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8. Juli 2009, 17:18 Uhr

2.000.000.000.000 Euro

Wegen der Finanzkrise versinkt Deutschland in Schulden: In den kommenden vier Jahren wollen Bund, Länder und Kommunen mindestens 500 Milliarden Euro neue Kredite aufnehmen. Der Schuldenberg wächst damit auf gigantische zwei Billionen Euro.

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Derzeit steht die Schuldenuhr bei knapp 1,6 Billionen Euro - bis 2013 wird sie auf über 2 Billionen klettern© Fredrik von Erichsen/DPA

Deutschland steuert bis zum Jahr 2013 auf einen gigantischen Schuldenberg von mehr als 2000 Milliarden Euro zu. Die über Jahrzehnte aufgelaufenen Schulden machen dann mehr als vier Fünftel der deutschen Wirtschaftskraft aus. Das geht aus Berechnungen für den Finanzplanungsrat von Bund und Ländern hervor, der am Mittwoch in Berlin tagte.

Danach müssen Bund, Länder sowie Kommunen zwischen 2009 und 2013 fast 510 Milliarden Euro neue Schulden machen. Die Summe könnte noch höher ausfallen, wenn Belastungen aus dem Bankenrettungsfonds sowie den Konjunkturpaketen zu Buche schlagen. Frühestens 2013 könnte Deutschland zumindest die Defizitgrenze des Euro-Stabilitätspaktes wieder einhalten. Dazu sind aber weitere Sparanstrengungen nötig.

Bisher sind Staatsschulden von insgesamt rund 1,6 Billionen Euro aufgelaufen. Allein der Bund häuft in den nächsten Jahren rund 300 Milliarden Euro neue Schulden an. Für 2010 sind bisher weitere Kredite von 86,1 Milliarden Euro geplant. Das ist die mit Abstand größte Neuverschuldung des Bundes, die es je gab. Sie könnte am Ende auch bei mehr als 100 Milliarden Euro liegen. Für dieses Jahr plant der Bund bisher mit einer Nettokreditaufnahme von mehr als 49 Milliarden Euro.

Für den Gesamtstaat sind in diesem Jahr mehr als 112 Milliarden Euro an neuen Schulden geplant, im nächsten Jahr kommt der Rekordwert von mehr als 132 Milliarden Euro dazu. Im Jahr 2013 könnte die Neuverschuldung von Bund, Ländern und Kommunen den Berechnungen zufolge auf knapp 70 Milliarden Euro sinken.

Deutschland wird damit wie fast alle EU-Länder in Folge der Wirtschaftskrise zum Defizitsünder. Folge wird ein Verfahren der EU- Kommission auch gegen Deutschland sein, das aber weit besser da steht als viele andere führende EU-Volkswirtschaften. Für dieses Jahr meldet Berlin eine Defizitquote von rund vier Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) an die EU-Kommission, für 2010 rund sechs Prozent. Maximal erlaubt sind 3,0 Prozent des BIP.

Im Boomjahr 2008 lag Deutschland mit einem Mini-Defizit von 0,1 Prozent weit darunter. Nach der Vorlage für den Finanzplanungsrat könnte Deutschland 2013 zumindest die 3-Prozent-Vorgabe wieder erfüllen. Voraussetzung ist aber, dass der Bund die bisher noch nicht festgelegten Sparvorgaben von mehreren Milliarden erwirtschaftet.

Die zweite, in der Öffentlichkeit weniger beachtete Vorgabe des EU-Stabilitätspaktes - die Schuldenstandsquote - wird hingegen weiter deutlich verfehlt: Statt der maximal erlaubten 60 Prozent des BIP wird Deutschland den Berechnungen zufolge 2013 einen Schuldenstand von historisch einmalig hohen 82 Prozent ausweisen.

Wegen der hohen Neuverschuldung schauen die Deutschen wieder pessimistischer in die Zukunft. In einer Umfrage für den stern prognostizierten nur noch 33 Prozent der Bundesbürger, dass es wirtschaftlich bergauf gehen werde. 43 Prozent gehen von einer Verschlechterung der Lage aus.

