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16. Januar 2012, 10:55 Uhr

Proteste weiten sich aus

Demonstranten im Protest gegen das Spardiktat, Hooligans mit Spaß am zündeln: Die rumänische Hauptsadt Bukarest erlebte heftige Krawalle. Die eigentlichen Ziele der Demonstranten rückten in den Hintergrund.

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Ein Demonstrant geht an einer brennenden Barrikade in Bukarest vorbei© Bogdan Baraghin/DPA

In Rumänien haben sich die seit Tagen andauernden spontanen Proteste gegen Staatspräsident Traian Basescu und die Sparpolitik der Regierung ausgeweitet. In der Hauptstadt Bukarest kam es am Sonntagabend erneut zu Straßenkrawallen, nachdem Demonstranten eine Sperre der Sicherheitskräfte durchbrochen hatten. Dabei wurden mindestens 51 Menschen verletzt, darunter vier Polizisten, wie der Rettungsdienst in der Nacht zum Montag erklärte. 29 Randalierer wurden abgeführt.

Die Proteste hatten am vergangenen Donnerstag begonnen und am Freitag auch die Hauptstadt erreicht. In Bukarest kam es am Sonntag den dritten Tag in Folge zu Ausschreitungen. Der Protest richtet sich gegen die Sparmaßnahmen, die das Mitte-Rechts-Kabinett von Ministerpräsident Emil Boc in den vergangenen zwei Jahren durchgesetzt hat. Der Volkszorn richtet sich auch gegen Staatschef Basescu, dem zunehmend autoritäres Verhalten vorgeworfen wird.

Mit dem Sparprogramm will das von der Finanzkrise betroffene EU-Land Auflagen des Internationalen Währungsfonds (IWF) erfüllen. Renten wurden eingefroren und die Beamtenlöhne gekürzt. Zudem erhöhte die Regierung die Mehrwertsteuer um fünf Prozentpunkte.

Proteste im ganzen Land

Die Krawallmacher bewarfen am Sonntagabend Polizisten mit Steinen, brennenden Fackeln und Molotow-Cocktails. Bis spät in die Nacht hinein verwüsteten und plünderten sie Geschäfte. Die zunächst friedliche Kundgebung war eskaliert, nachdem sich mit Einbruch der Dunkelheit gewalttätige Fußballfans den Demonstranten angeschlossen hatten.

Landesweit gingen tausende Menschen auf die Straßen. Schauplätze waren neben Bukarest unter anderem die Industrie- und Universitätsstädte Timisoara, Craiova, Cluj und Iasi.

DPA
 
 
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