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30. August 2007, 09:47 Uhr

Altkanzler Schmidt fühlt sich mitschuldig

30 Jahre nach dem Deutschen Herbst, in dem die RAF die Republik mit ihrem Terror erschütterte, hat sich der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt zum Mord an Arbeitgeberpräsident Schleyer geäußert: Er fühle sich "verstrickt in Schuld".

"Ich bin verstrickt in Schuld", sagte Altbundeskanzler Helmut Schmidt der "Zeit"© Christian Hager/DPA

Altbundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) fühlt sich nach eigenen Worten mitschuldig an der Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer durch die Rote Armee Fraktion (RAF) im Jahr 1977. "Ich bin verstrickt in Schuld - Schuld gegenüber Schleyer und gegenüber Frau Schleyer", sagte Schmidt der Wochenzeitung "Die Zeit". Gleichwohl verteidigte der heutige Mitherausgeber des Blattes die Entscheidung, den Erpressern der RAF nicht nachgegeben zu haben. Er sei nach der Entführung des CDU-Politikers Peter Lorenz 1975 entschlossen gewesen, nie wieder Terroristen im Austausch gegen Geiseln freizulassen.

"Wir haben doch auch Geiseln"

Schleyer war am 5. September 1977 von der RAF entführt und sechs Wochen später ermordet worden, nachdem die Regierung Schmidt sich geweigert hatte, elf RAF-Häftlinge freizulassen. Der Altkanzler betonte, ihm sei in der Zeit, in denen die Polizei nach Schleyer gesucht habe, immer klar gewesen: "Wenn es nicht gelingt, bist du selbst mitschuldig."

Vermutungen, der damalige CSU-Vorsitzende Franz Josef Strauß habe während der Entführung im Krisenstab in Erwägung gezogen, Standgerichte zu schaffen und für jede getötete Geisel einen RAF-Häftling zu erschießen, wies Schmidt zurück. Strauß' Wortwahl sei "sehr viel vorsichtiger" gewesen. "Ich meine, dass er gesagt hat: "Wir haben doch auch Geiseln." Und nicht mehr als das." Gleichwohl habe er Strauß' Bemerkung als "sehr befremdlich" in Erinnerung, denn sie hätte vielleicht auf dasselbe hinauslaufen können.

DPA
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
Snoopy_Snoob (30.08.2007, 18:49 Uhr)
Respekt
Ich habe richtigen Respekt vor Helmut Schmidt. Er ist damals nicht auf die Forderungen eingangen und Schleyer wurde nach der Befreiung der Geiseln der "Landshut" umgebracht. Wer hätte ihm damals die Garantie geben können, wenn er anders entschieden hätte, und die inhaftierten Häftlingen freigelassen hätte, dass dan Schleyer frei gekommen wäre? Keiner hätte ihm die Garantie geben können.
tufang (30.08.2007, 15:48 Uhr)
Legendere Schmidt
Helmut Schmidt ist und bleibt einer Deutscher Politiker der die Zeit nach nach der Krieg so dominiert hat dass man nach seiner Zeit keine akzeptieren und respektieren konnte.
Vorallem die Zeit nach ihm mit der Kohl war einfach unerträglich !!
Hoch soll er Leben !!
A.Dzaak (30.08.2007, 14:35 Uhr)
Hochachtung!
Helmut Schmidt verdient Hochachtung! Seine Äußerungen zeigen, dass er sich wie nur ganz wenige Politiker unserer Zeit seiner Vernatwortung bewusst ist. Helmut Schmidt ist und bleibt ein Vorbild.
Roy05441 (30.08.2007, 12:49 Uhr)
Der einzige Politiker......
vor dem ich eine rießige Hochachtung empfinde! Denn im Vergleich mit den heutigen, prädistinierten parteipolitischen Deppen, ist er immer noch der Größte! Er sollte sich nicht grämen,
vielmehr sollten sich christliche, und christlich soziale dafür schämen, was über Strauß, Möksel, und Konsorten dem deutschen Volke sie angetan!
Das Einzige, das ich verwerfe, ist der Beitrag der SPD zur Entwurzelung der Rentenreserve!
Denn diese war ehemals sicher und satt! Für Klientel-Spielchen wurde Sie platt.! Dies auch unter Regie von SPD, und das verzeihe ich nie!
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