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30. Mai 2010, 15:41 Uhr

Der lange Schatten der Spendenaffäre

Roland Koch hat seine schwindende Gestaltungsmacht als Grund für seinen Rückzug aus der Politik genannt. In einem Interview übt der hessische Ministerpräsident außerdem Kritik an seiner Partei zu Zeiten der CDU-Spendenaffäre.

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Roland Koch bei der Eröffnung des 50. Hessentages am Wochenende in Stadtallendorf© Mario Vedder/DDP

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat seine schwindende Gestaltungsmacht als Grund für seinen Rückzug aus der Politik genannt. "An einem bestimmten Punkt tritt für Politiker ein Verschleißprozess ein, der größer ist als seine Gestaltungsmacht. Diesen Punkt muss er aus eigener Kraft finden", sagte Koch der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS). Koch hatte am vergangenen Dienstag angekündigt, er werde alle politischen Ämter niederlegen.

Sein Rückzug aus der Politik "bedeutet keine Fahnenflucht", sagte Koch. "Man darf nicht den Eindruck erwecken, man habe eine Gestaltungsmacht, die man gerade verliert. Das nützt niemandem und wäre Vertrauensmissbrauch." Es werde Tage geben, an denen er seinem Amt auch einmal nachtrauern werde. "Ich habe meinen Entschluss ja nicht aus Überdruss getroffen. Es ist eine Entscheidung der Vernunft."

Der hessische Ministerpräsident beschuldigte seine Partei, ihn in die CDU-Spendenaffäre vor zehn Jahren hineingezerrt zu haben. Das habe sein Image verändert und seine Karriere negativ beeinflusst. "Ich wurde in den Dschungel der Spendenaffäre hineingezerrt und habe etwas übernommen, was ich hinten und vorne nicht übersehen konnte", sagte er. Er habe sich "in einer bestimmten Sekunde" falsch verhalten. Doch für sein Handeln sei sein Umfeld in der Partei verantwortlich gewesen. "Parteimitglieder hatten mir Nitroglyzerin übergeben, ohne Gebrauchsanweisung."

Koch steht zu Polarisierung

Die Affäre sei die Ursache für sein negatives Bild in großen Teilen der Bevölkerung. "Es hat mein Image in der Politik verändert und dadurch auch meine Handlungsmöglichkeiten reduziert." Der Ministerpräsident verteidigte seinen polarisierenden Stil. "Polarisierung hat immer starke Aggression, aber auch starke Zustimmung zur Folge. Es muss Politiker geben, die beide Emotionen auslösen." Es habe in der Politik keinen Sinn, immer die große Mehrheit der Menschen erfreuen zu wollen. "Das ist die Aufgabe des Bundespräsidenten", sagte Koch. Er nahm für sich in Anspruch, für Klarheit in politischen Diskussionen gesorgt zu haben. "Wenn ich zur Politik in Deutschland etwas beigetragen habe, dann dass ich eine politische Debatte auf Ja-Nein-Fragen bringe, damit entschieden werden kann. Das wird aber nicht von allen geschätzt."

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 21)
 
Bayernstammler (31.05.2010, 13:39 Uhr)
@ Tempelhofer
Was Sie bei Anderen angreifen, betreiben Sie selbst. Können Sie beweisen, was Sie über den Stern schrieben? Wenn ja, dann veröffentlichen Sie bitte diese Beweise. Andernfalls schweigen Sie.
Wer wie Sie auf missliebige Politiker eindrischt - vorzugsweise eher der linken Richtung - sollte sich doch in der Beziehung zurückhalten, Andere zu kritisieren oder gar zu verdammen.
Die Presse hat die Aufgabe, Dinge ans Licht zu bringen, auch wenn sie uns gar nicht gefallen. Unsere deutsche Presse war lange genug Kohl's Büttel und nichts mehr wert. Das hat sie gottseidank erkannt.
Administrator (31.05.2010, 12:44 Uhr)
Liebe User,
wir haben an dieser Stelle einige Kommentare und Antworten darauf gelöscht. Daher appellieren wir hier noch einmal an jeden von Ihnen: Diskutieren Sie bitte sachlich und verzichten Sie auf Beleidigungen.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihre stern.de-Admins
Ikom (31.05.2010, 12:36 Uhr)
@ tannenbaum u.ä. denkende
Schön haben Sie sich vieler linker und parteiloser Verfehlungen angenommen und uns diese hier aufgezeigt. Erstaunlich sind Sie schon so schnell zu einem Ende gekommen - oder fallen Ihnen etwa nicht mehr ein? Ich möchte diese Kommentarspalte nun nicht völlig überlasten, aber welcher gedanklichen Richtung gehörten noch die Ärzte, Polizisten und Richter an, die nach dem 3. Reich völlig unbehelligt weitermachen durften? Welcher Partei gehört der Finanzminister an, der mal so eben 100000 DM in der Schublade hat und übersieht? Welcher ehem. Kanzler ist in den grössten Bestechungsskandal verwickelt und durfte sich mit der Ausrede "Das habe ich vergessen" herausreden? Hey, die durften alle ohne Strafe ... weitermachen. Welch Unterschied bei der Beurteilung der RAF, oder Crashkid Taten. Die werden eben mal weggeschlossen.
alice_42 (31.05.2010, 10:30 Uhr)
Einsichtsfähigkeit ...
... gehört also auch nicht zu seinen Stärken. Nicht Koch hat sich falsch verhalten, es waren natürlich mal wieder die anderen.

