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14. April 2008, 11:01 Uhr

Ministerpräsident Milbradt tritt zurück

Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) tritt Ende Mai von allen Ämtern zurück. Der 63-Jährige steht seit Monaten wegen des Desasters bei der Landesbank unter Druck. Milbradt sagte auch, wen er sich als Nachfolger wünscht.

Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt stand seit Wochen in der Kritik© Norbert Millauer/ddp

Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) hat für Ende Mai seinen Rücktritt von allen Ämtern angekündigt. "Ich habe mich entschlossen, 16 Monate vor der nächsten Landtagswahl (...) die Amtsgeschäfte als Ministerpräsident des Freistaates Sachsen und als Vorsitzender der sächsischen CDU an einen Nachfolger zu übergeben", sagte der 63-Jährige am Montag in der Staatskanzlei in Dresden. Er schlug als seinen Nachfolger Finanzminister Stanislaw Tillich (CDU) vor.

Privater Kredit von SachsenLB

Milbradt stand wegen des SachsenLB-Debakels zunehmend unter Druck. Die Landesbank war wegen riskanter Geschäfte einer Tochter auf dem US-Hypothekenmarkt in finanzielle Schieflage geraten. Milbradt gilt als Architekt der Bank und war in seiner Zeit als Finanzminister zugleich Chef des Verwaltungsrates. Die drohende Pleite konnte nur mit einem Notverkauf verhindert werden. Allerdings musste Sachsen eine Ausfallbürgschaft in Höhe von 2,75 Milliarden Euro übernehmen.

Zusätzlich in die Schusslinie geriet der Ministerpräsident vor wenigen Tagen nach Bekanntwerden privater Geschäfte mit der Bank. Die Staatskanzlei räumte ein, dass Milbradt und seine Ehefrau von der Bank Kredite von insgesamt knapp 172.000 Euro aufgenommen hatten, um sich damit an Fonds-Produkten einer SachsenLB-Tochter zu beteiligen. In der CDU wurde dies mit großer Sorge zur Kenntnis genommen. Rechtlich seien die Geschäfte zwar nicht zu beanstanden, hieß es. Allerdings sei es "verheerend", wenn der Eindruck entstehe, Milbradt habe privat gute Geschäfte mit der Bank gemacht, deren Niedergang aber nicht verhindert, erklärte ein Abgeordneter.

Handfester Streit in der Koalition

Die Debatte über die Bank und Milbradts Geschäfte hatten einen handfesten Streit in der CDU/SPD-Koalition ausgelöst. Die SPD forderte Milbradt wegen der Geschäfte zu einer persönlichen, öffentlichen Erklärung auf. Der Regierungschef lehnte dies aber ab und drohte mit dem Bruch des Bündnisses. Dies wurde aber auch in den eigenen Reihen als kein gangbarer Weg angesehen. Er habe mit der Drohung von seinen eigenen Problemen ablenken wollen, hieß es. Milbradt wurde 2002 als Ministerpräsident gewählt. Er trat die Nachfolge von Kurt Biedenkopf an, der ihn damals verhindern wollte. Zuvor war er jahrelang Finanzminister in Sachsen. Bei der Landtagswahl 2004 hatte die Partei unter ihrem neuen Spitzenkandidaten die absolute Mehrheit verloren. Ein neuer Landtag wird in Sachsen im Herbst 2009 gewählt.

AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 11)
 
Facti (14.04.2008, 17:14 Uhr)
Nachmachen
Erwin Huber.
ramteid (14.04.2008, 14:48 Uhr)
Ein bißchen Vorbild??!!!
16 Monate vor Ende seiner Amtszeit. Donnerwetter, das ist stark. Also doch Vorbild für die über 1200 Kreisräte, denen er zugemutet und die das weitestgehend im vorauseilendem Staatsgehorsam akzeptieren haben, durch eine Kreisreform ein Jahr früher zu gehen. Bei ihm liegen aber die Dinge und Gründe ganz anders. Nach der Wäsche werden wir sicher noch viel hören.
Clemens1964 (14.04.2008, 14:36 Uhr)
eines ist jedenfalls ganz
sicher: der fällt weich.
Mule (14.04.2008, 14:04 Uhr)
Ja, ja.............
Erst der Biedenkopf, dann Ziehsohn Milbradt. Nun wieder ein Ziehsohn, der schon auf die Portokasse schielt?? Es wird sich wirklich nichts ändern!!
pingpong (14.04.2008, 13:57 Uhr)
Ob er denn
auch ne Sperre von 12 Wochen bekommt, weil er seinen Job aufs Spiel gesetzt hat?? Diese arme Sau - naj, vielleicht bekommt er ja irgendwo ein Pöstchen im Aufsichtsrat - bei der SachsenLB?
DerDa (14.04.2008, 13:03 Uhr)
Jau
Das der in Knast gehört is doch mal Klar.- Aber es zeigt doch auch , erstmal Bockmist bauen sich schämen und Amt abgegebn.- Wenn der größe hätte wäre eine Entschuldigung und wieder gutmachung angebracht.- Und vor allem im AMt bleiben, denn wer weiß denn besser wie was zu umgehen ist, somit gebe es die chance es so zu machen wie es sein sollte.
Aber von Ehre keine Ahnung.
man mann
xsiriusx (14.04.2008, 12:48 Uhr)
@endbenutzer
Sie glauben doch nicht, dass man, wenn man so viel Steuergelder zum Fenster hinaus geworfen hat, seine Rentenansprüche verliert.
Und jetzt wird der derzeitige Finanzminister, der bestimmt nix mit den Verlusten der SachsenLB zu tun hatte, neuer Ministerpräsident.
endbenutzer (14.04.2008, 12:28 Uhr)
Der arme Mann!
Jetzt wird er aufgrund seines Alters sicher keinen Job mehr bekommen und nach einem Jahr von Hartz 4 leben müssen. Ich finde, man sollte ein Spendenkonto einrichten..
starmax (14.04.2008, 12:15 Uhr)
Eigentlich ist Knast angesagt
wegen Veruntreuung von Steuermitteln durch die in seiner Verantwortung liegende Landesbank...
mupfeline (14.04.2008, 12:14 Uhr)
Keine Sorge
... die nächste wird nachfolgen. Und glaube nicht dass die roten Filzläuse besser sind!
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