden. Koch sagte, er kenne kein Bundesland, dass den Kompromiss nicht mittrage. "Ich glaube, dass wir am Ende dieser Woche die Finanzkrise beenden. Das System wird funktionieren." Bei der jetzt gefundenen Lösung handele es sich "um eine strukturelle Verbesserung" gegenüber dem Gesetzentwurf der Bundesregierung.

Wowereit sagte, "Bund und Länder stehen zu dieser Verantwortung" der öffentlichen Hand, die Probleme der Finanzkrise zu lösen. "Wir werden alle daran arbeiten, dass so wenig wie möglich Belastung auf den Steuerzahler zukommt."

Das Gespräch im Kanzleramt war einer der letzten Schritte vor der parlamentarischen Verabschiedung des Rettungspakets nach einem nur fünftägigen Schnellverfahren. Nach der Ausfertigung durch Bundespräsident Horst Köhler und der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt soll es vor Öffnung der Börsen am Montag in Kraft treten.

Allerdings sind nicht alle Parteien mit dem Kompromiss glücklich: Die Linkspartei lehnte das Paket ab. Die FDP und die Grünen machen ihre Zustimmung von kleineren Änderungen in den nächtlichen Ausschusssitzungen abhängig.

Der Haushaltsausschuss des Bundestages beschloss indessen, den geplanten Fonds am Modell der Treuhandanstalt zu orientieren. Das berichtete des "Handelsblatt". Demnach wird diese Banken-Treuhand bei der Bundesbank angesiedelt und mit einer starken Persönlichkeit an der Spitze besetzt werden. Ein Lenkungsausschuss mit Vertretern der Ministerien für Finanzen, Wirtschaft und Justiz solle die Anstalt öffentlichen Rechts kontrollieren. Die Rechts- und Fachaufsicht solle beim Finanzministerium liegen.

AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 13)
 
Aquarius2 (17.10.2008, 23:34 Uhr)
Rettung der Spielbanken
Nach dieser erfolgreichen Rettungsaktion für Spekulanten empfehle ich, künftig am Ausgang von Spelbanken den Ausgleich für alle Verluste ab 1000.000 Euro in bar anzubieten. Die Wenigen, die mit viel Geld Deutschland regieren, werden diese Maßnahme begrüßen und der Regierung viele Komplimente machen.
Der evtl. daraus resultierende Neid-Diskussion der armen Sclucker wird die Koalition der angepassten Medien schon entsprechend begegnen. (z.B. Bild: "Deutschland hat gespielt, verloren und gewonnen")
msjones777 (17.10.2008, 08:21 Uhr)
Kaiserin ohne Kleider
Die Blamage, die Frau Merkel sich selber bei Ihrer Regierungserklärung gegeben hat, ist riesengross, wird aber von der Presse gnädig unter den Tisch gedrückt. Schon die vorgetragene Rede - ein Trauerspiel, Ständig hat sie sich versprochen undverhaspelt, typisch wenn jemand eine Rede abliest, die andere geschrieben haben und wenn man von dem Thema nichts versteht!! Ackermann und Konsorten grinsen sich eins. Und dann noch Tietmeyer, den Bock zum Gärtner machen.
Ich hoffe, das war auch für die Dümmsten entlarvend genug.
pitiplatsch (17.10.2008, 06:48 Uhr)
Bin mal gespannt
wenn der schleimende Abzockerhaufen der sich Regierung nennt, die Gebühren und Steuern wieder erhöht. Da wird nebenher beschlossen, das der widerliche und Menschenverachtende Zivilisten tötende Krieg, mal ebenso um 14 Monate verlängert wird und 1000 Soldaten mehr runtergeschickt werden. Da wird das deutsche Volk nicht befragt. Da werden 500 Milliarden Steuergelder den Ärmsten und wärmsten Geldverschwendern ( 60 Millionen Euro Jahresgehalt für was eigentlich ) in den Arschgeblasen mit dem Hinweis zu unserem besten. Diese Verbrecher gehören auf die Anklagebank und dann in den Knast auf nimmerwiedersehen, aber das wir nie nie nie geschehen. Dies ist die " Gerechtigkeit " wie sie unsere Politiker und Abzocker verstehen. Kriege und Partys veranstalten sich die Taschen füllen auf Kosten der Arbeinehmer und Rentner. Mafia pur.
tagora-sagittara (17.10.2008, 01:03 Uhr)
Schon lustig,...
da muss man sich ersthaft fragen warum der deutsche Bundeshaushalt kein Konjunkturprogramm von ein paar Milliönchen hergibt,... den Kapitalzocker aber schlappe 500 Milliarden in den Rücken stemmt,... nicht etwa um das unglaubliche Aktien und Wettsystem zu beseitigen,... nein um es zu stützen!!
Da sag ich nur: "Das haben sie sich schön gemerkelt Frau Deutschlandvernichter!!
jomimo (16.10.2008, 23:20 Uhr)
Sehe gerade Illner im ZDF
Prof. Sinn, Herr Hundt schwafeln ungestoppt.
Illner mischt sich nicht oder zu spät ein.
jomimo (16.10.2008, 23:04 Uhr)
Hallo Turmfalke
ich schließe mich Ihnen an
jomimo (16.10.2008, 22:57 Uhr)
Wir wollen den Menschen helfen ....
wer ist denn nun gemeint? Der Mensch, welcher 1 Million verlieren könnte oder jener, der nicht so genau weiß, wie er Energie, Miete und Ernährung noch finanzieren kann von seinem kleinen und hochbesteuerten Entgelt??
ingok. (16.10.2008, 22:31 Uhr)
Da fällt mir nichts mehr zu ein, ....
diejenigen, die diese Krise mit Ihrer Geldgier und Raffsucht zu verantowrten haben wird das Geld auch noch in den Rachen geworfen. Es bleibt doch schlussendlich nur die "englische" Lösung, verstaatlichen. Hier wird Geld verbrannt für Menschen, die eh Ihre Schaäfchen im Trockenen haben, aber für denjenigen, die auf Geld angewiesen sind, bleibt mal wieder nichts übrig. Tolle Politik. Und der Steuerzahler ist mal wieder der Dumme und darf auf Steuererhöhungen hoffen, um die Finanzlücken zu schliessen. Nein, nein, so nicht liebe Politiker, die nächste Wahl wird Euch zeigen, was wir davon halten.
hannes_schinder (16.10.2008, 21:18 Uhr)
Welche Länder machen Probleme?
Das Stoiberland, das Koch und das Kleverle Land? Wäre einfach mal interessant hier mehr Details zu erfahren.
lazarus06 (16.10.2008, 20:20 Uhr)
Es fehlen die Worte so langsam.....
Taten währen gefordert ... es ist VERARSCHUNG sonst nichts
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