Wie schäbig, wie armselig, wie erbärmlich.
tannebaum (31.05.2010, 10:16 Uhr)
alle menschen dürfen fehler machen...
raf terroristen sind frei und werden heroisch verfilmt, tauss kann kinderpornos haben und bekommt bewährung, weil es zur recherche war (dabei ist jeglicher besitz von solhen dingen nur ausgewählten ermittlungsbehörden gestattet und er weiss das) und crashkids, die mal polizisten totgefahren haben, bekommen noch ne reportage in dem sie was tun? richtig autorennen fahren und keinen führerschein haben... super gesellschaft!!!

aber wehe du bist mitglied der cdu oder fdp. dann bist duschlimmer dran als ein leprakranker. dem verzeihen? niemals!!!

die sind selbst dann schuldig, wenn der staatsanwalt nicht mal ermittelt hat.

so sieht hier die rechtsauffassung einiger user aus. die hat zwar nichts mit rechtsstaat zu tun, aber klingt eben gut. seicht, dumm, nicht tiefgehend und vor allem völlig falsch. aber macht nix, hauptsache man meint von sich, er wäre ein guter. auch dann, wenn er ein blöder ist und die wege der demokratie schon verlassen hat...
Terrypol (31.05.2010, 09:54 Uhr)
Koch...wer war es? ein Lügner als Min.-Präs.usw.
Ja, ja, Hochmut kommt zu Fall...und das geschieht diesem Mann recht!
Der, der andere Mitbewerber beleidigt, verletzt und menschlich oft heruntergesetzt hat, der gelogen hat, der andere im Amt begünstigt hat...geht nun.
Aber nach seinen Worten haben die Anderen Schuld, nicht er.
Die Andereren sind seine Freunde, seine Christen der CDU, die ja nach ihrem Selbstverständnis nicht sündigen, nicht Falsch Zeugnis wider den Nächsten reden, brav zur Ohrenbeichte gehen und dann wieder gereinigt andere beschimpfen, verletzten und beleidigen können!
So wie der gehenden Koch (DER sollte sofort gehen, so, wie der Lafontaine es auch gemacht hat!
Ehe noch mehr an Wahrheiten über ihn öffentlich werden!
Bitte-sachlich (31.05.2010, 00:34 Uhr)
Also echt ey
"... in einer bestimmten Sekunde falsch verhalten."

Da lachen ja die Hühner. Will wohl heißen, ich habe nicht brutalstmöglich aufgeklärt, sondern CDU-schädigende Informationen absichtlich zurückgehalten!

@Tempelhofer
Ich weiß nicht, was Sie unter sauberer Politik verstehen, aber Vertuschen und Verstecken von Wahrheit ist nunmal nicht anständig. Hören Sie auf, gefallene Engel in Schutz zu nehmen, nur weil Sie Ihrer politischen Glaubensrichtung angehören.

Es sind nicht die Medien, die zerstören, sondern verlogene Politiker.
hardius (30.05.2010, 23:05 Uhr)
@Johann58
ich gebe ihnen vollkommn Recht in beziehung zu tempelhofers MEinung
Johann58 (30.05.2010, 22:01 Uhr)
@Tempelhofer
Ich kann in der Berichterstattung zum Ruecktritt Kochs kein 'Niedermachen' erkennen. Ich habe heute NAcht den Artikel in der FAZ gelesen, auf den sich Stern.de bzsieht und da wurde erstmals deutlich ueber die blossen Vermutungen hinaus, dass Koch keine Zukunft fuer sich erkannt hat und daraus die Konsequenzen gezogen hat. Im gegensatz zu den ersten Spruechen von Ihm, dass Politik nicht sein Leben ist, wird dabei deutlich genau das ist es und sein Leben war nicht mehr entwicklungsfaehig.. Er konnte nicht mehr gestalten wie es gerne wollte. Das schreibt Stern.de, was ist daran Niedermachen?

Die Medien werden in seinem Nachfolger viel mehr zu schreiben haben, der mit einem Rucksack voller selbstgemachter Probleme startet und sie mit Sicherheit nicht meistern wird.

Nehmen Sie doch einfach mal die Pressefreiheit als ein hohes Gut, welches sich auch in Artikeln niederschlaegt, die nicht nach jedermans Geschmack sind. Wir wollen doch keinen Voelkischen Beobachter oder ein Neues Deutschland haben, welche egal was fuer einen Mist die Regierenden Produzieren nur Lobhudeleien als amtlich genehmigtes Mitteilungsblatt veroeffentlicht werden. Oder?
Prologo (30.05.2010, 20:17 Uhr)
@Johann58,
Wie schon oft, stimme ich Ihren Kommentaren auch zu diesem Artikel zu.

MfG,
T.
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