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30. Januar 2008, 13:15 Uhr

"Friedrich Merz fehlt uns sehr"

Die CDU braucht ein "ausgeprägtes, kantiges wirtschaftspolitisches Profil", fordert Kurt Lauk vom Wirtschaftsflügel der Partei im stern.de-Interview. Statt eines linken Wohlfühl-Wahlkampfes muss den Wählern klar gesagt werden, was geht und was nicht.

Der Präsident des Wirtschaftsrates: Kurt Lauk

Herr Lauk, wie erklärt der Wirtschaftsrat der CDU die in Hessen katastrophalen, in Niedersachsen erheblichen Verluste der CDU?

In Niedersachsen hat sich gezeigt, dass man mit einer klaren Wirtschaftspolitik eine sichere bürgerliche Mehrheit jenseits der 50 Prozent erobern kann. Das ist für mich die wichtigste Botschaft.

In Hessen kann davon keine Rede sein. Hat Roland Koch wirtschaftspolitisch versagt?

Die Themen, die in seinem Wahlkampf vorne standen, haben bei den Wählern nicht verfangen. Die wollten einen Wohlfühl-Wahlkampf, wie er von der linken Seite geführt worden ist. Die wirtschaftlichen Themen wiederum wurden von der CDU nicht gebracht, obwohl sie sich in Hessen sehr wohl damit hätte sehen lassen können. Vor allem wurde nicht gesagt, dass man nur verteilen kann, was vorher erwirtschaftet worden ist. Dies muss die CDU bundesweit wieder ins Bewusstsein rufen.

Von der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel? Ihr Kollege Josef Schlarmann, Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU, wirft der Kanzlerin vor, sie fahre einen Linkskurs, der von den bürgerlichen Stammwählern in der Union nicht mitgetragen werde. Teilen Sie diese Kritik?

Sie ist zu scharf und zu einseitig. Sie geht an der politischen Wirklichkeit der Großen Koalition, die auch uns nicht passt, vorbei.

Wieso? Niemand hat Merkel etwa zu ihrem Einschwenken auf ein Ja zum Mindestlohn im vergangenen Jahr gezwungen. Sie hat das der SPD angeboten.

Wir sind als Wirtschaftsrat ebenfalls gegen einen flächendeckenden Mindestlohn.

Wir reden nicht von einem flächendeckenden Mindestlohn, sondern von Mindestlöhnen in einzelnen Branchen wie dem Postgewerbe.

Dieser Schritt war ein Fehler, zugegeben. Ein Fehler allerdings, den leider auch manche Arbeitgeber gutheißen. Auf der anderen Seite hat diese Koalition wichtige wirtschaftspolitische Weichen gestellt, was etwa die Erbschaftssteuer angeht, was die Mitarbeiterbeteiligung angeht. Und vor allem ist der Marsch in die weitere Verschuldung gestoppt worden.

Wir wundern uns. Gegen den Kabinettsentwurf zur Erbschaftssteuer gibt es massive Kritik der CDU/CSU, um nicht zu sagen einen Proteststurm. Was die Mitarbeiterbeteiligung betrifft, so ist da noch nichts beschlossen, außer dass man sie ermöglichen will.

Da müssen wir den Sack noch zubinden, das ist richtig.

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KOMMENTARE (10 von 17)
 
