24. Juli 2012, 16:18 Uhr

Philipp Rösler bekommt mächtig Gegenwind

Aus der SPD wird nach den umstrittenen Äußerungen von FDP-Wirtschaftsminister Philipp Rösler zu Griechenland dessen Entlassung aus dem Bundeskabinett verlangt.

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Wirtschaftsminister Philipp Rösler geht schweren Zeiten entgegen und sieht sich großer Kritik ausgesetzt©

Aus der SPD wird nach den umstrittenen Äußerungen von FDP-Wirtschaftsminister Philipp Rösler zu Griechenland dessen Entlassung aus dem Bundeskabinett verlangt. "Wenn der vereidigte Wirtschaftsminister Deutschlands Steuergelder so unverantwortlich gefährdet, müsste die Kanzlerin ihn entlassen", forderte der SPD-Haushaltsexperte Carsten Schneider auf "Handelsblatt Online". Auch von Seiten der Grünen hieß es, Rösler beschädige das Bild Deutschlands als verlässlichen Partner in Europa.

Hintergrund sind die Äußerungen Röslers vom Wochenende, wonach er mit Blick auf die Lage in Griechenland "mehr als skeptisch" sei und ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone "längst seinen Schrecken verloren" habe. Ähnlich hatte sich auch FDP-Generalsekretär Patrick Döring geäußert. "Die Herren Rösler und Döring bekommen heute die Quittung für ihr unverantwortliches Gequatsche", sagte Schneider mit Blick auf die Senkung der Bonitätsaussichten Deutschlands durch die US-Ratingagentur Moody's. Der SPD-Politiker wies erneut darauf hin, dass ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone Deutschland sehr viel kosten würde.

Der Grünen-Haushaltsexperte Manuel Sarrazin kritisierte die Äußerung Röslers als "politisch naiv". "Rösler spielt mit dem Feuer", sagte er "Handelsblatt Online". Es sei "absurd", als Mitglied der Bundesregierung einen Euro-Austritt geradezu herbeizureden, während der Bundestag Milliardenhilfen beschließe, um die Kapitalflucht aus einigen Euro-Staaten zu stoppen. Der Wirtschaftsminister sorge "für zusätzliche Verunsicherung und Destabilisierung".

jat/AFP
 
 
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