DPA/joe
 
 
KOMMENTARE (10 von 27)
 
jetrabbit (09.07.2009, 11:28 Uhr)
danke bush/binladen
danke deutschland
Hochbahnopfer.de (09.07.2009, 09:22 Uhr)
Ihr seid nicht Deutschland
möchte man da Merkels Milliardärsclub zurufen! Teilt man den Volkswirtschaftlichen Schaden durch die "hohen Abgeordneten" des noch höher schwebenden Bundesbankentages ergibt sich eine pro Kopf Verschuldung von 2 Milliarden Euro! Von denen diese Herrschaften nicht einen Cent zurück zu zahlen gedenken!
Angel_of_Mercy (09.07.2009, 07:53 Uhr)
Mehrwertsteuer gerecht?
Zuerst meine volle Zustimmung zu Knilch59.
Nun zum Thema Mehrwertsteuer, welche als sozial gerecht eingestuft wird. Man muss aber die Mehrwertsteuer im Kontext zu den Gewinnen sehen. Solange Gewinne nicht gerecht verteilt werden ist die Mehrwertsteuer ungerecht.
Beispiel die Gebrüder Albrecht. Jeder um die 17 Millarden Privatvermögen schwer. Die haben dieses Privatvermögen sicher nicht angehäuft, weil sie so hart gearbeitet haben oder so früh aufstehen. Nein, sie haben es angehäuft, weil sie ihren Angestellten einen gerechten Lohn und Beteiligung am Erfolg von ALDI verwehrt haben. Für den ALDI Kunden hätte es nur unwesentlich höhere Preise gegeben, dank Konkurrenzdruck. Nur das Vermögen der Albrechts wäre geringer ausgefallen.
Statt dessen muss der Staat im Kombilohn Hilfen zuschiessen, damit die Angestellten über die Runden kommen.
Die wahren Sozialschmarotzer sind diejenigen, welche die Gewinne nur für sich und dem Staat die Kosten aufdrücken wollen.
MRP66 (09.07.2009, 00:37 Uhr)
Irgendwann...
...wenn dann gar nichts mehr geht, die Staaten der Welt zahlungsunfähig sind, die Unternehmen nichts mehr verdienen und die Menschen verarmen, dann macht man es wie immer. Man drückt einfach den "reset" Knopf, und alles beginnt wieder von vorne. Krieg und Zerstörung und danach der "Wiederaufbau." Alle verdienen und sind wieder glücklich. Hat in der Geschichte funktioniert und wird auch in Zukunft funktionieren. Die Herren da oben werden schon dafür sorgen.
confused (08.07.2009, 23:24 Uhr)
Schwarzarbeit
und damit unser Staat und all die Reichen schön auf ihren Schulden sitzenbleiben gehen wir demnächst alle Schwarzarbeiten, die Schulden steigen dann zwar aber ist ja egal. Dann trifft es die die sowieso zuviel haben....
Ach ja Mwst. usw.... schei..e fast vergessen.. naja dann wird eben auch nix mehr gekauft sondern nur noch geklaut was man zum leben benötigt...
HACH wie schön wird das alles....
knilch_59 (08.07.2009, 23:15 Uhr)
@Wittigofranko – allmählich nervt es …
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Bei rund 4.200 € Existenzminimum ohne Miete würde eine MwSt-Erhöhung um 6%-Punkte die Lebenshaltungskosten um rund 250 € erhöhen, selbst bei Ihrem 200-€-Bonus bliebe sogar am unteren Ende eine fette Steuererhöhung übrig – alleine das lässt Ihr Modell schon fragwürdig werden. Geradezu grotesk wird es aber, wenn man sich überlegt, worauf keine Mehrwertsteuer anfällt. Wer spart oder Zinseinnahmen generiert, wer Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung hat, oder wer Geld oder Waren ins Ausland exportiert, zahlt überhaupt keine MwSt. Fazit: Ihr grünes Geschwurbel ist im höchsten Maß asozial, weil damit endgültig das Prinzip der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit aufgegeben wird. Dann wäre dieses Modell obendrein mit hoher Wahrscheinlichkeit auch noch verfassungswidrig. Also – sperren Sie sich wieder in Ihre Dornröschenhecke ein und überlegen in den nächsten 99 Jahren etwas Sinnvolles!
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Wir brauchen Ausgabenkürzungen im öffentlichen Sektor: Deckelung der Pensionen auf 3.500 € im Monat, Reduzierung der Komplexität der öffentlichen Verwaltung durch Zusammenlegen der Bundesländer und Übertragung der Kompetenzen der Kommunen auf die Ebene der Regierungspräsidien / Bezirksregierungen als neue Gebietskörperschaft. Also nicht mehr oder weniger als eine Verfassungsreform …
