Steuererhöhungen sind ein Reizthema in der schwarz-gelben Koalition. Saarlands Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer macht sich dennoch für eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes stark

Fordert eine Erhöhung des Spitzensatzes bei der Einkommenssteuer: die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer© Oliver Dietze/DPA
Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich für eine Anhebung des Spitzensteuersatzes in der Einkommensteuer ausgesprochen. "Hier ist die frühere rot-grüne Bundesregierung bei der Absenkung zu weit gegangen", sagte die CDU-Politikerin der Tageszeitung "Die Welt" "Über eine moderate Anhebung sollte man deshalb reden". Allerdings müsse man dabei sicherstellen, dass Personengesellschaften nicht belastet werden. Denn deren wirtschaftliches Engagement werde gebraucht.
Die Forderungen von Gewerkschaften und Opposition nach einer schärferen Besteuerung von Vermögen hält Kramp-Karrenbauer hingegen für gefährlich. "Die geballten Forderungen nach höherer Erbschaftsteuer, Vermögensabgaben oder Reichensteuer bergen die Gefahr, dass das positive und wichtige Streben der Menschen, sich Eigentum aufzubauen, darüber in Misskredit gerät", sagte die Ministerpräsidentin. Dabei sei dieses Streben nach Eigentum der Kern des hiesigen Wohlstands. Zudem stecke ein Großteil des Eigentums in den Unternehmen, sagte die CDU-Politikerin. "Dort besteht die Gefahr, dass bei einer schärferen Besteuerung die Betriebe Probleme bekommen und Wohlstand und Arbeitsplätze verloren gehen."