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1. Dezember 2007, 14:51 Uhr

Wulff will Hartz-IV-Regeln lockern

Christian Wulff will älteren Arbeitslosen mehr Geld zugestehen und dafür die Hartz-IV-Regeln ändern. "Am Ende eines langen Arbeitslebens müssen wir den Menschen mehr Geld lassen", sagte der stellvertretende niedersächsische Ministerpräsident.

Wulff will mehr Schonvermögen für Ältere und kein Betreuungsgeld für Mütter© Nigel Treblin/DDP

Kurz vor dem CDU-Parteitag in Hannover dringt der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers auf eine weitere Lockerung der Hartz-Gesetze. Nachdem die große Koalition die Zahldauer beim Arbeitslosengeld I verlängert habe, müsse sie noch vor der Bundestagswahl 2009 die Regelungen zum Schonvermögen der Arbeitslosen nachbessern, sagte Rüttgers in einem Interview des Magazins "Focus". "80 Prozent der Leute sind der Meinung, dass wir den Menschen am Ende eines langen Arbeitslebens mehr Geld lassen müssen", sagte der stellvertretende CDU-Chef.

Rüttgers wandte sich auch gegen das in der Koalition umstrittene Betreuungsgeld für Eltern, die ihre Kleinkinder nicht in eine Krippe geben wollen und lieber zu Hause betreuen. Er halte es für wichtiger, die Kindererziehungszeiten der Eltern bei der Rente stärker zu honorieren. Dies betreffe besonders Mütter, die einige Jahre aus dem Beruf ausgestiegen seien. "Welche junge Frau möchte Kinder haben, wenn sie Altersarmut bedeuten?" Das Betreuungsgeld soll auf dem Parteitag in das neue CDU-Grundsatzprogramm aufgenommen werden. Zugleich wird in dem Programm aber auch ein Ausbau des Betreuungsangebots verlangt.

Seit seinem Wahlsieg in Nordrhein-Westfalen im Frühjahr 2005 hat sich Rüttgers als "soziales Gewissen" der Union profiliert und eine Lockerung der radikalen Reformpläne des Leipziger Parteitags 2003 gefordert. Diese sehen einen grundlegenden Umbau des Steuer- und des Gesundheitssystems vor und haben das Profil der CDU unter Führung von Parteichefin Angela Merkel maßgeblich geprägt.

DPA
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
detass (02.12.2007, 10:07 Uhr)
Das Leben....
verläuft nicht so wie unsere Politik es wünscht. Ich bin für 16 Monate Hartz IV Empfänger gewesen, obwohl es mir nicht zustand, da ich durch Krankheit nicht in der Lage war auch nur 3 Stunden täglich zu arbeiten. Als unkündbarer Angestellter der Bahn AG und der schweren Erkrankung durch Mobbing war ich Jahrelang in Dauerbehandlung und meine Rente wurde immer wieder abgelehnt. So kam ich aus dem Krankengeld in das Arbeitslosengeld und später in ALG 2, obwohl ich immer wieder darauf hingewiesen hatte, dass mir dies nicht zusteht. Resultat, als ich wieder in der Klinik war wurde mir das Geld gestrichen und ich war völlig Mittellos, ohne Krankenversicherung, ohne einen Cent. Wer jemals in die Hände Deutscher Bürokraten geraten ist, lernt sehr schnell die Politik der Dummheit im Lande kennen. Sie wissen nichts vom Leben und schaffen Verordnungen die mit dem Leben nichts mehr gemein haben. Der Satz, sie sind ein Ausnahmefall, hat sich mir eingeprägt und ich habe nur Ausnahmefälle gesehen.
mutti1 (01.12.2007, 20:15 Uhr)
DAS MIT DEN ZINSEN STIMMT, aber!
man lebt dann nur noch ohne versicherungen, besitze keine hausrat-lebensversicherung, -unfall- haftpflicht etc.
wenn man sehr sparsam lebt, heißt,
kein urlaub, kino, reisen, kleidung 1. wahl, verbilligte lebensmittel, und das verlieren von haus und hof, sowie obstgarten ist gewiss, es gibt arbeitslose, die für ihr haus kein wohnzuschuss bekommen, obwohl sie kredite etc. zahlen, und haben nichts zum essen mehr. 1 mann in thüringen,in brotterode, hatte 3 woche nichts mehr zum essen.
und da er sich den bus zu 1 lehrgang da nicht mehr leisten konnte, wurde er vom arbeitsamt auch noch bestraft, und das hartz4 gekürzt.
sinnlose lehrgänge , teils, und als billige arbeitskraft in praktikum ist gang und gäbe.
das kann natürlich die leute im bundestag nicht geschehen, sie fallen immer nach oben, oder in fette pensionen.
Putinki (01.12.2007, 17:33 Uhr)
Ältere Arbeitslose
Es ist menschenunwürdig ältere "Arbeitslose" zu bemitleiden. Auch sie haben die Wahl, mit Harz IV auszukommen oder einen Zusatzverdienst zu suchen. Sie werden schon nicht vom Dach fallen oder die Pinkelpause verpassen, denn Arbeit gibt es genug.
Die Rütgers und Wulfs sollen lieber sich etwas anderes ausdenken, um widergewählt zu werden als Steuergelder zu verschleudern. Dieses Geld ist dringend für die Zukunft Deutschlands nötig und jeder ächst schon unter der Steuer- und Abgabenlast. Das ist hauptsächlich die Folge der "großzügigen" und kurzsichtigen Politiker.
IndianerJoe (01.12.2007, 15:58 Uhr)
abgehobene Wolkenschieberei
Das mit dem Schonvermögen ist eine irreale Phantomdebatte - das Einzige, wo ein Betrag und ein Zinssatz den typischen Hartz IV-Empfänger betrifft ist im Bezug auf den bis an seine Grenzen ausgenützten Dispo-Kredit, dessen Zins und Zinseszins, meist so gelegen, dass er gerade noch unter der höchstrichterlichen Wuchergrenze liegt, von dem, was schon ohnehin nicht zum Leben reicht, gnadenlos bedient werden muß.
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