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Rothschild bot Kunden Schröders gute Kontakte in Moskau an

Das Finanzhaus Rothschild beschäftigte Altkanzler Gerhard Schröder als Berater und bewarb nach stern-Recherchen den "einmaligen" Zugang zu den Moskauer Machthabern, den man auch dank Schröder anbieten könne.

Gerhard Schröder und Martin Schulz

SPD-Chef Martin Schulz würde sich wünschen, dass Ex-Kanzler Gerhard Schröder auf ihn hört

Der ehemalige Bundeskanzler hat offensichtlich bereits in der Vergangenheit finanziellen Nutzen aus seiner Freundschaft zu dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gezogen. Wie das Hamburger Magazin stern in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet, warb das Finanzhaus Rothschild in einer Präsentation mit dem "einmaligen" Zugang, den man auch dank Schröder zu den Regierenden in Moskau anbieten könne. "Kunden profitieren von unseren hochrangigen politischen Kontakten", hieß es in der Präsentation aus dem Jahr 2011. Schröder arbeitete bis März 2016 als bezahlter Berater für Rothschild.

Zuletzt hatte Schröders Absicht für Kritik gesorgt, einen mit umgerechnet 425.000 Euro dotierten Direktoriumsposten bei dem staatlich domininierten russischen Ölkonzern Rosneft anzunehmen. Darüber hinaus muss Schröder nun auch Fragen zu der Nutzung seines aus Steuermitteln finanzierten Büros im Berliner Bundestag beantworten. Nach Recherchen des stern nahm Schröders vom Kanzleramt bezahlter Berliner Mitarbeiter Albrecht Funk wiederholt als Nicht-Mitglied und Gast an Mitgliederversammlungen der Emiratisch-Deutschen Freundschaftsgesellschaft teil. Schröder ist der Ehrenvorsitzende des Vereins, zu dessen Gründungsmitgliedern überwiegend Vertreter großer Unternehmen wie Thyssen-Krupp, Rheinmetall und Deutsche Bank zählten.

Das Berliner Büro des Altkanzlers ließ die Frage unbeantwortet, ob der Mitarbeiter Schröder bei den Sitzungen dieses Vereins begleitet beziehungsweise vertreten habe. Funk verwies aber darauf, dass die Freundschaftsgesellschaft ein ehrenamtliches Engagement und eine Folge der von Schröder noch als Kanzler mit den Vereinigten Arabischen Emiraten vereinbarten "strategischen Partnerschaft" sei. Das Berliner Büro des Altkanzlers sei für die Wahrnehmung derartiger nachwirkenden Aufgaben zuständig.

Das Kanzleramt wendet in diesem Jahr nach Angaben eines Regierungssprechers gegenüber dem insgesamt 555.085 Euro für das Personal in Schröders Büro auf. Einschließlich des Fahrers arbeiten dort sechs Menschen.

Mehr über Schröders Geschäfte lesen Sie im neuen stern:




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