guinness.1 (31.01.2008, 18:29 Uhr)
Merkel forever - hoffentlich nicht mehr lange!
Da hat der ehemalige Schützling Kohls aber gut aufgepaßt: der hat auch unliebsame Konkurrenten nicht hochkommen lassen.
Kaum an der Regierung, hat Merkel den sehr fähigen Merz so lange weggebissen, bis der aufgegeben hat.
Und die ständigen Versuche, uns das Märchen vom Aufschwung so lange vorzubeten, bis wir (eingelullt und benebelt) das dann hoffentlich auch endlich glauben, werden langsam unerträglich. Und das ständige "Bereinigen" der Arbeitslosenzahlen dadurch, daß immer kurz vor der Bekanntgabe der nächsten Zahlen zahlreiche Arbeitslose auf die unsinnigsten Kurse geschickt werden, weil sie dann aus der Statistik rausfallen, hat sich inzwischen auch schon herumgesprochen.
Bei den nächsten Wahlen werden hoffentlich die Wähler ihre Macht nutzen und (wie schon bei Kohl) die Person, die sich an der Spitze festgekrallt hat, abwählen.
kaffeesatz (31.01.2008, 11:48 Uhr)
Friedrich Merz
wurde aus machtstrategischen Gründen von Frau Merkel zu einer Zeit "weggebissen", wo sie selbst noch nicht
den Unterschied zwischen Brutto- u. Nettolöhnen kannte! Die Quittung kommt jetzt! Selbst der "Professor aus Heidelberg" hätte es besser gekonnte, wie die sog. Fachmänner/frauen die z.Zt. unsere (Un)geschicke lenken. Die Bevölkerung, zumindestens 3/4 davon,
nämlich die, die zur sog. Mittel-u./o. Unterschicht gehören sehen mit Ängsten in die Zukunft. Da hilft es auch nichts, wenn Frau Merkel gebetsmühlenartig den bei uns ankommenden Aufschwung beschwört. Das tägliche Leben lehrt uns etwas anderes.
erichmonika (31.01.2008, 11:19 Uhr)
Es ist nicht zu fassen
Die bekommen den Hals nicht voll und die Wirtschaftspolitik nicht in den Griff. Daher müssen Hungerlöhne her, damit es den Lauks und so weiter noch besser geht. Gerade die Post zeigt doch, dass man versucht hat (bei Pin)durch Hungerlöhne die Konkurrenz niederzumachen (Briefträger kann man nicht nach Rumänien schicken). Das ist die asoziale Marktwirtschaft. Gut das sich die SPD durchgesetzt hat. Die CDU ist die Partei der Hungerlöhne. Übrigens: in Frankreich und in den USA gibt es Mindestlöhne. Sollte dort wie eine hier schreibt der Sozialismus ausgebrochen sein. So einen Schmarrn kann nur ein Mensch mit schlechtem Schulabschluss verzapfen. Er sollte nachsitzen.
Pijey (31.01.2008, 10:46 Uhr)
@nightmare_online
nun ja es gibt halt immer wieder unverbesserliche, die meinen der Geldsegen kommt vom Himmel gefallen.
Zu den Gesamtschulen in Finnland kann ich nur sagen das dort ein anderes System herrscht. ALLE Kinder die der finn. Sprache nicht mächtig sind werden in Sonderkursen erst einmal auf ein normales Sprachniveau gebracht. Hier ist Kauderwelch in der Schule und sie wollen kein Deutsch lernen. Wie ist es möglich das hier lebende Ausländer z.T. in der 2. und 3. Generation immer noch kein Deutsch können? Sie wollen es nicht und der Staat schleift sie durch, auf Kosten der Steuerzahler.
Wenn sie schon den Versprechen der Linken verfallen sind dann sollten sie aber auch erklären können wo das Geld her kommen soll um diese Versprechen einzulösen.
Mit dieser Politik vertreiben sie die Industrie ganz sicher, und ohne Industrie keine Arbeite, ohne Arbeit kein Geld und ohne Geld keine Wohltaten, ist doch einfach, oder etwa nicht. Es genügt nicht zu erklären wir werden den Kostenaufwand den Reichen abnehmen. Die werden dann ganz schnell das Weite suchen hier, ps. das würde ich sicher auch tun, oder sie etwa nicht?
Die ganze Linke Szene, auch innerhalb der Grünen und SPD haben über Jahre zuviel, zu leichtfertig verteilt um Wähler zu kaufen. Die Rechnung bekommen wir heute präsentiert. Es ist einfach zu wenig und zu billig solche versprechen zu machen die man später nie einhalten kann. Auch Beck ist diesem Wahnsinn schon wieder verfallen. Nun haben wir ein paar Arbeitslose weniger und schon wird wieder fleißig versprochen und verteilt. Diese Politik geht ein paar Jahre gut, aber dann folgt das Chaos. Und bezahlen werden es die Arbeiter mit ihren Steuern und unsere Kinder und Kindes Kinder. Suuuuper Politik.
Dirk_37 (31.01.2008, 03:53 Uhr)
@seppmaier
Da gebe ich Ihnen Recht: viele Politiker sind Berufspolitiker, die noch nicht viel zum Bruttosozialprodukt beigetragen haben. Und diejenigen welche schon mal in ihrem Leben gearbeitet haben waren entweder Lehrer (Pädagogen, im weitesten Sinne,verbeamtet) oder Anwälte, die häufigsten Berufsgruppen im Bundestag. Den Bezug zur Realität haben meiner Meinung nach ausnahmslos ALLE verloren!! Trotzdem, so toll es sich auch anhört mit der Umverteilung, den vielen Superreichen usw.: sehr realistisch ist das auch nicht. In unserem Land gibt es Misswirtschaft, stümperhafte Manager, überbezahlte Fußballhelden die ohne ihr Talent einen Ball treffen zu können höchstens bei der städt. Müllabfuhr hätten anfangen können,Betriebe die sich Subventionen ergaunern, etc. . Aber das sind doch Ausnahmen, letztenendes denke ich hat man in D immer noch gute Möglichkeiten sich hochzuarbeiten und erfolgreich zu sein. Viele motzen nur, sind aber zu faul an der eigenen Situation was zu ändern. Motzen ist ja so viel einfacher. Und dann kommen die Rattenfänger wie der liebe Onkel Oskar, dem es persönlich weit besser geht als durchschnittlichen Bundesbürgern, und alles wird gut?
Was muss konkret anders werden um dem Volk mehr Teilhabe zu geben und gleichzeitig das Kapital in D zu lassen, sprich Arbeit für alle (naja, ein Wunschtraum,zugegeben). Nicht rosarote Parolen bringen uns weiter, sondern Tatkraft! Und zwar jeder für sich, wenns nicht reicht dann erst der Staat, aber Leistung muss sich lohnen und wer weniger tut, muss auch mit weniger zufrieden sein.MfG Dirk
jsbach (31.01.2008, 02:14 Uhr)
Keine Ahnung
Jeder Politiker, jeder Lehrer, jeder Journalist müßte zuerst einmal 5 Jahre lang in der Wirtschaft tätig gewesen sein, bevor er den Mund zu dem Thema aufmacht. Dann hätten sie vielleicht ein bißchen Ahnung davon, worum es überhaupt geht. Die Einführung von Mindestlöhnen zum Beispiel führt geradewegs in den Sozialismus. Wo der endet, haben wir ja mit der DDR erlebt. Uns allen ginge es sehr viel besser, wären die Leute nicht so dumm, immer wieder auf linke Parolen hereinzufallen.
seppmaier (30.01.2008, 20:58 Uhr)
an verlogenheit nicht mehr zu toppen!
was hat irgendein politiker erwitschaftet? nix! aber verteilen tun sie gern...die arbeitetnte bevölkerung ist es, die etwas erwitschaftet, werte schafft. es wird alles getan um diese werte dann an jene zu verteilen, die die politik am besten schmieren. warum wohl werden die unsummen die an subventionen an firmen und konzerne gezahlt werden geheim gehalten? das volk darf zwar das geld erwitschaften, aber niemals entscheiden was damit geschehen soll.
nokia ist ein sehr schönes beispiel, was hier täglich so abläuft.
wir hatten noch nie eine solch rasante umverteilung von unten nach oben wie es heutzutage passiert.
das kann auf dauer kein staat aushalten. das ganze vermögen, dass auf den konten von superreichen liegt und nicht mehr im wirtschaftskreislauf steckt, fehlt der allgemeinheit an allen ecken und kanten.
ganzbaf (30.01.2008, 17:35 Uhr)
Es ist ganz einfach so...
die Reichen wollen einfach nicht teilen. Zwangscharakter.
;-P

.
Sie wollen auf ihren Geldbergen sitzen und sie noch höher wachsen lassen und darauf verfaulen und verschimmeln.
Ungefähr so wie Dagobert Duck... ;-D
.
"Freiwillig" geht da gar nichts, da braucht es schon "sanfte Gewalt"... (O;
.
ganzbaf (30.01.2008, 17:29 Uhr)
Sicher fordern "immer nur" diejenigen...
eine (Re-)Umverteilung, die unter einer Umverteilung nach "oben" am meisten zu leiden haben. Das liegt in der Natur der Sache.
Aber die werden immer mehr!
nightmare_online (30.01.2008, 17:08 Uhr)
@despera.do
Naja aktuell messen wir uns - zumindest bezüglich Kaufkraft - mit Griechenland und Portugal. Alle anderen alten EU-Länder sind schon an uns vorbeigezogen.
Bezüglich der Niveaus von Transferleistungen messen wir uns mit Mexico und Ungarn, bekanntlich für ihren Reichtum und ihren sozialen Wohlfahrtsstaat berühmte Staaten.
Aber lassen sie CDU/CSU/SPD/FDP/Grüne mal so weiter machen mit ihren "Reformen". Dann messen wir uns demnächst mit Weissrussland, Rumänien und der Ukraine. Danach wirds allerdings schwierig.
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