Die CDU braucht ein "ausgeprägtes, kantiges wirtschaftspolitisches Profil", fordert Kurt Lauk vom Wirtschaftsflügel der Partei im stern.de-Interview. Statt eines linken Wohlfühl-Wahlkampfes muss den Wählern klar gesagt werden, was geht und was nicht.

Der Präsident des Wirtschaftsrates: Kurt Lauk
In Niedersachsen hat sich gezeigt, dass man mit einer klaren Wirtschaftspolitik eine sichere bürgerliche Mehrheit jenseits der 50 Prozent erobern kann. Das ist für mich die wichtigste Botschaft.
Die Themen, die in seinem Wahlkampf vorne standen, haben bei den Wählern nicht verfangen. Die wollten einen Wohlfühl-Wahlkampf, wie er von der linken Seite geführt worden ist. Die wirtschaftlichen Themen wiederum wurden von der CDU nicht gebracht, obwohl sie sich in Hessen sehr wohl damit hätte sehen lassen können. Vor allem wurde nicht gesagt, dass man nur verteilen kann, was vorher erwirtschaftet worden ist. Dies muss die CDU bundesweit wieder ins Bewusstsein rufen.
Sie ist zu scharf und zu einseitig. Sie geht an der politischen Wirklichkeit der Großen Koalition, die auch uns nicht passt, vorbei.
Wir sind als Wirtschaftsrat ebenfalls gegen einen flächendeckenden Mindestlohn.
Dieser Schritt war ein Fehler, zugegeben. Ein Fehler allerdings, den leider auch manche Arbeitgeber gutheißen. Auf der anderen Seite hat diese Koalition wichtige wirtschaftspolitische Weichen gestellt, was etwa die Erbschaftssteuer angeht, was die Mitarbeiterbeteiligung angeht. Und vor allem ist der Marsch in die weitere Verschuldung gestoppt worden.
Da müssen wir den Sack noch zubinden, das ist richtig.