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10. Juni 2008, 16:00 Uhr

Mit Skinheads ins Rennen

Nazi-Skandal bei den Kreistagswahlen in Sachsen: Nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes hat die rechtsextreme NPD Skinheads als Kandidaten aufgestellt.

Um die Listenplätze aufzufüllen, hat die NPD auch Skinheads zur Wahl gestellt© DPA

Die rechtsextremistische NPD hat bei den Kommunalwahlen in Sachsen auch zahlreiche Mitglieder der Skinheadszene als Kandidaten aufgestellt. Schwerpunkt sei dabei der Landkreis Sächsische Schweiz - Osterzgebirge gewesen, teilte das Landesamt für Verfassungsschutz mit. Auch in Nordsachsen sei von einer offenen "Nationalen Liste" die Rede gewesen. In einigen Landkreisen seien zudem Rechtsextremisten aus anderen Bundesländern sowie parteiunabhängige Rechte als Kandidaten für die NPD aufgestellt worden. Dies zeige, dass die NPD nicht in der Lage gewesen sei, selbst ausreichend Kandidaten aus den eigenen Reihen zu mobilisieren.

NPD hat festes Wählerpotenzial

Das Wahlergebnis für die NPD bei der Kommunalwahl am Sonntag wertete der Verfassungsschutz insgesamt nicht als Erstarken der Partei in Sachsen. Diese habe in ihren bisherigen Hochburgen wie der Sächsischen Schweiz keine zusätzlichen Gewinne erzielen können. "Die kommunale Verankerung der Partei konnte allerdings ausgebaut werden", erklärte die Behörde. Auch habe die NPD in diesen Regionen inzwischen ein festes Wählerpotenzial.

Die Stimmenzuwächse führt der Verfassungsschutz auf den flächendeckenden Antritt und die damit verbundene umfangreiche Plakatierung der Partei zurück. Auch habe die NPD erstmals bei einer Kommunalwahl in Sachsen keine Unterstützungsunterschriften mehr benötigt.

Die NPD hatte bei den Kreistagswahlen im Landesdurchschnitt 5,1 Prozent der Stimmen erzielt - vor vier Jahren waren es 1,3 Prozent. Zudem ist sie mit insgesamt mehr als 40 Sitzen erstmals in allen zehn Kreistagen vertreten.

Landesregierung attackiert

2004 war die Partei nur in sechs von damals noch 22 Landkreisen angetreten, wo sie zusammen auf 13 Sitze kam. Bei der aktuellen Wahl wurde unter anderem über die Zusammensetzung der Kreistage in den zehn neuen Großkreisen abgestimmt. Weiter hieß es, das Ergebnis sei wahrscheinlich "in einem nicht unerheblichen Maße auf Protestwählerstimmen" zurückzuführen. Die NPD habe ihren Wahlkampf speziell auf dieses Potenzial ausgerichtet und dabei sozialpolitische Themen wie Ärztemangel und Arbeitslosigkeit sowie die innere Sicherheit thematisiert. Dabei habe die Partei wie auch bei anderen Wahlen der jüngsten Vergangenheit eindeutig extremistische Positionen vermieden und stattdessen die Politik der sächsischen Landesregierung attackiert.

Auf Plakaten hieß es unter anderem: "Höchststrafe für die CDU-Versager!" oder "Höchststrafe für Milbradt!" Durch das verstärkte Aufgreifen von angeblichen Tabus wie beispielsweise den Themen Grenzkriminalität, Ausländerkriminalität oder auch die mit der Kreisgebietsreform verbundenen scheinbar negativen Auswirkungen für die Bürger habe die NPD zudem gezielt auf Besorgnisse der Bevölkerung abgestellt, hieß es. "Die NPD nutzt soziale Ängste und zunehmende Verunsicherung der Wähler gezielt aus, um sich selbst als Alternative zu den etablierten Parteien zu präsentieren", betonte das Landesamt für Verfassungsschutz. Ob das Ergebnis der Kommunalwahl 2008 die Basis für einen erneuten Einzug in den sächsischen Landtag sein kann, bleibe abzuwarten, hieß es weiter.

Sieger der Kreistagswahl in Sachsen ist die CDU mit 39,5 Prozent, gefolgt von Die Linke mit 18,7 Prozent. Die SPD kam auf 11,6 Prozent und die FDP errang 8,3 Prozent der Stimmen. Die Grünen schnitten mit 3,1 Prozent lediglich schwach ab.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
rued (11.06.2008, 09:29 Uhr)
aber er hat doch recht
Skinheads im eigentlichen Sinne waren Leute aus der englischen Arbeiterklasse. Zunächst waren die übrigens nicht politisch.
Da das aber bald out war bildeten sich auch dort politische Grüppchen.
Einmal unsere allseits bekannten rechten [(Boneheads)soll vermutlich darauf hinweisen was die guten im Kopf haben :D ].
Aber auch linke (Oi-Skins).
Und jetzt das wichtigste, die Skinheads sind eigentlich noch das was sie immer waren, sie saufen sie tanzen und sie gehen ab zu fetten SKA-Beats :D (das ganze übrigens Völkerübergeifend, da man bei richtigen Skins meist ein Schachbrettmuster irgendwo vorfindet, welches für toleranz und das zusammenspiel von schwarz und weiss steht.)
Also im Sinne der Allgemeinbildung.
Stay rebel and stay rude !
babylon (11.06.2008, 08:45 Uhr)
Woher kommt denn das
weil die Menschen von derRegierung im stich gelassen werden, wählen die menschen protest. Wer nun meint alle wähler seien nazis ist schief gewickelt. Wenn unsere regierung versagt, und das tut sie seit 20 jahren, werden extreme parteien gewählt. Wer sich darüber wundert sollte ein bißchen geschichtsunterricht nehmen!
RASHordie (10.06.2008, 23:02 Uhr)
War klar
das gleich wieder so ein nazionaler Bratzen zum Vorschein kommt. Wie man auch nur im geringsten mit diesen Menschenjägern sympathisieren kann werd ich wohl nie verstehen.
stay rude, stay rebel, stay antifascist
RASHordie (10.06.2008, 21:06 Uhr)
Allgemeinbildung
ein bisschen allgemeinbildung könnte oich auch nicht schaden, sonst wüsstet ihr das das BONEHEADS und nicht Skinheads heisst. Also spart oich in Zukunft oire Hetze gegen den Skinheadkult. Skinheads sind und wahren niemals Nazis, nicht gestern nicht heute und auch nicht morgen.
stay rude, stay rebel
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