23. September 2012, 20:25 Uhr

Steinbrück wehrt sich gegen Vorwurf des Amtsmissbrauchs

Vor Jahren wollte Peer Steinbrück als Finanzminister Geld für ein Schachturnier eintreiben - bei Konzernen mit Staatsbeteiligung. Wird das zur Belastung des wahrscheinlichen Kanzlerkandidaten der SPD?

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Noch nicht mal SPD-Kanzlerkandidat und schon in der Schusslinie: Peer Steinbrück©

Der mögliche Kanzlerkandidat der SPD, Peer Steinbrück, wehrt sich gegen Vorwürfe, er habe in seiner Zeit als Bundesfinanzminister bei Post und Telekom um Sponsorengelder für eine privat organisierte Schachveranstaltung geworben. Steinbrück räumte in der "Süddeutschen Zeitung" ein, er habe Geldgeber für die Veranstaltung gesucht. Es habe sich aber um ein öffentliches Turnier gehandelt.

"Das Ganze war auch ein Aufschlag, um nach etwa 80 Jahren wieder eine Schach-Weltmeisterschaft in Deutschland auszurichten", sagte Steinbrück der Zeitung. Dazu sei es dann auch gekommen. "Dafür suchte ich nach Sponsoren im Interesse der großen Schachgemeinde, woran ich nichts Ehrenrühriges finden kann", sagte Steinbrück, der selbst begeistert Schach spielt.

Mit dem Amt nicht vereinbar

Das Magazin "Focus" berichtete, Steinbrück habe 2006 in seiner Funktion als Finanzminister die damaligen Chefs der früheren Staatsunternehmen Post und Telekom, Klaus Zumwinkel und Kai-Uwe Ricke, um ein Sponsoring von jeweils bis zu einer Million Euro gebeten. Das Magazin beruft sich auf einen ihm vorliegenden zweiseitigen Brief Steinbrücks, der den offiziellen Briefkopf des Finanzministeriums trage.

Mehrere Aktienrechtler sagten dem Magazin, Steinbrücks Bitte sei aus ihrer Sicht mit seiner Stellung als letztlich verantwortlicher Vertreter des Großaktionärs Bundesrepublik nicht vereinbar gewesen. Am Ende kam es dem Magazinbericht zufolge trotz der Bitte nicht zu der Unterstützung durch die Konzerne.

Döring: Schwer beladen in den Wahlkampf

FDP-Generalsekretär Patrick Döring kritisierte Steinbrück für sein Verhalten. Der Sozialdemokrat werde "Mühe haben, das zu erklären oder gar als korrekt zu deklarieren", sagte Döring der Zeitung "Die Welt". "Ich bin gespannt auf die Reaktionen der Sozialdemokraten. Ein solcher Kanzlerkandidat würde schwer beladen in den Wahlkampf humpeln."

Steinbrück gilt neben Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und Parteichef Sigmar Gabriel als ein möglicher Kanzlerkandidat der SPD.

swd/DPA
 
 
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