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Wir brauchen ein Arbeitsrecht, das die Konzentration der Arbeit auf möglichst wenige Menschen wirtschaftlich weniger attraktiv macht als systematische und planmäßige Verteilung der Arbeit, so dass alle Erwerbsfähigen auch die Chance auf Erwerbstätigkeit haben. Auch das erspart Ausgaben in Multi-Milliardenhöhe. Auf der Einnahmenseite gibt es über Erbschaft- und Vermögensteuer noch Potenzial in Multi-Milliardenhöhe. Als Konjunkturprogramm fungiert die Abschaffung der Staatsgarantien für Einlagenguthaben. Wer Garantien haben möchte, darf dafür keine Zinsen mehr erwarten, sondern sollte sogar noch eine „Versicherungsprämie“ dafür bezahlen!
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Und wenn die Reichen endlich anfangen (müssen), Ihr Geld auszugeben, statt zu horten, ist das ein gigantisches Konjunkturprogramm, aus dem heraus die Staatseinnahmen verbessert werden. Sobald die tatsächliche Schuldentilgung angelaufen ist, kann man dann über Steuersenkungen den Aufschwung über viele Jahre nähren!
Conaoglu (08.07.2009, 23:03 Uhr)
Was solls
andere Staaten sind auch hochverschuldet, da wir davon eh nicht runterkommen, müssen wir lernen damit zu leben! Deutschland hat doch auch Schulden bei IMF (International Monetary Fund) oder?
Wittigofranko (08.07.2009, 22:35 Uhr)
Volkseinkommen und Staatsverschuldung
Die Staatsverschuldung rührt letztlich nur daher, weil der Staat mehr Aufgaben zu finanzieren hat, als ihm seine BürgerInnen durch Steuern und Abgaben zur Verfügung stellen. Das jährlich Volkseinkommen ist deutlich größer als der Anteil für die öffentliche Hand.
Das Kürzen von Ausgaben in den Bereichen Rente und HARTZ IV ist praktisch nicht möglich. Also braucht der Staat (Bund, Länder und Gemeinden) mehr Einnahmen. Die Mehreinnahmen kann er nur demokratisch und sozial über eine höhere MwSt erzielen. Als soziale Komponente wird gleichzeitg zur MwSt-Erhöhung ein MwSt-Barfreibetrag - kurz MwSt-Bonus - eingeführt. Jede(r) BürgerIn erhält den gleichen MwSt-Barfreibetrag ausgezahlt.
Beispiel: Die MwSt wird in zwei Schritten von jetzt 19% auf 22% und dann auf 25% erhöht. Jweils ein MwSt-Prozentpunkt wird als Bonus über die persönliche Steueridentnummer zurückgezahlt: pro BürgerIn immerhin 100 € im ersten Schritt und 200 € im zweiten.
Für eine vierköpfige Familie wären das respektable 400 € bzw. 800 € jährlich. Der MwSt-Bonus wäre auch die Vorstufe zum Einstieg in ein bedingungsloses Grundeinkommen.
Ludwig Paul Häußner, Karlsruhe
Mitglied im bündnisgrünen Netzwerk Grundeinkommen
grafbyte (08.07.2009, 21:46 Uhr)
ehrlich gesagt.. wird das alles platzen
so oder so.. banken und beld hat das system zu dem gemacht was es ist.. es arbeitet nur für sich selbest und das macht es super!!! nur der mensch und das leben ist im arsch.. auf deutsch gesagt.. so oder so .. das muss ein ende haben.. also tilgung alleer schulden oder kollaps des ganzen 0o und das würde ich nicht gerne miterleben ;) und ich rate den jungs & mädels das zu bedenken den sie hängen als erstes am baum. so traurig und makaber das jetzt ist. aber 3% der menschen reiten den rest in die scheisse!
Robbespierre (08.07.2009, 21:23 Uhr)
Juhu
Es ist bald soweit!!! Je mehr Schulden, desto offensichtlicher wird der Fact, daß wir davon nie wieder runterkommen - wenn wir in der Logik des Systens denken. Aber das geht nicht mehr lange gut...
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Früher oder später hilft es nur noch, den großen RESET-Knopf zu drücken und eine Währungsreform durchzuführen. Je früher desto besser, je höher die Staatsverschuldung umso effektiver die Umverteilung von reich (Schuldscheine besitzend) zu arm (nahezu der ganze Rest der Bevölkerung).
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Würde dies dann gleich global geschehen, wären auch die ärmsten Länder aus der Schuldenfalle raus. Dann sollte jeder Erdenbürger mit 40 Einheiten der neuen Währung Globo starten - und dieses Spiel alle 10 Jahre wiederholt werden. Wetten, daß es dann ALLEN besser geht? Wers nicht galubt kann ja mal in den Analen der Wirtschaftsgeschichte nachlesen, daß es dieses System in der Renaissance zumindest regional prächtig bewährt hat.
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