. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
20. Oktober 2008, 06:47 Uhr

Regierung kürzt Bankern die Gehälter

Maximal 500.000 Euro Jahresgehalt, keine Bonuszahlungen, keine Dividendenausschüttung für die Zeit der Sanierung: Die Bundesregierung macht den Banken, die Geld aus dem 500 Milliarden Euro schweren Rettungspaket in Anspruch nehmen, strenge Auflagen.

Finanzmininster Peer Steinbrück und Kanzlerin Angela Merkel knüpfen die Hilfen an Bedingungen© Andreas Rentz/Getty Images

Die Bundesregierung hat zu Beginn der neuen Börsenwoche strenge Auflagen für Leistungen aus dem milliardenschweren Rettungspaket für die Finanzbranche beschlossen. In einer Rechtsverordnung legte das Kabinett fest, Managergehälter in notleidenden Banken generell auf maximal 500.000 Euro pro Jahr zu begrenzen. Ausnahmen sind möglich. Zudem sollen Bonus-Zahlungen gestoppt und Dividendenausschüttungen für die Zeit der Sanierung an andere Anteilseigener als den Rettungsfonds ausgeschlossen werden.

Die Kapitalspritzen sollen auf zehn Milliarden Euro und der Ankauf von Risiko-Positionen auf fünf Milliarden Euro je Institut begrenzt werden. Insgesamt stehen bis zu 500 Milliarden Euro zur Verfügung. Das entsprechende Gesetz war in der vergangenen Woche im Eilverfahren beschlossen worden.

Die Bundesregierung will Einfluss auf die Geschäftspolitik der betroffenen Banken nehmen. Strittig war zwischen SPD und Union bis zuletzt der Passus zur maximalen Vergütung von Managern bei Banken, die die Hilfsmaßnahmen in Anspruch nehmen. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte sich für die Deckelung ausgesprochen. Alles darüber hinaus wäre im Fall einer solchen Regelung "unangemessen".

Das Rettungspaket bietet angeschlagenen Finanzinstituten Bürgschaften für Kredite von Bank zu Bank ("Garantieübernahme"), Eigenkapital gegen Anteile oder stille Beteiligungen ("Rekapitalisierung") sowie die Übernahme von faulen Positionen in den Bilanzen der Banken ("Risikoübernahme"). Die Kapitalspritzen sollen auf zehn Milliarden Euro und der Ankauf von Risikopositionen auf fünf Milliarden Euro je Institut begrenzt werden. Dafür behält sich die zuständige "Finanzmarktstabilisierungsanstalt" unter Aufsicht des Finanzministeriums vor, bei der betroffenen Bank "die Geschäftspolitik und deren Nachhaltigkeit" zu überprüfen. Dazu können Auflagen zählen, dass das Institut Geschäfte mit riskanten Produkten oder in bestimmten Märkten aufgibt.

Für alle Hilfsmaßnahmen werden Gebühren oder Ausgleichszahlungen fällig. Außerdem soll das betroffene Institut mittelständischen Unternehmen Kredite gewähren und die Vergütung seiner Manager an "langfristigen und nachhaltigen Zielen" ausrichten. Noch hat keine Bank Leistungen aus dem Fonds beantragt. Die bayerische Landesbank BayernLB bekundete jedoch bereits Interesse.

Keiner will der Erste sein

Am Montag wollten in Berlin zudem Bankenvertreter zusammenkommen, um ihr weiteres Vorgehen abzusprechen. Das Magazin "Focus" hatte am Wochenende berichtet, die deutschen Banken dächten daran, das staatliche Hilfspaket gemeinsam zu nutzen. Das Problem der angebotenen Hilfen sei, dass keiner der erste sein wolle, sagte ein hochrangiger Sparkassenfunktionär dem Magazin. Es sei daher gut möglich, dass sich "alle Banken darauf verständigten, gemeinsam in einem großen Schritt" unter den Schutz des Schirms zu gehen. Der Vorteil für die Branche liege darin, dass Außenstehende nicht mehr so leicht ablesen könnten, welche Institute tatsächlich Hilfe bräuchten und welche nicht.

