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"Die reichen Griechen haben ihre Schäfchen ins Trockene gebracht"

Finanzminister Schäuble empfindet Mitleid mit den Hellenen. In der Sache aber bleibt er hart. Zu den Milliardeneinsparungen gibt es aus seiner Sicht keine Alternative.

  Wenn es um Geld geht, macht Wolfgang Schäuble strikte Ansagen. Geht es um den Menschen auf der Straße, zeigt der Finanzminister durchaus Gefühle. Mit dem Griechen auf der Straße hat er "wirklich großes Mitleid".

Wenn es um Geld geht, macht Wolfgang Schäuble strikte Ansagen. Geht es um den Menschen auf der Straße, zeigt der Finanzminister durchaus Gefühle. Mit dem Griechen auf der Straße hat er "wirklich großes Mitleid".

In der Sache ist Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hart. Hartherzigkeit kann man ihm jedoch nicht vorwerfen. In Krisen gehe es selten fair zu, sagte er in einem Interview mit dem stern. "Der kleine Mann leidet und die Reicheren haben ihre Schäfchen ins Trockene gebracht", sagte Schäuble mit Blick auf die aktuelle Situation in Griechenland. Er habe "wirklich großes Mitleid mit dem Mann auf der Straße", sagte er. "Aber ich kann’s ihm nicht ersparen. Es ist nicht einfach in Griechenland den Mindestlohn zu kürzen, wenn man an die vielen Yachtbesitzer denkt. Aber der griechische Mindestlohn sinkt gerade mal auf das Niveau des spanischen. Wenn das Land wieder wettbewerbsfähig werden soll, muss er sinken", sagte Schäuble.

Die Bundesregierung halte nichts von den Plänen der Opposition, einen Schuldentilgungsfonds für die Eurostaaten einzurichten. In Interview mit dem stern lehnt Schäuble das Vorhaben ab. "Dieser Fonds ist derzeit nicht machbar, weil er gegen die europäischen Verträge verstößt, etwa gegen die No-Bail-Out-Regelung, wonach die Länder nicht für die Schulden anderer Länder haften", sagte Schäuble. Er verwies darauf, dass ein solcher Fonds zu Fehlanreizen führen würde. "Ohne eine gemeinsame Fiskalpolitik können Sie die Haftung nicht vergemeinschaften. Sonst könnte ein Land auf Kosten anderer Länder Schulden machen. Das geht nicht. Wer zahlt, muss auch entscheiden", sagte Schäuble. "Selbst meine schwäbischen Landsleute sind sparsam nur im Umgang mit dem eigenen Geld."

Von den anstehenden Wahlen in Griechenland erwartet der Finanzminister keine großen Veränderungen. Die Griechen seien zwar "frei zu wählen, was sie wollen", sagte er. "An der realen Situation des Landes, das durch jahrzehntelange Fehlwirtschaft in einer schmerzhaften Krise ist, ändert ein wie auch immer geartetes Wahlergebnis nichts. Sie müssen harte Maßnahmen ergreifen."

Axel Vornbäumen
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