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28. August 2010, 14:16 Uhr

Roland Koch warnt vor Tabuisierung der Themas

Zuckerbrot und Peitsche: Hessens scheidender Ministerpräsident Roland Koch hat die Thesen Thilo Sarrazins zum Thema Zuwanderung in Deutschland als "sehr rückwärtsgewandte, pessimistische Beschreibung der Zustände" bezeichnet und gleichzeitig vor einer Tabuisierung des Themas gewarnt.

Hessens scheidender Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat sich angesichts der öffentlichen Empörung über die Äußerungen Thilo Sarrazins hinter den SPD-Politiker gestellt. Koch warnte im "defacto-Sommerinterview" des Hessischen Rundfunks (hr) davor, das Thema Zuwanderer auszublenden. Immerhin stecke viel Lebenserfahrung in den Berichten Sarrazins. "Ich halte nichts davon, dass das, was er sagt, in diese üblichen Politikreflexe hineingeschoben wird: Darüber darf man nicht reden! Das ist tabuisiert!", sagte Koch.

Allerdings nannte Koch die Thesen des Bundesbank- Vorstandsmitglieds Sarrazin "eine sehr rückwärtsgewandte, pessimistische Beschreibung der Zustände, ohne sich eigentlich ernsthaft mit den Optionen und Chancen zur Lösung zu beschäftigen". In seinem neuen Buch "Deutschland schafft sich ab" warnt der wegen ähnlicher vorheriger Äußerungen bereits umstrittene Sarrazin davor, dass die Deutschen zu "Fremden im eigenen Land" werden könnten. Er war dafür heftig kritisiert worden.

DPA
 
 
 
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