DPA/AFP
 
 
KOMMENTARE (10 von 24)
 
pitiplatsch (21.10.2008, 07:12 Uhr)
Ich habe gestern
gehört, das es AUSNAHMEN bei der Entlohnung der Bankenmanager, die den deutschen Staat fast an die Wand gefahren haben, geben soll !!!! Anstatt sie auf Schadensersatz zu verklagen werden dies Mafiösen Manager noch belohnt, ich glaubs einfach nicht. Der Paksünder wird eingesperrt die die Milliarden verzocken werden mit 500 000 Euro verwöhnt. Das ist deutsche Gerechtigkeit, wo sind die Staatsanwälte ??? Sind diese etwa bestochen worden damit sie so ruhig sind ???
michael_s (20.10.2008, 12:48 Uhr)
wie kann man nur ...
Rettungspaket, Managergehälter .....
gibt es eigentlich jemanden der tatsächlich schon Verantwortung übernommen hat ??? Jeder zeigt derzeit mit dem Finger in irgendeine Richtung - aber wer hat eigentlich dieses gesamte Konstrukt zur Gewinnmaximierung installiert, dass jetzt zusammengebrochen ist? Werden "§ 266 Untreue" oder "§ 264a Kapitalanlagebetrug" irgendwo Anwendung finden - oder werden im Rettungspaket die Schuldigen eventuell anonym mitgerettet ? Ohne Kläger - kein Beklagter! Das ist keine vertrauenbildende Massnahme für den kleinen Mann ... eher sowas wie Generalverarsche 2.Akt.
seelenflieger (20.10.2008, 12:22 Uhr)
Anmerkung
All diejenigen, die jetzt Frau Merkel in der Rolle der "Robine Hood des kleinen Mannes" sehen, dem sei gesagt: Das mit der Deckelung der Managergehälter funktioniert nie! Das wird keine vier Wochen dauern und schon wird man irgendein Schlupfloch gefunden haben, entweder erhöht man einfach irgendwelche Aufwandpauschalen oder man stellt einfach die Ehefrau als Sekretärin ein mit einem Jahresgehalt von 250.000 Euro usw. Fazit: Reiner Aktionismus und Populismus.
Clibanarius (20.10.2008, 12:17 Uhr)
Wen spricht auf dem...
...Bild die Merkel mit ihrer Autofahrergeste eigentlich an? In Frankreich bedeutet diese Geste "Werlos", in Deutschland und vielen anderen Ländern "Arschloch".
rugero (20.10.2008, 12:10 Uhr)
Die falsche Priorität
Jeder dieser Artikel beginnt mit mit der Begrenzung der Managergehälter. Das macht sich gut vorm dummen Wählervolk. Meines Erachtens sollen die Manger gern viel verdienen, allerdings sollen sie nachhaltig wirtschaften und nicht zocken. Wirklich wichtig sind Spielregeln für Banken und persönliche Haftung mit saftigen Strafen bei grober Fahrlässigkeit oder Bereicherung durch unsaubere Tricks. Konzernmanager sollten genauso behandelt werden wie Geschäftsführer mittelständischer Unternehmen. Ich fürchte nur, Banken und Politiker sind zu verknüpft, um da wirksame Instrumente entstehen zu lassen. Keine Bank ist ohne Politiker im Aufsichtsrat und die Herrschaften haben ja schon in der Vergangenheit beide Augen zugedrückt bei riskanten Bankgeschäften
Sternchen2020 (20.10.2008, 11:55 Uhr)
Gemeinsam unter den Schirm?
Damit die Öffentlichkeit nicht erfährt, wer Hilfe benötigt uns auch erhält. Das wäre abstrus, würde man dem zustimmen, immerhin ist die Öffentlichkeit Kreditgeber und Garant. Kredit und Garantien erhält nur, wer sich offenbart und dies in jeder Hinsicht. Oder will man kurz nach Bekanntgabe der Rettungsaktion schon wieder mit Mauscheleien und Intransparenz loslegen?
