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3. Juni 2007, 10:06 Uhr

"Gewalt kann nicht toleriert werden"

Bei den Krawallen zwischen Polizei und Demonstranten sind fast 1000 Menschen verletzt worden. Im stern.de-Interview spricht Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling darüber, wo er die Ereignisse erlebt hat, wie er sie einordnet und welche Konsequenzen nun aus den Krawallen gezogen werden.

Seit Februar 2005 ist Roland Methling Oberbürgermeister der Hansestadt Rostock

Noch am Freitag waren Sie überzeugt, dass friedliche und bunte Bilder aus Rostock um die Welt gehen. Was sagen Sie nun zu den Bildern der Gewalt?

Ich bin entsetzt und bedauere zutiefst, dass die übergroße Mehrheit der friedlichen Demonstration durch die massive Gewalt der Autonomen missbraucht wurde. Kritik zu äußern ist ein Grundrecht, aber Gewalt kann in diesem Zusammenhang nicht toleriert werden.

Wie konnte es überhaupt zu den Ausschreitungen kommen?

Wenn sich ein Teil der Demonstrationsteilnehmer nicht an getroffene Absprachen hält und dieses offensichtlich auch gar nicht vorhatte, dann sind solche Ereignisse, die ich verurteile, die Konsequenz.

Sehen Sie Versäumnisse bei der Polizei?

Nein

Die Ausschreitungen haben aufgerissene Straßen, abgebrannte Müllcontainer und zerstörte Außenanlagen in der Stadt hinterlassen. Können Sie schon sagen, wie hoch der angerichtete Sachschaden ist?

Abschließend können wir noch nichts sagen. Aber nach der ersten Bestandsaufnahme halten wir die Schäden an der kommunalen Infrastruktur für eher gering.

Fürchten Sie, dass die Bilder der Gewalt von gestern sich während der kommenden Tage wiederholen könnten?

Ich hoffe es nicht. Ich kann nur alle Gäste und alle Teilnehmer von Veranstaltungen und Aufzügen bitten, ihren Protest friedlich zu gestalten und Provokationen und Eskalationen zu vermeiden.

Zieht die Stadt nach dem gestrigen Tag Konsequenzen hinsichtlich ihres Sicherheitskonzeptes?

Nach dem jetzigen Kenntnisstand halten wir das nicht für erforderlich.

Mit wie vielen Rettungskräften und Feuerwehrleuten war die Stadt gestern im Einsatz?

Rostock und die Landkreise Bad Doberan und Güstrow hatten 1500 Leute zur nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr im Einsatz.

Wo waren Sie während der Demo?

Ich war im Rathaus, bei mehreren Presseterminen und als es bei der Demo eskalierte, war ich natürlich vor Ort, um mir ein Bild von der Lage zu machen.

Interview: Manuela Pfohl
 
 
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