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Aufbruchstimmung ist Pflicht beim Landesparteitag der Hessen-SPD in Alsfeld. Viele halten bei jeder Gelegenheit Schilder hoch: "Alle für Thorsten". Der neue Spitzenkandidat für die hessischen Neuwahlen im Januar wird sogar als Superman verkauft - auf T-Shirts. Der muss selber lachen, ruft den gebeutelten Genossen aber auch zu: "Wir wollen gewinnen!"
Der Wahlkampf in Hessen geht auf die Zielgerade - auf der Straße und im Internet. CDU-Landeschef Roland Koch und sein SPD-Gegner Thorsten Schäfer-Gümbel haben sich voll ins Netz gestürzt. Der Stimmenfang 2.0 der hessischen Spitzenpolitiker gleicht jedoch eher einem Systemabsturz als einem Update der politischen Kultur.
Ein Jahr nach ihrem tiefen Sturz steckt die hessische SPD in einem komplizierten Genesungsprozess, der noch lange nicht beendet ist. "Wir liegen nicht mehr am Boden" - soviel konnte der Partei- und Fraktionsvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel am Dienstag immerhin vermelden.
Andrea Ypsilanti, Chefin der hessischen SPD, zugleich geliebt und gehasst, hat zwei Linksbündnisse konstruiert und gegen die Wand gefahren. Seitdem schwindet ihre Macht. Die Neuwahlen werden ihr politisches Schicksal besiegeln - fürs erste.
Der hessische SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Thorsten Schäfer-Gümbel, hat die Parteiordnungsverfahren gegen drei Abweichler verteidigt. Es gehe "nicht um einen Rachefeldzug", sagte er. Einen Rücktritt Ypsilantis als Fraktionsvorsitzende lehnt er ab.
Er ist der Genosse mit dem Doppelnamen und der dicken Brille. Er muss für die hessische SPD als Spitzenkandidat antreten. Dabei ist klar: Thorsten Schäfer-Gümbel hat keine Chance. Die aber will er nutzen. Von einem der auszog, eine politische Bruchlandung zu überleben.
Andrea Ypsilanti hat ihren zweiten Anlauf zur Macht versemmelt, sie hätte zurücktreten müssen. Doch sie bleibt Hessens SPD-Chefin, Thorsten Schäfer-Gümbel wird Spitzenkandidat von ihren Gnaden. Gemeinsam steuern sie auf das Inferno der Neuwahlen zu - was der Bundes-SPD nicht unrecht ist.
Die hessische SPD hat Thorsten Schäfer-Gümbel zu ihrem Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2013 gekürt.
Überraschung in Hessen: Thorsten Schäfer-Gümbel, der von Ypsilanti die zweifelhafte Ehre des SPD-Spitzenkandidats übernommen hat, legt eine ein selbstbewusste Medien-Performance hin. Dabei bedient er sich einfacher, aber effektiver Tricks.
Statt der bisherigen Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti ist es nun an Thorsten Schäfer Gümbel, der SPD in Hessen politischen Einfluss zu sichern. Der 39-jährige Politikwissenschaftler ist auch schon für die Bundes-SPD in Erscheinung getreten und gilt als linker Pragmatiker.
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