Eine Wette: Man wird den Wünschen der Banken nachgeben, so, wie es in der Vergangenheit auch immer war.
Rainhelt (20.10.2008, 11:31 Uhr)
Vielleicht wäre...
die Überschrift
"Rettungspaket für Geschäftsbanken passé"
treffender.
So wird die Kreditklemme garantiert nicht aufgelöst. Nur das desaströse Risikomanagement der öfentlichen Banken wird so geschickt kaschiert werden und die Politik steht gut da und kann weiter auf die bösen Manager eindreschen.
Armes Deutschland...
mramorak (20.10.2008, 11:16 Uhr)
Der Staat die Banken verwalten?
Die deutschen Banken, die der Staat verwaltet warendoch die ersten, die gelitten haben. Aber scheinbar spielt es vielen keine Rolle, wieviel oder wenig Gelt der Staat hat, hauptsache, der Staat hat das (wenige)unter seiner Kontrolle.
Der erste Schritt ist Euro 500 000 als spitzengehalt, dann geht es weiter runter (ausser den linken Kontroleuren), bis alle das gleiche Einkommen haben - Einkommensverteilung. Aber nicht Arbeitsverteilung. Niemanmd muss arbeiten, der Staat macht es schon.
guenti2477 (20.10.2008, 11:04 Uhr)
@halodri73
Wirklich - der Kommentar hat mir auch am besten gefallen. Er sollte sich für das Amt des Bundespräsidenten für die Linkspartei bewerben. Ganzbaf wird dann sein Sekretär.
hevosenkuva (20.10.2008, 11:01 Uhr)
rätselhaftes Ungleichgewicht
Was mir bisher noch niemand erklärt hat: die USA beschließen ein Rettungspaket von 700 Milliarden Euro, Deutschland alleine (nicht die EU) ein Paket von 500 Milliarden Euro.
Das BIP der USA ist 4-5 mal so hoch wie das der Bundesrepublik. Die USA haben ungefähr 3,7 mal so viele Einwohner. Amerikanische Krisen dürften vielfach größere Auswirkungen auf unsere Börsen haben als umgekehrt (in Deutschland fällt ein Topf Sauerkraut um...)
Das BIP/Einwohner der USA liegt bei dem 1,14-fachen der BRD, das entspricht etwa dem Verhältnis der Rettungspakete zueinander. Kann ja sein, dass das voneinander völlig unabhängige Zahlen sind, aber merkwürdig bleibt es, dass unsere vergleichsweise kleinen Banken mehr Rettung brauchen.
de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Bruttoinlandsprodukt
MEHR ZUM ARTIKEL
Finanzkrise BayernLB wird Rettungspaket nutzen

Die BayernLB wird voraussichtlich als erste Bank Hilfen aus dem Rettungspaket der Bundesregierung in Anspruch nehmen. Andere Banken erwägen einen ähnlichen Schritt, befürchten aber einen Ansehens- und Bonitätsverlust, falls ihre Finanzprobleme öffentlich würden. mehr...

Finanzkrise Landesbanken beraten über Rettungspaket

Mehrere Landesbanken wollen über die Annahme des Rettungspakets der Bundesregierung beraten. Eine Abstimmung mit Privatbanken ist zunächst nicht geplant. Die Hilfsmaßnahmen - und die damit verbundenen Bedingungen - werden nicht von allen Banken begrüßt. mehr...

Finanzkrise Das Rettungspaket ist abgeschickt

In weniger als einer Woche hat die Bundesregierung das Rettungspaket für den Finanzmarkt unter Dach und Fach gebracht. In einem letzten Schritt unterzeichnete Bundespräsident Horst Köhler das 500-Milliarden-Euro-Gesetz. Das ifo-Institut für Wirtschaftsforschung befürchtet allerdings, dass die Banken die Staatshilfe gar nicht annehmen. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe