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2. Juli 2008, 10:17 Uhr

Soros fordert Spekulationsverbot

Die Preise für Öl und Nahrungsmittel explodieren - auch weil an den Börsen mit Rohstoffen spekuliert wird. Wall-Street-Legende George Soros hat die Hauptschuldigen ausgemacht: die amerikanischen Pensionsfonds. Ihnen müsse der Handel mit Rohstoffen verboten werden, fordert der Finanzjongleur im stern.

George Soros: "Es findet gerade eine gewaltige Vernichtung von Vermögen statt"© Mark Wilson/Getty Images

Um die explodierenden Preise für Öl und Nahrungsmittel einzudämmen, solle den amerikanischen Pensionsfonds der Handel mit Rohstoffen verboten werden, fordert der Milliardär und Finanzjongleur George Soros. "Auch Hedgefonds sollten höhere Mindesteinsätze zahlen, wenn sie in Rohstoffmärkte investieren wollen", sagte die Wall-Street-Legende im Interview mit dem stern. Mit ihren Geschäften trieben Spekulanten die Preise vor allem im Rohstoffbereich, "und das ist so, als ob man in einer Hungerkrise heimlich Lebensmittel hortete, um mit den steigenden Preisen Profite zu machen."

"Wir stecken inmitten der tiefsten Finanzkrise seit den 30er Jahren", warnte Soros in dem stern-Interview. Auch die Krise auf dem Immobilienmarkt sei bei Weitem noch nicht ausgestanden. Im kommenden Jahr würden zwei Millionen Hausbesitzer zahlungsunfähig. "Ich glaube, wir haben noch nicht einmal die Hälfte des Preisverfalls am Häusermarkt erlebt. Es findet gerade eine gewaltige Vernichtung von Vermögen statt."

Der Milliardär, der berühmt wurde, als er mit seinen Spekulationen 1992 die Bank von England in die Knie zwang, warnte im stern-Gespräch auch vor den politischen Folgen der aktuellen Entwicklung. "Die steigenden Preise stabilisieren autoritäre, korrupte Regime wie etwa in Venezuela, im Iran oder in Russland. Es ist wie ein Fluch der Rohstoffe. Es ist regelrecht pervers."

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 28/2008

 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
ecomoc4u (02.07.2008, 14:52 Uhr)
put options kurz vor 9/11
massgeblich über deutsche bank ausgeführt. es wurden innerhalb von ein paar tagen, ca. 40 milliarden us$ erwirtschaftet, mit eben jenen "put options", von insider tradern, welche umfangreiche kenntnis kurz for 9/11 hatten.
.
börsen profis sind sich hier einig, nur insider wissen konnte hier die horrenden gewinne erzielen.
Tante-Ingeborg (02.07.2008, 11:47 Uhr)
Ist schon lächerlich
wenn der Beelzebub selbst vor der Hitze in der Hölle warnt. Aber schuld ist natürlich nicht die Hölle, sondern Venezuela, Iran und Russland.
sonne68 (02.07.2008, 11:43 Uhr)
Spekulanten und andere...
da werden ganze Ernten gekauft, gehandelt...die es noch gar nicht gibt...Erlöse erzielt, ohne einen Mehrwert zus schaffen, geschweige denn sich produktiv zu betätigen.
Das ist der Bodensatz des Kapitalismus!!!
ganzbaf (02.07.2008, 11:36 Uhr)
So ist das!

Öl und Gas sind immer noch ausreichend vorhanden, die Förderpreise sind keinen Millimeter gestiegen, die ganzen Erhöhungen sind blanker Reingewinn im Extrem.
Verursacht durch spekulativen Finanzterrorismus.
.
Verbote und Vergesellschaftungen (nach Art. 15 GG) können helfen...
(-:
Bebuquin (02.07.2008, 11:24 Uhr)
Wie sagte...
... schon Volker Pispers:
http://www.youtube.com/watch?v=ko5CCSomDMY
CaptnCrunch (02.07.2008, 11:14 Uhr)
überhaupt
müsste die komplette sogenannte börse verboten und abgeschafft werden..
was soll das sein.. irgenwelche möchtegern händler handeln mit imaginären gütern und haben damit direkteneinfluss auf den tatsächlichen markt ???
wie lächerlich is das denn ???
 
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